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Lokalsport Stadtallendorfer träumen von Regionalliga und DFB-Pokal
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14:59 23.11.2021
Will mit Eintracht Stadtallendorf „das Maximum“ erreichen: Timo Cecen (rechts, hier im Hessenliga-Spiel gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz um Moritz Reinhardt).
Will mit Eintracht Stadtallendorf „das Maximum“ erreichen: Timo Cecen (rechts, hier im Hessenliga-Spiel gegen die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz um Moritz Reinhardt). Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Nach dem 4:0-Sieg über die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz herrschte in Reihen der Stadtallendorfer Eintracht natürlich Euphorie. Gerade war der Topfavorit auf die Hessenliga-Meisterschaft, auf den Aufstieg in die Regionalliga Südwest zum zweiten Mal deutlich geschlagen worden. Muhamet Arifi musste direkt nach Spielschluss etwas loswerden: „Ich habe doch gesagt, wenn wir unsere Leistung abrufen, gewinnen wir jedes Spiel, auch gegen Barockstadt.“ Hatte er tatsächlich. Im Hinspiel in Fulda hatte der TSV Eintracht mit 3:0 gesiegt, entschied nun auch das Rückspiel mit 4:0 für sich – beeindruckend. Und eine klare Ansage: Mit den Stadtallendorfern ist zu rechnen!

Andererseits sind diese beiden Siege aber auch dringend notwendig gewesen, wie ein Blick auf die (noch) imaginäre Aufstiegsrunden-Tabelle zeigt. Sollten nämlich aus Gruppe A neben Fulda-Lehnerz, Stadtallendorf und dem 1. FC Erlensee tatsächlich auch Bayern Alzenau und der FSV Fernwald die Qualifikation schaffen, ist die Eintracht nur aufgrund der sechs Zähler aus den Barockstadt-Spielen oben dabei. Warum? Weil ansonsten lediglich gegen Fernwald ein Heimsieg gelang, ein weiterer Punkt auswärts beim FSV geholt und zudem jeweils remis in Erlensee und gegen Alzenau gespielt wurde. Beim FC Bayern gibt es am kommenden Wochenende noch die Chance, drei weitere Zähler aufs Konto zu packen. Arifi ärgert sich über so manchen Punktverlust: „Wir könnten auf jeden Fall schon mehr haben. Leider haben wir ab und zu diese Ausrutscher.“

„Wir werden sehen, was dabei herauskommt“

Trainer Dragan Sicaja widerspricht nicht, rechnet damit, dass sein Team „neben vier, fünf anderen“ um den Aufstieg mitspielen wird. „Wir werden sehen, was dabei herauskommt.“ Etwas forscher äußert sich Arifi: „Ich spiele lieber in Offenbach als auf Sportplätzen in Osthessen“ – ergo: lieber in der Regionalliga als in der Hessenliga. Drei Spielzeiten hat der 30-Jährige mit der Eintracht schon in der vierthöchsten Spielklasse verbracht. Mannschaftskollege Timo Cecen ist zwar neu in Stadtallendorf, hat aber bereits Drittliga-Erfahrung. „Ich bin so ehrgeizig, dass ich immer das Maximum erreichen möchte“, sagt der Kreativspieler, der am Samstag an allen Toren beteiligt war, das letzte selbst erzielte. Also mit seinem Team in die Regionalliga? „Wenn wir das schaffen, wäre das überragend. Ich bin davon überzeugt, dass wir es schaffen können.“

Und dann gibt es da noch einen anderen Wettbewerb: Am heutigen Dienstag steht das Drittrunden-Spiel im Hessenpokal bei SV Steinbach auf dem Programm. Bei den Osthessen, in der Liga zweimal bezwungen, soll der Einzug ins Achtelfinale gelingen. „Wir wollen weiterkommen“, sagt Sicaja, wird dabei voraussichtlich auf manchen Akteur aus der zweiten Reihe setzen: „Es gibt den ein oder anderen, der mal eine Pause gebrauchen könnte.“

Für Cecen hat der Wettbewerb einen „hohen Stellenwert“, denn: „Da musst du nicht so viele Spiele gewinnen, um in den DFB-Pokal zu kommen.“ Tatsächlich wären es noch vier weitere – und Drittligist SV Wehen Wiesbaden, auf dem Papier der große Favorit, ist schon ausgeschieden. Der 27-Jährige war schon zweimal im nationalen Pokal dabei: 2015 sah er von der Bank aus eine 0:2-Niederlage seines Chemnitzer FC gegen Borussia Dortmund, 2016 stand er für den FC Homburg bei einem 0:3 gegen den VfB Stuttgart auf dem Platz.

Sicaja mahnt, bis dahin sei es noch ein langer Weg. Das Träumen will er aber ausdrücklich niemandem verbieten. Auf die Frage, ob es nicht eine tolle Sache wäre, mal mit dem TSV Eintracht im DFB-Pokal zu spielen, antwortet der Coach mit nur einem Wort: „Natürlich“.

Von Stefan Weisbrod