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Lokalsport Michelbach bezwingt dezimierte Gladenbacher
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15:00 28.03.2022
Michelbachs Florent Raishtaj (links) kontrolliert den Ball gegen Gladenbachs Yannik Veith.
Michelbachs Florent Raishtaj (links) kontrolliert den Ball gegen Gladenbachs Yannik Veith. Quelle: Tobias Hirsch
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Michelbach

Mehr als eine Handvoll Spieler fehlten dem SC Gladenbach zuletzt, darunter zahlreiche Leistungsträger. Der Grund: Corona. Die Möglichkeiten, etwas dagegen zu unternehmen: gering. Anders die Situation beim TSV Michelbach, der laut Trainer Kai Ranke „ein bisschen verschont geblieben“ ist und so eine ordentliche Vorbereitung absolvieren konnte. Die Pandemie spielt nach wie vor auch im hiesigen Fußball eine Rolle und kann jeden Verein erwischen.

Zum Auftakt in die Abstiegsrunde der Fußball-Kreisoberliga Nord trafen nun beide Vereine aufeinander – mit besserem Ende für Michelbach, das auf heimischem Geläuf verdient mit 5:3 gewann. Gladenbachs Trainer Nils Waldschmidt war sich dem personellen Engpass bewusst, wollte die Niederlage nach dem Spiel aber „niemals darauf schieben“. Entscheidend seien stattdessen vereinzelte Unaufmerksamkeiten gewesen: „Wir dürfen uns diese blöden Fehler nicht erlauben. Von den fünf Gegentoren sind mindestens vier einfach vermeidbar und aus Fehlern von uns entstanden.“

Dennoch gingen die Gäste sogar durch Flügelflitzer Jonathan Barth in Führung (7.). Wie in der Hinrunde – als Michelbach aus einem 0:1 ein 2:1 machte – kam der TSV aber zurück. Zunächst veredelte Florent Raishtaj eine einstudierte Freistoßvariante (17.), ehe Arlind Dulla eine Hereingabe Raishtajs nur noch einschieben musste. Doch der SCG war ebenfalls um eine Antwort bemüht und erzielte in Person von Marco Schott nach 37 Minuten das zu dem Zeitpunkt schmeichelhafte 2:2, mit dem es auch in die Pause ging. „In der Halbzeit habe ich gesagt, dass wir eigentlich gut gespielt haben, die Partie im Griff hatten und weiterhin Geduld haben müssen, weil wir auch wussten, dass der Gegner wegen der Corona-Fälle nicht so fit war“, bilanzierte Ranke.

Und tatsächlich schien der GSC in der zweiten Hälfte zunächst nicht mehr das Tempo des TSV mitgehen zu können. Binnen 13 Minuten erhöhte Michelbach durch Raishtaj (53., FEM), Ahmet Ural (63.) und Dulla (66.) auf 5:2 und stellte die Weichen auf Sieg. Die Gäste gaben sich aber nicht auf, verkürzten durch Maxim Usinger (75.) und schnupperten sogar noch am vierten Treffer (77., 83.). „Sollten wir das vierte Tor machen, kommen wir in ein Spiel zurück, in das wir eigentlich nie wieder zurückkommen dürfen“, gestand Waldschmidt ein. Allerdings hatte auch Raishtaj seinen dritten Treffer auf dem Fuß, vergab aber regelmäßig aus guten Positionen. „Florent muss ich wegen der ganzen Chancen noch die Ohren lang ziehen“, sagte Ranke schmunzelnd.

So stand ein im Endeffekt hochverdienter Sieg für die Michelbacher, den auch Waldschmidt als solchen anerkannte. Dennoch machte sich der Trainer nach dem Spiel weiter Gedanken um den Faktor Corona.

„In die Situation werden viele Mannschaften kommen. Ich möchte zwar nicht von Glück reden, denn wenn man zwei oder drei Spieltage vor Schluss noch um den Abstieg spielen sollte, hat man es auch verdient, aber es ist ein großer Faktor, der nicht berechenbar ist.“

Von Yann Ruppersberg