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Lokalsport Mercenaries verlieren Playoffs aus den Augen
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20:35 31.07.2022
Saury Heiniger Morillo (Mitte, Marburg Mercenaries) gegen Daniel Smith (Saarland Hurricanes).
Saury Heiniger Morillo (Mitte, Marburg Mercenaries) gegen Daniel Smith (Saarland Hurricanes). Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Am Einsatz von Cheftrainer Augie Stevens lag es nicht, dass die Marburg Mercenaries weiter auf den ersten Heimsieg in der German Football League (GFL) seit fast drei Jahren warten. Der unter der Woche verpflichtete Nachfolger von Joe Tricario peitschte sein Team an, unterwies es lautstark, suchte oft die Vier-Augen-Gespräche – allein, es half nichts. Die „Söldner“ unterlagen am Sonntag im Georg-Gaßmann-Stadion den Saarland Hurricanes mit 14:28 (7:21) und verloren damit nach dem 24:14-Hinspielsieg den direkten Vergleich gegen die Saarländer, was die Chance, noch Playoff-Rang vier zu erreichen, weiter schwinden lässt.

Marburgs Receiver Niklas Fengler, der den Touchdown zum zwischenzeitlichen 13:28 beisteuerte, wollte dennoch nicht schwarzmalen: „Ich will nicht arrogant klingen, aber wir haben einen Spielplan, der es uns ermöglicht, noch die nötigen Punkte zu holen.“

Aber, merkte Mercenaries-Quarterback Sonny Weishaupt gegen über der OP an: Dafür müssten in den zwei nun folgenden Partien Siege gegen den Tabellenletzten Frankfurt Universe her. „Man muss sich aber ehrlich die Frage stellen: Wollen wir in die Playoffs? Man will sich zwar immer mit den Besten messen, aber diese Saison ist so viel schlecht gelaufen. Wir haben aktuell nur einen Sieg, deswegen sollten wir die Kirche im Dorf lassen.“

Dass für die Mercenaries nach dem Auswärtssieg bei den Hurricanes nichts aus dem zweiten Saisonerfolg wurde, war auch, aber nicht nur, dem unglücklichen Spielverlauf geschuldet. Im privat verhinderten Martin Aab fehlte der etatmäßige Center; sein Ersatz, O-Liner Matthias Koch, verletzte sich bereits, als Marburg zum ersten Mal in Ballbesitz kam. Er musste unter dem aufmunternden Applaus der 650 Zuschauerinnen und Zuschauer mit einer schweren Knieverletzung mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

Turnovers bringen nicht die Wende

„Vor diesem Hintergrund hat die Offense Line einen Riesenjob gemacht“, lobte Weishaupt. Auch die Defensive ließ sich kaum etwas zu Schulden kommen, die Touchdowns durch Bijan Jelvani, Marian Menden und Benjamin Thompson zur 21:0-Gästeführung konnte sie aber nicht verhindern. Bitter für die Gastgeber, bei der in der neuen Offensivausrichtung noch nicht alle Räder ineinandergriffen: Nachdem Devon Smith einen Weishaupt-Pass in der Endzone gefangen hatte, verpassten es die Marburger, noch weiter als auf den 7:21-Halbzeitstand zu verkürzen. Wenige Yards vor der Endzone lief den Marburgern die Zeit davon.

Trotz einiger Turnovers im letzten Viertel schafften es die Mercs nicht mehr, das Blatt noch zu wenden. Mit einem schlechten Gefühl verließ Fengler dennoch nicht das Stadion. „Der Coach hat einen grandiosen Job gemacht. Ich habe das Gefühl, dass daraus etwas werden kann. Deswegen bin ich nicht frustriert, denn es geht bergauf.“ Weishaupt schloss sich dem an: „Die Stimmung in der Mannschaft ist nun deutlich besser. Wir haben wieder Spaß im Training, das hatte gefehlt.“

Von Marcello Di Cicco