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Lokalsport SF-BG-Frauen wollen oben mitspielen
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17:00 02.09.2021
Kira Luisa Simon in einem Spiel gegen die SG Bornheim. Am Samstag beginnt für die SF BG Marburg die neue Hessenliga-Saison mit einem Auswärtsspiel in Großenenglis.
Kira Luisa Simon in einem Spiel gegen die SG Bornheim. Am Samstag beginnt für die SF BG Marburg die neue Hessenliga-Saison mit einem Auswärtsspiel in Großenenglis. Quelle: Archivfoto: Melanie Weiershäuser
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Marburg

Die Amateurfußball-Saison bei den Männern läuft bereits seit mehreren Wochen. An diesem Wochenende geht es auch für viele Frauenteams los – darunter die Sportfreunde Blau-Gelb Marburg in der Hessenliga.

Der Rückblick: Drei Siege, ein Unentschieden, drei Niederlage, Platz sechs in einer Liga mit 13 Teams – so standen die „Sportfreundinnen“ da, als die Vorsaison in der Hessenliga zunächst unter- und später abgebrochen wurde.

Die Veränderungen: Volker Münn ist nicht mehr da, Christoph Bender hat ihn beerbt. Ex-Bundesliga-Profi Münn hatte sich für die Rückkehr in den Männerbereich entschieden, hat dort zur laufenden Saison Verbandsligist FC TuBa Pohlheim übernommen – eine Zusammenarbeit, die bereits wieder beendet wurde (die OP berichtete). Sein Nachfolger bei den Blau-Gelben ist der 26-jährige Bender, der trotz seines jungen Alters bereits Erfahrung mitbringt: In Berlin, wo er zuletzt gelebt und studiert hatte, war er Co-Trainer der Regionalliga-Frauen des FC Viktoria. Inzwischen wohnt er in Oberursel im Taunus, pendelt regelmäßig nach Marburg, macht das gern, denn: „Ich möchte im leistungsorientierten Bereich arbeiten. Das kann ich hier.“ Der Kontakt zum Verein, berichtet der Coach, kam über eine Trainerbörse im Internet zustande.

In Theresa Goy hat der Verein aus beruflichen Gründen eine Spielerin verloren, die in der Vergangenheit sowohl schon als Stürmerin fürs Tore schießen als auch als Schlussfrau fürs Verhindern zuständig war. Auch Selena Botthof hat Marburg verlassen, sie spielt nun beim SC Opel Rüsselsheim. In Anouk Hoffmann und Antonia Hoffmann sind zwei Talente aus der eigenen Jugend in den Hessenliga-Kader aufgerückt. Katharina Döll (gekommen vom SC Dortelweil) soll die Abwehr verstärken, Hanna Posledni (MFF Wiesbaden) im zentralen Mittelfeld agieren, Leoni Dörfel (SV Friedrich) und Theresa Halder (1. FC Saarbrücken II) für Torgefahr sorgen.

Die Taktik: Er spiele gern offensiv, erklärt Bender, präferiert ein 3-5-2-System. „Ich bin aber darauf nicht festgelegt. Wir bleiben variabel, je nachdem wie der Gegner agiert.“

Das Ziel: Das Marburger Team will oben mitspielen. „Unter die ersten Drei kommen“, ist im OP-Vereinssteckbrief notiert worden. „Das unterschreibe ich“, sagt Bender, der das Team „in der Breite gut besetzt“ sieht. Stärken seien die Defensive und das Mittelfeld. „Im Angriff fehlt uns noch eine Knipserin“, sagt er, fordert damit aber nicht unbedingt Verstärkung, hofft vielmehr, dass sich die aktuellen Offensivspielerinnen entwickeln, ihre Chancen besser verwerten. Dreimal die Woche wird trainiert.

Topteams aus zwei Staffeln spielen um den Aufstieg

Zunächst geht es darum, in der nur sechs Teams umfassenden Gruppe 1 der Hessenliga Erster, Zweiter oder Dritter zu werden, um die Meisterrunde zu erreichen. In der geht es dann im Frühjahr um den Titel und den Aufstieg in die Regionalliga – das Marburger Team will dann im Rennen um den Sprung in die dritthöchste Klasse dabei sein.

Los geht es am Samstag um 17 Uhr mit einem Gastspiel beim TuS Großenenglis. Die erste Partie auf eigenem Platz ist nach zwei weiteren Auswärtsspielen erst für den 25. September vorgesehen, dann kommt Hessen Kassel an den Zwetschenweg. Im Hessenpokal hat das Team indes bereits ein Spiel bestritten – und nach Anlaufschwierigkeiten und torloser erster Hälfte letztlich souverän mit 3:0 beim Kasseler Gruppenligisten TSG Wilhelmshöhe gewonnen.

Und sonst? Der neue Trainer hat nicht nur in Berlin Erfahrung gesammelt, sondern auch in China: Von Juni 2018 bis Januar 2019 war er ein gutes halbes Jahr im Reich der Mitte, vermittelt von der Agentur des früheren Bundesliga-Torhüters Thomas Ernst. In der Riesenmetropole Guangzhou trainierte er mehrere Mädchenmannschaften – für Bender eine „bombenmäßige Erfahrung“.

Von Stefan Weisbrod