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Lokalsport „Lügner und Betrüger“: Mercenaries legen in der Causa Mack nach
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09:59 03.08.2022
Marburgs Joshua Mack (Mitte) im Spiel gegen München.
Marburgs Joshua Mack (Mitte) im Spiel gegen München. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Der Ärger war groß bei den Marburg Mercenaries und Präsident Carsten Dalkowski – so groß, dass die „Söldner“ am vergangenen Sonntag in einer Mitteilung öffentlich Stellung bezogen. Was war passiert? Vier Tage vor dem wichtigen Spiel gegen die Saarland Hurricanes hatte Runningback Jo­shua Mack das Team verlassen – „stil- und wortlos“, kritisieren die Mercs. Dalkowski nennt den US-Amerikaner auf Facebook einen „Lügner und Betrüger“.

Mack sei zu den Cologne Centurions in die European League of Football (ELF) gegangen, ohne dies mitzuteilen und trotz eines laufenden Vertrages ohne Ausstiegsklausel (die OP berichtete am Samstag).

Die Mercenaries gehen mit ihrem Ex-Spieler hart ins Gericht: „Er hat in den letzten Tagen durch sein Verhalten sowohl seinen Vertrag mit uns gebrochen als auch strafrechtlich relevantes Verhalten an den Tag gelegt. Ich kann nur jeden weiteren möglichen Partner vor diesem Spieler warnen. Auf ihn ist nicht Verlass. Unsere Forderungen gegen ihn belaufen sich auf einen mittleren vierstelligen Betrag, das ist für niemanden ein Pappenstiel und extrem ärgerlich“, teilt der Verein mit. Details wollte Dalkowski nicht nennen, „um den Ermittlungserfolg nicht zu gefährden“, sagt der Rechtsanwalt.

Saison-Aus für Kranz und Koch

Zwei bittere Diagnosenhaben die Marburg Mercenaries nach der 14:28-Niederlage gegen die Saarland Hurricanes in der German Football League (GFL) erhalten. Wie Untersuchungen ergaben, hat sich Matthias Koch am Sonntag das Kreuzband im Knie gerissen. Der Offensive-Line-Spieler musste mit dem Rettungswagen abtransportiert werden. Offensivspieler Niclas Kranz erlitt einen Wadenbeinbruch. Beide Spieler fallen für den Rest der Saison aus. „Die Verletzungen sind bitter für uns, wir müssen aber damit umgehen“, sagt Mercenaries-Präsident Carsten Dalkowski. Da die Transferfrist am 31. Juli abgelaufen ist, können die Marburger keine Spieler mehr verpflichten, sondern nur noch Spieler aus der eigenen zweiten Mannschaft holen.

Das Handeln der Centurions-Verantwortlichen bezeichnen die Mercenaries als „verantwortungslos“, sie hätten Mack „ganz offen zum Vertragsbruch geraten“. Eine Anfrage der OP zur Causa Mack ließen die Centurions unbeantwortet. Gegenüber dem Hessischen Rundfunk sagte ein Centurions-Sprecher am Sonntag, dass beim Wechsel alles mit rechten Dingen gelaufen sei. Der Spieler habe seinen Vertrag ordnungsgemäß gekündigt und den Verein Mitte vergangener Woche informiert. Stimmt nicht, sagt Dalkowski: „Wir haben weder eine schriftliche noch eine mündliche Kündigung erhalten, haben uns extra noch bei Ex-Trainer Joe Tricario erkundigt. Der Spieler hat einen befristeten Vertrag über die Saison.“

Das letzte Wort in dieser Angelegenheit dürfte noch nicht gesprochen sein, der Verein hat bereits rechtliche Schritte gegen Mack angekündigt.

Von Marcello Di Cicco