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11:00 02.04.2021
Im vergangenen Jahr gewann Mirco Geisler (links) mit Eintracht Stadtallendorf das Kreispokalfinale 2019/20 gegen den SV Bauerbach mit Salomon Becher (rechts).
Im vergangenen Jahr gewann Mirco Geisler (links) mit Eintracht Stadtallendorf das Kreispokalfinale 2019/20 gegen den SV Bauerbach mit Salomon Becher (rechts). Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Nicht nur für viele Amateurkicker, auch für zahlreiche Vereinsverantwortliche und Fußball-Interessierte ist es eine traurige Nachricht: Am Samstag beschloss der Vorstand des Hessischen Fußball-Verbandes (HFV), den Abbruch und die Annullierung der seit Ende Oktober wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison auf den Weg zu bringen – der nun im Umlaufverfahren herbeizuführende Beschluss gilt als Formalie.

Offen ist nach der Sitzung der Verbands-Offiziellen nicht nur, wie es in jenen Ligen weitergeht, die Schnittstellen zu den dem HFV übergeordneten Spielklassen bilden, wie etwa die Hessenliga. Der Vorstand ließ bei seinem Beschluss auch die Pokalwettbewerbe außen vor, sie sind nicht vom Abbruch und der Annullierung betroffen. Geht es nach den heimischen Fußballwarten, sollen sowohl im Kreis Marburg als auch im Kreis Biedenkopf Sieger der Kreispokalsaison 2020 / 21 ermittelt werden – wenn nötig erst in der nächsten Spielzeit.

Im Hinterland dürfte es sich etwas leichter gestalten. Denn während dort noch die Halbfinals FSV Buchenau – SC Gladenbach und SG Wommelshausen / Dernbach – VfL Biedenkopf sowie das Finale gespielt werden müssen, steht im Kreis Marburg noch die Austragung des Viertelfinales an. „Alle Kreise haben den Wunsch, den Pokal zu Ende zu spielen – und dies sollte auch möglich sein, denn der Wettbewerb muss ja nicht zum 30. Juni abgeschlossen sein. Im vergangenen Jahr wurden auch noch Spiele von der vorigen Pokalsaison im August ausgetragen. Wir sind diesbezüglich sehr zuversichtlich“, sagt Biedenkopfs Kreisfußballwart Diether Achenbach.

Marburgs Kreisfußballwart Peter Schmidt macht klar, dass der Kreispokal nun nicht so geplant werde, „dass er gegenüber allem Vorrang hat“. Doch sobald wieder Training möglich ist und „eine neue Spielrunde in Angriff genommen werden kann“, so Schmidt, „schauen wir, wie wir den Kreispokal unterbekommen“. Auch Schmidt verweist darauf, dass die Partien ja noch nach dem offiziellen Rundenabschluss am 30. Juni ausgetragen werden könnten.

Wie Achenbach gegenüber der OP bestätigte, beschäftigte sich der Verbandsvorstand in seiner Videoschalte nicht nur mit der Spielzeit 2020/21, sondern auch schon damit, wann es mit der kommenden Saison losgehen könnte. Viele Vereinsvertreter hatten – auch aufgrund der pandemischen Erfahrungen im Vorjahr – zuvor den Wunsch geäußert, mit der neuen Runde möglichst früh zu starten. „Angedacht“, so Achenbach, sei es tatsächlich, „früher in die Runde zu gehen“ – sofern es die Infektionslage erlaube. Doch wie „früh“ genau? „Ich könnte mir vorstellen, am 17./18. Juli loszulegen“, sagt Achenbach, „aber aufgrund der derzeit hessenweit steigenden Inzidenz ist es extrem schwierig, diesbezüglich eine Prognose abzugeben.“

Peter Schmidt vermutet, „dass wir bestimmt noch zweieinhalb, drei Monate pausieren müssen, bis sich die Lage normalisiert und bis viele Menschen geimpft sind“. Sobald die Infektionszahlen wieder auf niedrigerem Niveau sind und Sportbetrieb wieder möglich ist, sei ein früherer Saisonstart durchaus eine Alternative. „Vielleicht wäre es möglich, in der dritten oder vierten Juli-Woche mit dem Punktspielbetrieb zu starten. Das wäre ein Wunschtraum“, sagt Schmidt.

Von Marcello Di Cicco

31.03.2021
31.03.2021