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Von Stammkräften bis zu Bankdrückern
Von Stammkräften bis zu Bankdrückern
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12:00 01.01.2022
War elf Jahre beim TSV Eintracht: Kevin Vidakovics, hier bei der Übergabe der Hessenliga-Meisterschale 2020 durch Verbandsfußballwart Jürgen Radeck.
War elf Jahre beim TSV Eintracht: Kevin Vidakovics, hier bei der Übergabe der Hessenliga-Meisterschale 2020 durch Verbandsfußballwart Jürgen Radeck. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Es läuft gut für den TSV Eintracht. Die Stadtallendorfer Hessenliga-Fußballer haben nicht nur souverän die Qualifikation für die Aufstiegsrunde der Hessenliga geschafft, sie gehen nach den Ergebnissen aus Gruppe A als Tabellenführer ins neue Kalenderjahr, haben gute Aussichten, die direkte Rückkehr in die Regionalliga Südwest zu schaffen. Zu rechnen war damit vor dem Beginn der Saison nicht unbedingt: Der personelle Umbruch fiel für Stadtallendorfer Verhältnisse sehr groß aus, einige Leistungsträger verabschiedeten sich, darunter der langjährige Kapitän.

Immerhin noch einmal kam Kevin Vidakovics in der vergangenen Saison zum Einsatz, erzielte gegen den FC Gießen dann auch ein Tor. Der Abschied des Breidenbachers nach elf Jahren in Stadtallendorf stand da bereits fest. Wohl kein anderer Spieler war so sehr das Gesicht des Vereins wie der Verteidiger. „Natürlich“ verfolge er die Eintracht weiterhin, sagt er im Gespräch mit der OP, drückt die Daumen. Auch selbst will er aufsteigen – mit dem FC Ederbergland aus der Verbands- in die Hessenliga. Derzeit ist das Team Zweiter mit fünf Punkten Rückstand. „Wenn wir unsere Chance bekommen, wollen wir sie nutzen.“

Vidakovics aktuell noch nicht bei voller Leistungsfähigkeit

Beim Club aus Allendorf und Battenberg ist er Stammkraft, trägt er die Kapitänsbinde. Bei 100 Prozent sieht er sich nach dem Kreuzbandriss, der ihn beinahe die komplette Vorsaison außer Gefecht setzte, aber noch nicht, zumal das lädierte Knie hin und wieder noch Probleme macht, bei Belastung dick wird. Er sei „froh über jede Minute, die ich auf dem Platz stehen kann“.

Jascha Döringer ist nach dem Stadtallendorfer Abstieg in der Regionalliga geblieben. In allen 22 Saisonspielen kam er für Hessen Kassel zum Einsatz, wenn auch nur einmal vom Anpfiff bis zum Abpfiff. „Die mir entgegengebrachte Wertschätzung ist besonders“, sagte er im November. Aktuell ist der 25-jährige Offensiv-Allrounder aus Cappel, der sechs Jahre bei der Eintracht aktiv war, mit dem KSV auf bestem Weg, den Klassenerhalt zu erreichen.

Schwieriger dürfte das Unterfangen für den FC Gießen werden, wenngleich noch alle Chancen vorhanden sind. Kristian Gaudermann ist regelmäßig gefragt, wenn auch nicht immer von Beginn an. Im Herbst verpasste der 26-jährige Rechtsverteidiger, der fünf Jahre in Stadtallendorf gespielt hatte und in der vergangenen Saison meist Kapitän war, verletzungsbedingt einige Spiele. Der 19-jährige Innenverteidiger Ben-Luca Fisher war nach einem Jahr bei der Eintracht weitergezogen. Für den FC Gießen stand er acht Mal von Beginn an auf dem Feld, sechs weitere Male wurde er eingewechselt.

Die persönliche Bilanz von Laurin Vogt bei Rot-Weiß Walldorf fällt positiv aus: In 19 von 20 Spielen in Gruppe B der Hessenliga stand er auf dem Feld, in der Regel über die gesamte Dauer. Sieben Tore erzielte der 28-jährige Offensivspieler, der sich im Sommer nach sieben Jahren beim TSV Eintracht aus beruflichen Gründen in Richtung Südhessen verabschiedet hatte. Am Ende der Qualifikation stand jedoch die große Enttäuschung, verpassten die Walldorfer durch eine 1:2-Niederlage gegen Hessen Dreieich die Teilnahme an der Aufstiegsrunde – und Vogt persönlich damit ein Wiedersehen mit seinem Ex-Club.

Abramowicz bislang nur im polnischen Pokal eingesetzt

Der FSV Fernwald hat die Qualifikation in Gruppe A hingegen geschafft. Yannis Grönke hatte es in anderthalb Jahren in Stadtallendorf selten in die erste Elf geschafft, auch beim Club aus dem Kreis Gießen ist der Linksverteidiger kein Stammspieler. Bislang kam der 20-Jährige aber in der Mehrzahl der Hessenliga-Spiele zum Einsatz, wenn auch nur vier Mal über 90 Minuten. Seit September ist auch brasilianische Torhüter João Borgert beim FSV Fernwald aktiv. Nach seiner Verpflichtung stand der seit wenigen Wochen 21-Jährige regelmäßig zwischen den Pfosten, zuletzt kam er hingegen nicht mehr zum Zug.

In der Vorsaison machte Mateusz Abramowicz in der Regionalliga den Großteil der Spiele. Der Pole ist in seine Heimat zurückgekehrt, wurde von Zweitligist Miedz Legnica verpflichtet. Allerdings wartet der 28-Jährige dort noch auf seine Chance in der Liga, saß bislang bei allen Partien auf der Bank. Im nationalen Pokal bestritt er hingegen beide Partien seiner Mannschaft über die volle Distanz.

Ibrahim Mirza Aral verließ seine Heimatstadt Stadtallendorf im Sommer nach einem Jahr wieder, heuerte beim türkischen Zweitligisten Ankara Keciörengücü an. Bislang stehen nur zwei kurze Einsätze in der Liga und ein etwas längerer im Pokal zu Buche. Er wolle „erst mal Fuß fassen“, sagte der 21-jährige Mittelfeldspieler im November gegenüber der OP. Und: „Mein Ziel ist es, mich hier durchzusetzen.“

Von Stefan Weisbrod