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Lokalsport Marburg Mercenaries gehen erneut leer aus
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20:52 24.07.2022
Marburgs Joshua Mack (am Ball) im Spiel gegen München.
Marburgs Joshua Mack (am Ball) im Spiel gegen München. Quelle: Thorsten Richter
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Kempten/Marburg

Die Negativserie der Marburg Mercenaries geht weiter. Am Sonntagnachmittag verlor das Team von Cheftrainer Joseph Tricario in der German Football League (GFL) mit 21:28 (7:14) bei den Allgäu Comets – in den Schlusssekunden vergab die Mannschaft rund um Quarterback Sonny Weishaupt die Chance auf den Ausgleich und damit einen Punkt.

Nachdem die Marburger in der ersten Spielhälfte nach einem Touchdown in Führung gegangen waren, kamen die Gastgeber aus Kempten immer besser in die Partie und erarbeiteten sich zur Halbzeit eine 14:7-Führung. Allen voran Wide Receiver Derrick Harvey lieferte ein starkes Spiel ab und sorgte für einige sehenswerte Catches und insgesamt zwei Touchdown-Fänge.

Das Zusammenspiel von Comets-Quarterback Kenyatte Allen mit Harvey stellte die Marburger Defense immer wieder vor Probleme. Die Mercenaries versuchten ihrerseits wiederholt, das Laufspiel um Runningback Joshua Mack zu etablieren, vor allem weil die von Weishaupt anvisierten Receiver stets gedeckt waren.

„Joshua Mack hatte einige tolle Szenen. Die gesamte Offense hat sich im Vergleich zu den letzten Wochen gesteigert, aber es wirkte teilweise nicht ganz koordiniert“, sagte Mercenaries-Pressesprecher Holger Weishaupt nach Spielende, der zudem von einigen „ärgerlichen Strafen“ sprach, die die Mercenaries-Offense produzierte.

Krimi bis zur letzten Sekunde

Die Defensive habe laut Weishaupt zwar „gut dagegengehalten“. Nachdem die Mercenaries zum Ende des dritten Viertels auf 14:14 ausgeglichen hatten, entwickelte sich im letzten Viertel ein Krimi bis zur letzten Sekunde. Erst sahen die Comets nach zwei Touchdowns mit einer 28:14-Führung wie der sichere Sieger aus, insbesondere weil die Marburger lange für ihre Angriffe brauchten. Knapp eine Minute vor Spielende brachte Quarterback Weishaupt mit einem schönen Touchdown­pass auf seinen amerikanischen Wide Receiver Devon Smith die Hoffnungen auf einen Teilerfolg der Mercenaries zurück.

Spätestens als der anschließende Onside-Kick überraschend von Smith gefangen wurde und den Mercenaries so mit 40 Sekunden verbleibender Spielzeit den Ballbesitz zurückbrachte, schien das Comeback nach 14-Punkte-Rückstand im Bereich des Möglichen. „Dieser Onside-Kick war schon Wahnsinn. Da war plötzlich noch mal alles drin für uns“, sagte Holger Weishaupt.

Nachdem sich die Mercenaries einige Yards über das Spielfeld erarbeitet hatten, versuchte Weishaupt mit 15 und anschließend 8 verbleibenden Sekunden vor Ablauf der Spielzeit, einen seiner Receiver in der Endzone zu finden, um das Spiel ausgleichen zu können. Seine Passversuche blieben jedoch ohne Erfolg. Nach dem Schlusspfiff standen Tricario und Co. die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Am Ende hat auch ein bisschen das Glück gefehlt. Ich habe zwei ausgeglichene Teams auf Augenhöhe gesehen. Das Spiel hätte auch zu unseren Gunsten ausgehen können“, betonte Pressesprecher Weishaupt.

Am Sonntag geht’s weiter

Durch die Niederlage warten Fans und Verantwortliche seit vier Spielen auf einen Sieg. Mit einer Bilanz von fünf Niederlagen aus sechs Spielen rücken die Playoffs in immer weitere Ferne. Der Gastgeber aus Kempten springt durch den Sieg derweil auf Platz vier der GFL-Süd-Gruppe, der zur Teilnahme an den Playoffs berechtigt.

Für die Mercenaries geht es am kommenden Sonntag (15 Uhr) mit einem Heimspiel gegen die Saarland Hurricanes weiter, gegen die Mitte Juni der bislang einzige Sieg gelang. „Auch wenn die Hurricanes mit ihrer Offense jetzt bestimmt besser eingespielt sind als noch vor ein paar Wochen, sollten wir das Spiel gewinnen. Unser Ziel ist ein Sieg“, zeigte sich Holger Weishaupt trotz der zuletzt anhaltenden Negativserie selbstbewusst.

Von Luca Hartmann