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Lokalsport VfB Marburg hinkt eigenen Ansprüchen hinterher
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13:00 05.11.2021
Robin Traut (links, hier gegen Jonas-Elias Hofmann von den SF BG Marburg) ist einer der beiden Langzeitverletzten des VfB Marburg.
Robin Traut (links, hier gegen Jonas-Elias Hofmann von den SF BG Marburg) ist einer der beiden Langzeitverletzten des VfB Marburg. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Nein, zufrieden mit der sportlichen Entwicklung ist man an der Gisselberger Straße nicht. Wie auch? Mit einer hohen Erwartungshaltung ist der VfB Marburg in die neue Spielzeit der Fußball-Verbandsliga Mitte gestartet, wollte um den Aufstieg mitspielen, den Klassensprung in die Hessenliga schaffen. Nach einem wackeligen Start klopften die „Schimmelreiter“ kurzzeitig bei der Spitzengruppe an. Nach zuletzt vier Niederlagen in Folge versinkt der VfB aber im Mittelmaß, hat als Tabellensiebter nach zwölf Spielen bereits genauso viele Punkte Rückstand auf das Spitzentrio TSV Steinbach II (30), FC Ederbergland (29) und SV Niedernhausen (28).

„Ich will die Sache nicht schönreden“, sagt Trainer Steffen Rechner im Gespräch mit der OP, „betrachtet man nur die Ergebnisse, stecken wir in der Krise.“ Der Coach betont aber zugleich: „Die Mannschaft ist intakt, kämpft, ist ehrgeizig – allerdings verunsichert.“ Optimistisch stimmt Rechner, dass die Leistung zuletzt gestimmt habe, es hätten nur „ein paar Prozent“ gefehlt. Marburgs Sportlicher Leiter Hartmut Drescher macht zudem eine fehlende Balance aus. „Wir haben eine Ballbesitz-Überlegenheit, jedoch Probleme im Torabschluss – und bekommen dann Gegentore, die vermeidbar sind.“ Zu mehr Defensivstabilität müsse das Team gelangen. „Nach vorne sind wir immer in der Lage, etwas zu bewegen“, meint Drescher – wohlwissend, dass zuletzt einige Ausfälle wehtaten. Robin Traut (Sehnenentzündung) fällt bis zur Winterpause aus, Michael Xenokalakis als zweiter langzeitverletzter Mittelfeldspieler laboriert an einem Muskelbänderriss. In Torgarant Manuel Brehm und Co-Spielertrainer Dominik Völk fehlten zuletzt weitere Stützen. Auf Dauer, so Drescher, schafften es die jungen Spieler nicht, dies zu kompensieren. Allerdings: „Unser breiter Kader kann Ausfälle auffangen – gleichwohl handelt es sich bei diesen Spielern um Leistungsträger“, gibt Rechner zu bedenken. Zur Disposition steht der Trainer, der zu seiner aktiven Zeit viele Jahre für den VfB spielte, jedoch nicht. „Solche Überlegungen gibt es nicht. Wir sind eine Gemeinschaft“, unterstreicht Drescher. Auch Rechner sieht Rückhalt bei Spielern und Verantwortlichen für seine Arbeit. „Ich arbeite eng mit Hartmut Drescher zusammen. Unser Ziel ist es, die Mannschaft weiterzuentwickeln. Außerdem ist es ja nicht so, dass wir nach einem Rückstand auseinanderfallen“, sagt der Übungsleiter, dessen Elf bei den vier jüngsten Niederlagen dreimal mit nur einem Treffer Unterschied verlor.

Gegen Walluf soll die Trendwende her

Der Sportliche Leiter weiß aber wie Rechner, dass das Thema Aufstieg derzeit weit entfernt ist. „Zwölf Punkte Rückstand sind eine Menge Holz“, sagt Drescher mit Blick aufs Tableau. Zunächst gelte es, „den Sinn für die wichtigen Dinge zu verschärfen“. Und dann, so Rechner, „es gemeinsam da raus zu schaffen“.

Die Trendwende würden Verantwortliche und Team am liebsten an diesem Sonntag (14.30 Uhr) einleiten, dann gastieren die Marburger beim Tabellenzehnten Walluf, der nur einen Punkt weniger auf der Habenseite hat. Rechner: „Wir wollen den Negativlauf gegen Walluf mit aller Macht umdrehen und aus den restlichen fünf Spiele vor der Winterpause möglichst den vollen Ertrag.“ Sollte dem VfB Marburg dies gelingen, könnte es noch etwas werden mit dem fröhlichen Weihnachtsfest an der Gisselberger Straße.

Von Marcello Di Cicco