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Lokalsport Beim TSV Kirchhain glimmt der Funke Hoffnung
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11:00 12.11.2021
Stehen vor einer schwierigen Restsaison: Spielertrainer Thomas Porabka (links) und Torwart Sebastian Stei vom TSV Kirchhain (hier gegen Großseelheims Maximilian Schüler).
Stehen vor einer schwierigen Restsaison: Spielertrainer Thomas Porabka (links) und Torwart Sebastian Stei vom TSV Kirchhain (hier gegen Großseelheims Maximilian Schüler). Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Kirchhain

In den vergangenen 20 Jahren spielte der TSV Kirchhain überwiegend in der Gruppenliga Gießen/Marburg, mindestens aber in der Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord – so wie in dieser Spielzeit. In der Saison 2008/09 gelang dem Verein aus der Ohmstadt zuletzt ein einjähriger Ausflug in die Verbandsliga Mitte. Lange ist’s her. „Klar erzählen gerade die älteren Zuschauer bei unseren Spielen von diesen Zeiten“, gesteht Kirchhains Spielertrainer Thomas Porabka.

Viele Ausfälle bringen die Kirchhainer unter Druck

Für den 32-Jährigen, der – mit Unterbrechung – seit zehn Jahren für die Kirchhainer aktiv ist, und seine Mitstreiter ist die zweithöchste hessische Spielklasse jedoch in weiter Entfernung. Für den TSV geht es in dieser Saison vielmehr ums nackte Überleben, darum, am Ende der Saison nicht den Gang in die Kreisliga A antreten zu müssen. Es dürfte ein schwieriges Unterfangen werden.

Denn nur einen Punkt hat der TSV auf der Habenseite, die Mannschaften ab dem drittletzten Tabellenplatz sind teilweise schon weit enteilt. Dennoch sagt Porabka: „Wir haben uns absolut nicht aufgegeben, sind ein verschworener Haufen.“ Die Hoffnung stirbt zuletzt – auch beim TSV Kirchhain, der in der nach der Winterpause beginnenden Abstiegsrunde noch das schier Unmögliche möglich machen will.

Dass der TSV in diese sportlich schwierige Situation geraten ist, hat viele Gründe, meint Porabka – angefangen mit einem personellen Umbruch vor der Saison. „Wir haben viele junge Spieler, die sich erst ans Kreisoberliga-Niveau gewöhnen müssen“, sagt der Coach, der sich eigentlich stärker auf seine Aufgaben an der Seitenlinie konzentrieren wollte, schon früh in der Runde aber selbst wieder die Schuhe schnüren musste, weil personell der Schuh drückte und dies noch immer so ist – ein zweites großes Problem. Der TSV beklagt viele Ausfälle, die nur schwer bis gar nicht zu ersetzen sind. „Wir haben nicht einmal mit derselben Startelf gespielt“, beklagt Porabka. Zuletzt musste der TSV die Partie in Cappel sogar kampflos absagen – „wir hatten keine Leute“, erzählt der Trainer.

In Nils Drescher (Bänderriss im Sprunggelenk), Lucas Kömpf (Zerrung) und Felix Merte (Augen-Operation), dem „vom Potenzial her besten Spieler“, findet Porabka, fielen und fallen wichtige Akteure aus, weitere kamen hinzu. Es war alles andere als ein leichter Neuaufbau für den Übungsleiter, der vor allem eine Hoffnung hat: „Dass alle bis nach der Winterpause fit werden.“ Denn den Klassenerhalt, so Porabka, hatte der Verein als Saisonziel ausgegeben. „Was das Niveau des Kaders angeht, ist dies durchaus zu schaffen“, meint der Spielertrainer.

Um die „Mission Impossible“ noch zu einem erfolgreichen Ende zu bringen, plant Porabka eine längere Vorbereitungszeit im Winter ein. „Eventuell gelingt es uns ja auch noch, ein, zwei Zugänge zu bekommen, die Erfahrung mitbringen“, hofft der Übungsleiter. Noch ist schließlich nichts verloren.

Von Marcello Di Cicco