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Lokalsport Biedenkopf hofft auf Coup gegen Hessen Kassel
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19:37 10.11.2021
Für Dennis Rakowski (rechts, hier im Hessenpokal gegen Bauerbachs Felix Hartmann Pfeffer) und den VfL Biedenkopf steht in der dritten Runde ein echtes Schmankerl im Spielplan. Die Schlossstädter empfangen den Traditionsclub Hessen Kassel.
Für Dennis Rakowski (rechts, hier im Hessenpokal gegen Bauerbachs Felix Hartmann Pfeffer) und den VfL Biedenkopf steht in der dritten Runde ein echtes Schmankerl im Spielplan. Die Schlossstädter empfangen den Traditionsclub Hessen Kassel. Quelle: Thorsten Richter
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Biedenkopf

Ob eine Oldie-Mannschaft von Borussia Dortmund 1997 oder die erste Garde des Hamburger SV in den 1970er-Jahren – die ganz großen deutschen Fußballvereine gaben in der Vergangenheit schon ihre Visitenkarte in Biedenkopf ab. Und doch ist das anstehende Hessenpokalspiel „schon ein Highlight“, sagt Karsten Plitt, seit sechs Jahren Vorsitzender des VfL Biedenkopf.

Nach einem 3:1-Sieg zum Pokalauftakt gegen den klassenhöheren SV Bauerbach und einem 4:2-Sieg in der zweiten Runde gegen die SG Kleinalmerode bekommt es die Mannschaft von Trainer Vladimir Kovacevic am kommenden Mittwoch (18.30 Uhr) auf dem Kunstrasenplatz am heimischen Obermühlsweg in der dritten Runde mit dem Regionalligisten Hessen Kassel zu tun – einem Traditionsverein, der bereits zweimal (1961 und 2015) den Hessenpokal gewann, schon achtmal im Finale des K.-o.-Wettbewerbs stand und ruhmreiche Zeiten hinter sich hat.

Zwei Marburger bei Hessen Kassel

In den 1980er-Jahren spielten die „Löwen“ sechs Spielzeiten in Folge in der bereits eingleisigen 2. Bundesliga, scheiterten teilweise tragisch am Aufstieg ins deutsche Oberhaus. Und nun? Muss die Mannschaft um die gebürtigen Marburger Jascha Döringer und Hendrik Starostzik die Hürde VfL Biedenkopf nehmen, um auf dem Weg zum Fernziel DFB-Pokal nicht vom Kurs abzukommen.

„Seien wir ehrlich“, sagt Kovacevic, „wenn Kassel das Spiel mit einer normalen Einstellung und Besetzung angeht, ist da für uns nichts zu machen. Man kann nur hoffen, dass der Gegner ohne Laune zu uns kommt, vielleicht etwas ausprobieren will.“ Die Partie sollten Spieler und Fans vielmehr genießen, „für die Außendarstellung des Vereins ist so eine Partie top“.

Das weiß auch Plitt, der mit 600 bis 800 Zuschauern rechnet, 1 000 Eintrittskarten wurden gedruckt. Nicht nur wegen Corona, sondern auch, weil unter der Woche gespielt wird, viele Zuschauende also am Folgetag wieder arbeiten müssen, sollte dieses Kontingent reichen, meint der 43-Jährige. „Wichtig ist zunächst einmal, dass wir zu Hause spielen dürfen“, freut sich Plitt, sieht im KSV einen „attraktiven Gegner“ – und hofft auf die große sportliche Überraschung, „auch wenn Kassel drei Klassen höher spielt“. Kampflos werde man sich nicht ergeben, macht Plitt klar – bei Kovacevic klingt die vorsichtige Kampfansage in Richtung der Nordhessen, die er am Wochenende noch mal bei einer persönlichen Spielbeobachtung unter die Lupe nehmen will, ähnlich: „Wir werden laufen wie die Hasen“, verspricht er. Dennoch sei das nächste Ligaspiel gegen den MTV Gießen das wichtigere. Kein Wunder, denn der VfL kämpft nach gut einem Drittel der Saison als Zweiter um den Aufstieg in die Verbandsliga Mitte mit, während die Kasseler als Tabellenachter der Südweststaffel bereits 14 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter SSV Ulm haben.

Kovacevic stand bereits im Hessenpokalfinale

Vor allem, lässt Plitt durchblicken, wollen die Biedenkopfer ein guter Gastgeber sein. Auch wenn die Polizeipräsenz wegen möglicher „Problemfans“ aus Reihen des KSV etwas größer sein dürfte als sonst – im Anschluss an die Partie lädt der VfL den Gegner wieder zum gemeinsamen Essen ein. „So haben wir es auch schon gegen Kleinalmerode gemacht“, verrät Plitt, der auf „ein tolles Spiel“ hofft.

Ein kleines Ass hat der VfL übrigens im Ärmel: In Kovacevic stand der Trainer der Schlossstädter bereits im Finale des Hessenpokals. In der Saison 2011/12 verlor er – damals als Co-Trainer – mit dem FC Ederbergland im Stadion am Bieberer Berg gegen die Offenbacher Kickers mit 0:6. „Das war klasse“, sagt Kovacevic angesichts der Tatsache, dass es der FCE damals überhaupt so weit geschafft hatte. Würde dies dem VfL Biedenkopf gelingen – es wäre ein mindestens genauso großes Fußball-Märchen.

Tickets für das Hessenpokalspiel kosten 8 Euro im Vorverkauf und sind erhältlich bei der Wüstenrot Verkaufsleitung Reh (Marktplatz 4-5 in Biedenkopf).

Von Marcello Di Cicco