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Lokalsport GFL-Saison findet nicht statt
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18:59 04.08.2020
In diesem Jahr gibt es keine Spiele der Marburg Mercenaries in der German Football League zu sehen. Die Saison wurde abgesagt. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Nach einer gut fünfstündigen Vereinsvertretersitzung in Frankfurt samt Gesprächen in Kleingruppen steht nun fest: In diesem Jahr wird es keine Saison in der German Football League (GFL) mit abschließendem German Bowl geben. Es sind die bundesländerübergreifend zu vielen Unsicherheiten und Ungleichheiten in der Corona-Krise, die die sechs verbliebenen Erstligisten am selbstgesteckten „Point of no return“ zu diesem Entschluss veranlasst haben.

„Die politischen Verordnungen sind leider flächendeckend nicht gegeben“, sagt GFL-Sprecher Carsten Dalkowski, der auch Präsident der Marburg Mercenaries ist, im Gespräch mit der OP. Neben den „Söldnern“ hatten die Dresden Monarchs, Schwäbisch Hall Unicorns, München Cowboys, Potsdam Royals und Berlin Rebels von den 16 GFL-Teams die Absicht bekundet, ab September eine verkürzte Saison zu spielen (die OP berichtete mehrfach). Bei einer Stimmenthaltung entschieden sich bei der Sitzung nun fünf Vereine gegen eine „Corona“-Saison. Dagegen wollen die Mannschaften der GFL 2 spielen.

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Voraussetzungen sind nicht in allen Bundesländern gleich

Ein Problem sei, dass die Gefahrenverordnungen der Bundesländer einen für das Footballspiel notwendigen Kontakt-Trainingsbetrieb in voller Mannschaftsstärke noch nicht überall ermöglichen. „Zudem gibt es Einreisebeschränkungen für Import-Spieler“, zeigt Dalkowski auf. Beides verhindere gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle Teams. Dies – so der Konsens – sei allerdings Vorraussetzung für einen Spielbetrieb.

Überdies sehen die Clubs die wirtschaftlichen Voraussetzungen nicht in Gänze gegeben. Zwar dürften laut dem Mercenaries-Präsidenten in Marburg aufgrund eines Hygienekonzeptes 1.000 Zuschauer ein Spiel im Georg-Gaßmann-Stadion besuchen. Ein Spielbetrieb mit ausreichender Zuschauerzahl wäre allerdings aktuell nicht überall möglich; Catering dürfte mancherorts gar nicht oder nur sehr eingeschränkt angeboten werden, schildert Dalkowski die Problematik. Aufgrund derzeit steigender Infektionszahlen gehen die Verantwortlichen nicht davon aus, dass es in absehbarer Zeit weitere Lockerungen gibt.

Die Folge wäre, dass manche Vereine nicht die Einnahmen generieren könnten, um den Spielbetrieb kostendeckend durchzuführen. „Mit Blick auf die kommende Saison läuft so mancher Gefahr, Geld zu verschwenden. Denn eines ist klar: Weitere Finanzspritzen für die Vereine wird es nicht geben“, gibt Dalkowski zu bedenken. Der Mercenaries-Präsident schätzt sich glücklich, dass die Stadt Marburg und Sponsoren den „Söldnern“ in dieser schwierigen Zeit zur Seite stehen. „In Marburg wäre eine Spielsaison vielleicht möglich gewesen, weil die Stadt und das Gesundheitsamt uns vieles ermöglichen“, sagt Dalkowski, „bei den beteiligten Vereinen herrschte aber von vornherein Einigkeit, dass ein Spielbetrieb mit weniger als sechs Mannschaften sportlich keinen Sinn macht.“ Auch wenn man alles dafür getan habe, um eine Saison zu spielen.

Das Trainerteam werden die Marburger weiterbeschäftigen. „Wir sind mit der Arbeit von Coach Joe Tricario sehr zufrieden“, sagt Dalkowski. Und womöglich kommen der neue Trainer und sein Team in diesem Jahr doch noch zum Einsatz, schließlich gibt es Gedankenspiele um einen Pokalwettbewerb (siehe Infokasten).

Von Marcello Di Cicco

Idee für Pokalwettbewerb

Pokal statt Liga? Auch wenn die GFL-Saison ausfällt, so könnte es in diesem Jahr doch noch zumindest einige wenige Football-Spiele im Georg-Gaßmann-Stadion zu sehen geben. Die GFL-Vereine sprachen sich bei ihren Beratungen in Frankfurt für die Prüfung eines Konzepts für einen Pokalwettbewerb zwischen der ersten und zweiten Liga aus, der regional an einem Wochenende ausgetragen werden könnte – sofern es die derzeitigen Corona-Verordnungen zulassen. Konkret ist diese Idee zwar noch nicht, für Carsten Dalkowski, Präsident der Marburg Mercenaries, steht aber fest: „Wir wollen  sehen, dass wir irgendetwas anbieten können – für unsere Sponsoren und Fans.“