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Lokalsport SV Bauerbach holt Last-Minute-Remis im Derby
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13:00 02.05.2022
Erwies sich im Verbandsliga-Derby als sicherer Rückhalt: Bauerbachs neuer Keeper Sezgin Tökez (links), dem Mitspieler David Moreno (Mitte) gegen Marburgs Andreas Schoch den Rücken freihält.
Erwies sich im Verbandsliga-Derby als sicherer Rückhalt: Bauerbachs neuer Keeper Sezgin Tökez (links), dem Mitspieler David Moreno (Mitte) gegen Marburgs Andreas Schoch den Rücken freihält. Quelle: Thorsten Richter
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Marburg

Sezgin Tökez hatte gut lachen nach dem Marburger Fußball-Derby. In der Schlussminute krönte sein Mitspieler Elvis Funwi Shuakonwi per Kopfballtreffer die Aufholjagd des SV Bauerbach, besorgte dem SVB so im Prestigeduell der Verbandsliga Mitte gegen den VfB Marburg nach einem 0:2-Rückstand den 2:2-Endstand – und damit einen Punkt, der sich im Abstiegskampf noch als sehr wichtig erweisen könnte.

Für Tökez war der Last­-Minute-Ausgleich der emotionale Höhepunkt einer aufregenden Woche. „Eigentlich wollte ich bis Sommer trainieren und fit werden“, sagte der 31-Jährige, der sich im Dezember noch einer Knie-Operation unterzogen und in der Folge mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte. Vor einigen Tagen kam der Anruf aus Bauerbach, wo dringend ein Keeper gesucht wurde, weil Stammtorwart Manuel Bachmeier verletzungs- und krankheitsbedingt für den Rest der Saison ausfällt. Da auch Ersatztorhüter Steven Schmelter aus beruflichen und privaten Gründen nicht regelmäßig zur Verfügung steht, sah sich Bauerbachs Trainer Hendrik Lapp gezwungen zu handeln.

Sportfreunde beenden Negativserie

Nach sechs Niederlagen in Folge in der Verbandsliga Mitte haben die Sportfreunde Blau-Gelb Marburg in die Erfolgsspur zurückgefunden. Das Team vom Zwetschenweg gewann am Samstag mit 3:2 gegen Germania Schwanheim. Nach der Führung der Gast­geber durch Laurent Marius Kenne Wa (6.) drehte Sascha Huhn mit einem Doppelpack postwendend das Spiel (8., 11.), Maximilian Eidam legte nach (14.). Kotaro Nakajima gelang nur noch der Anschlusstreffer (51.).

Die für Sonntag (1. Mai) angesetzte Partie des FV Breidenbach beim SV Niedernhausen wurde wegen drei Corona-Fällen in der Mannschaft des FVB abgesagt.

„Ich habe bestimmt 15 bis 20 Torhüter versucht zu kontaktieren“, verriet Lapp, der schließlich beim VfL Biedenkopf fündig wurde. Von dort kam Tökez, der unter der Woche gegen den FV Biebrich (1:1) erstmals zwischen den Pfosten stand – als bereits sechster (!) Torwart in dieser Spielzeit beim SVB. „Er hilft uns jetzt immens“, sagte Lapp, dem Tökez’ erste beiden Verbandsliga-Auftritte „sehr gut“ gefielen.

Mit guten Paraden gegen Artur Besel (5.), den starken Philipp Stein (43., 70.) und Andreas Schoch (68.) sorgte Tökez dafür, dass ein ausgeglichenes Derby offen blieb, obwohl Nikola Novakov mit einem abgefälschten Flachschuss (28.) und Dominik Völk mit einem wuchtigen Kopfball nach einem Eckball (50.) für die 2:0-Führung der Gastgeber gesorgt hatten. Dass es die Platzherren verpassten, den dritten Treffer nachzulegen, „war der Fehler“, stellte VfB-Kapitän Besel fest. „In zwei, drei Situationen in der zweiten Halbzeit haben wir den Ball vor dem Torwart hin- und hergespielt. Da hätten wir den Torabschluss suchen sollen.“

Große Freude bei Keeper Tökez

So blieben die „Schimmelreiter“ zwar im elften Pflichtspiel in Folge ungeschlagen. Mit dem zehnten Pflichtspielsieg in Serie wurde es aber nichts, weil erst der eingewechselte „Gui“ da Silva unter dem phrenetischen Jubel seiner brasilianischen Freunde und Familie ein sehenswertes Kopfballtor erzielte (78.) und schließlich noch Funwi Shuakonwi traf. „Das Ergebnis ist etwas ärgerlich, weil wir mit Blick auf den Spielverlauf den Deckel hätten draufmachen müssen“, stellte VfB-Coach Steffen Rechner fest. Lapp lobte seine Schützlinge dafür, dass sie nach einem Abseitstor drei Minuten vor dem Anschlusstreffer vor 120 Zuschauern nicht aufsteckten. „Normalerweise ist so eine Aktion ein Zeichen dafür, dass nichts drin ist“, gab der Bauerbacher Übungsleiter zu bedenken.

Besonders groß war die Freude am Ende bei Sezgin Tökez, schließlich ist der Keeper erst seit zwei Wochen wieder richtig im Mannschaftstraining, weshalb ihm noch die Fitness fehle. „Umso überraschender war es für mich, dass mich der SV Bauerbach holen wollte. Das wollte ich mitnehmen. Wer weiß, wann ich mal wieder Verbandsliga spiele“, begründete Tökez, der nach dieser Saison zum Biedenkopfer A-Ligisten FC Angelburg weiterziehen wird, sich aber unbedingt mit dem Klassenerhalt in Bauerbach verabschieden will. „Das ist mein Ziel. Ich bin nicht hier, um zu schlafen. Ich will schon zum Mannschaftserfolg beitragen“, unterstrich der Torhüter.

Von Marcello Di Cicco