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Lokalsport Zwei Vereine mit einer gemeinsamen Reserve
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15:00 10.08.2020
Eine Szene aus dem Mai 2018: Damals begegneten sich der heutige Kreisoberligist SV Borussia Momberg um David Wieber (links) und der aktuell in der B-Liga spielende TSV Speckswinkel mit Anthony Lopez in der Kreisliga A. Die Vereine bilden nun eine gemeinsame Reserve.
Eine Szene aus dem Mai 2018: Damals begegneten sich der heutige Kreisoberligist SV Borussia Momberg um David Wieber (links) und der aktuell in der B-Liga spielende TSV Speckswinkel mit Anthony Lopez in der Kreisliga A. Die Vereine bilden nun eine gemeinsame Reserve. Quelle: Tobias Hirsch
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Momberg/Speckswinkel

Die erste Mannschaft des SV Borussia Momberg spielt weiterhin in der Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord, das erste Team des TSV Speckswinkel in der Kreisliga B Marburg I – und die gemeinsame Reserve in Staffel III der Marburg B-Liga. Die beiden Vereine haben für ein Novum gesorgt: Erstmals ist im Fußballkreis Marburg eine Spielgemeinschaft ausschließlich für zweite Mannschaften entstanden. In anderen hessischen Kreisen gibt es solche Konstrukte bereits seit mehreren Jahren.

Wie so häufig bei eher kleineren Vereinen geht’s auch bei den Clubs aus den benachbarten Neustädter Stadtteilen um die personelle Ausstattung: „Es wurde einfach immer knapper“, erzählt Christian Decher im Gespräch mit der Oberhessischen Presse. „Wir haben die Leute immer irgendwie zusammenbekommen. Aber nicht selten waren Überredungskünste gefragt“, berichtet der Momberger Vorsitzende.

Personalnot bei beiden Vereinen

Sportlich lief die Saison in der Kreisliga B III bis zum Abbruch aufgrund der Corona-Pandemie ganz ordentlich, von den 14 ausgetragenen Spielen wurden mehr gewonnen (sieben) als verloren (sechs). Ob es aber eigenständig geklappt hätte, eine weitere Saison mit eigener „Zweiter“ durchzuziehen? „Vielleicht, vielleicht auch nicht“, sagt Decher offen.

Auch der Nachbarverein hatte in der Saison 2019/2020 eine zweite Mannschaft, die allerdings nicht konkurrenzfähig war: In der Reserveklasse der Kreisliga B I bestritt Speckswinkel II fünf Spiele und verlor alle, zwei davon gar zweistellig. Sechs Spieler seien regelmäßig dabei gewesen, berichtet der stellvertretende TSV-Vorsitzende Christoph Jakob. „Dann haben wir telefoniert und geschaut, dass wir mindestens zwölf Leute zusammenkriegen. So konnte es natürlich nicht weitergehen.“

Tabellenplatz ist nebensächlich

Die neue Reserve-SG sieht er als „große Chance, um unseren Leuten ermöglichen zu können, weiter bei uns Fußball zu spielen. Welcher Tabellenplatz am Ende rauskommt, ist nebensächlich.“ Von welcher Seite die Initiative ausgegangen ist, weiß Jakob selbst nicht genau: „Es gab immer mal Gespräche. Irgendwann haben wir dann gemeinsam gesagt, wir versuchen es jetzt mit der gemeinsamen zweiten Mannschaft“, berichtet er. Borussen-Chef Decher bestätigt das und ergänzt: „Das Verhältnis zwischen unseren beiden Vereinen ist sehr gut. Sonst hätte das Ganze sicherlich auch keinen Sinn.“

Regelmäßiges gemeinsames Training der Reservespieler ist nicht geplant. Bei beiden Vereinen gibt es keine scharfe Trennung zwischen Spielern der ersten und der zweiten Mannschaft, alle trainieren zusammen. „Natürlich gibt es aber auch bei uns Leute, die nur oder fast nur in der Reserve spielen“, sagt der Momberger Decher. „Nach Bedarf“ könnten daher auch Einheiten mit diesen Spielern beider Vereine stattfinden.

Spiele teils beim SV, teils beim TSV

Vorgesehen ist, dass die Mannschaft ihre Heimspiele vor den Partien der Erstvertretungen austrägt, teilweise in Momberg, teilweise in Speckswinkel. „Es muss nicht zwingend jedes Mal gewechselt werden. Wir werden das auch vom Spielplan und vom Platzzustand abhängig machen“, erläutert er, geht aber davon aus, dass letztlich jeweils etwa die Hälfte der Spiele „hier und dort“ stattfinden werden. Auch Speckswinkels Jakob macht sich darum keine Sorgen: „Da stimmen wir uns ab, das bekommen wir hin.“

von Stefan Weisbrod