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Lokalsport SV Großseelheim im Dreikampf knapp vorn
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19:08 19.07.2020
Fast in allen Partien in der abgelaufenen Spielzeit, wie hier im Spitzenspiel gegen Amöneburg, jubelten die Großseelheimer. Quelle: Melanie Weiershäuser
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GROSSSEELHEIM

Ganze 0,02 Punkte sind es am Ende, die für den SV Großseelheim die Meisterschaft in der Fußball-Kreisliga A Marburg gebracht haben. 0,02 Punkte, die das Team nach Anwendung der Quotientenregel mehr vorzuweisen hat als der TSV Amöneburg. Zu verdanken haben die Grün-Weißen das natürlich ihren viele erfolgreich gestalteten Spielen – aber auch der Tatsache, dass sie bis zum Abbruch der Saison viele Spiele bestritten haben.

Die jüngsten elf Partien gewannen die Großseelheimer – wäre nur eine davon ausgefallen, hätte die Durchschnittspunktzahl nicht zum Titel gereicht. „Es hat sich für uns gelohnt, dass wir uns immer eine Möglichkeit suchen, um spielen zu können“, sagt der Spielausschussvorsitzende Uwe Klingelhöfer im Gespräch mit der OP. So fanden einzelne Heimspiele auf den Kunstrasenplätzen in Bauerbach und in Schröck statt. Der SVG bestritt insgesamt 19 Partien, die direkten Konkurrenten aus Amöneburg und Rauischholzhausen hingegen je nur 16.

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Dass die Meisterschaft trotz des engen Ausgangs – auch die Spielvereinigung Rauischholzhausen lag in der Endabrechnung nur 0,08 Punkte zurück – verdient ist, steht für Trainer Nils Steitz außer Frage: „Keiner weiß, wie die übrigen Spiele ausgegangen wären. Aber als die Saison unterbrochen wurde, standen wir zurecht ganz oben“, sagt er und macht das vor allem an den direkten Duellen mit den weiteren Meisterschaftsanwärtern fest: Gegen Amöneburg gewann sein Team einmal (das Rückspiel fand nicht mehr statt), gegen Rauischholzhausen zweimal.

Niederlagen kassierte der SVG in der Frühphase gegen Teams, die ansonsten nur selten gewannen: gegen die SG Salzböde-Lahn und den FSV Cappel II. „Da haben wir einfach nicht ansatzweise unser Leistungsvermögen abgerufen“, sagt Steitz. „Vielleicht war es gut so, weil dann alle gemerkt haben, dass es nur mit vollem Einsatz geht.“ Lediglich gegen den SV Mardorf gab es noch ein torloses Remis, die übrigen Spiele wurden gewonnen.

Bei elf der 16 Siege erzielte Großseelheim maximal drei Tore mehr als der Gegner – zurückzuführen auf Steitz’ Vorgaben: „Ich brauche kein Spektakel. Am liebsten ist es mir, wenn man 2:0 oder 3:0 führt und souverän zu Ende spielt.“ In acht Partien blieb die Mannschaft ohne Gegentor, insgesamt kassierte sie in ihren 19 Spielen nur 16 Treffer – ein „Verdienst aller“, wie der Coach betont: „Die Defensivarbeit beginnt bei den Stürmern. Das habe ich vom ersten Training an vermittelt und das haben alle gut umgesetzt.“

Für seine zweite Saison beim SVG hofft Steitz, der 2019 vom Hessenliga-Frauenteam der SF BG Marburg kam, nichts mit dem Abstiegskampf zutun zu bekommen. „Wir haben auf jeden Fall die Qualität, um in der Kreisoberliga mithalten zu können“, ist der 29-Jährige überzeugt und ergänzt: „Wäre schön, wenn wir Richtung obere Tabellenhälfte schielen könnten.“

Dritte Mannschaften gibt’s im Kreis selten

Mit gleich drei Mannschaften geht der SV Großseelheim in die Saison 2020/2021: in der Kreisoberliga, in der Kreisliga B Marburg I und in der gemeinsamen Reserveklasse der B-Ligen. Aktuell stellt nur ein weiterer Verein aus dem Landkreis Marburg-Biedenkopf ebenfalls eine „Dritte“: Der FV Wehrda III geht in sein zweites Jahr. In den vorherigen Jahren sind Drittvertretungen sehr selten gewesen – und haben nie lange bestanden: Die Spielgemeinschaft Niederweimar/Haddamshausen stellte nach ihrer Gründung 2009 eine dritte Mannschaft, die aber bereits 2010 nicht mehr gemeldet wurde. Eintracht Stadtallendorf bot in der Vergangenheit mehrfach eine Reserve der Reserve auf, zuletzt ab Sommer 2012. im Laufe der Saison 2013/2014 musste sie aber zurückgezogen werden und kam seitdem nicht mehr zurück. Der VfB Wetter zog die Saison 2016/2017 mit seiner „Dritten“ durch, trug sie anschließend aber nicht mehr im digitalen Mannschaftsmeldebogen ein.

Von Stefan Weisbrod

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