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Lokalsport Trotz 0:11: Öztürk glaubt an sein Team
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14:58 18.09.2021
Hatzbachs Benjamin Hirte (Mitte) steigt gegen die Cölber Andreas Frost (links) und Dominik Heberer zum Kopfball.
Hatzbachs Benjamin Hirte (Mitte) steigt gegen die Cölber Andreas Frost (links) und Dominik Heberer zum Kopfball. Quelle: Thorsten Richter
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Hatzbach

Klaus Wagner sollte Recht behalten. Als die Amateurfußballer Anfang Juni noch in der Corona-Zwangspause weilten, ahnte es der Vorsitzende des SSV Hatzbach im Gespräch mit der OP bereits: „Auch in der A-Liga wird es schwer genug“, sagte er. Wegen des großen personellen Umbruchs, inklusive des Verlustes zahlreicher Leistungsträger, hatte sich der Verein aus dem Marburger Ostkreis dafür entschieden, zur neuen Spielzeit freiwillig aus der Kreisoberliga Nord in die Kreisliga A Marburg zurückzuziehen. Die Verantwortlichen sahen die Gefahr, in der Kreisoberliga „eine Packung nach der anderen“ (Wagner) zu kassieren.

Am Mittwoch (15. September) setzte es erstmals in der A-Liga eine richtige Klatsche für die Hatzbacher, die zuvor fünf von sechs Spielen verloren hatten. Mit einem 0:11 (0:3) gegen Meisterschaftsmitfavorit FSG Südkreis im Gepäck reiste das Team aus Wenkbach ab – für Hatzbachs Coach Sedat Öztürk kam die Pleite nicht allzu überraschend. „Wir hatten zuvor ohne Erfolg versucht, das Spiel zu verlegen, weil wir viele angeschlagene Spieler hatten. Deshalb mussten viele Spieler aus unserer ,Zweiten’ aushelfen, von denen einige seit Monaten nicht gespielt haben. Uns war von Anfang an klar, dass nichts zu holen ist“, erklärt der 26-Jährige.

Das Personalkarussell drehte sich

16 Akteure hatten den A-Ligisten vor der neuen Runde verlassen, 16 andere kamen hinzu – stärker habe sich das Personalkarussell beim Sport- und Schützenverein noch nie gedreht, so Öztürk. Der C-Lizenz-Inhaber, der ab November seinen B-Lizenz-Schein machen will und seine aktive Laufbahn frühzeitig verletzungsbedingt beenden musste, hat eine schwierige Aufgabe zu bewältigen.

Denn in Ertac Caliskan hatte der SSV eigentlich schon im Frühjahr einen neuen Trainer für die Saison gefunden, aufgrund der veränderten Gegebenheiten sprang Caliskan jedoch ab – und Öztürk übernahm das Team, in dem Pfeiler wie Keeper René Kleinmann (Oberschenkel) und Torjäger Dennie Losekam (Knöchel) derzeit verletzungsbedingt nur bedingt oder gar nicht einsetzbar sind. „Wir haben viel Pech mit Verletzten“, hadert Öztürk, „schenken dem Gegner aber auch viele Tore.“

Kellerduell am Sonntag

Dass seine Mannschaft nach sieben Partien erst drei Punkte auf der Habenseite und damit als Tabellen-16. schon zu diesem frühen Saisonzeitpunkt gegen den Abstieg spielt, überrascht den Trainer nicht sonderlich. „Dass es schwierig wird, wussten wir schon vor der Saison. Aber für mich haben diese drei Punkte keinerlei Bedeutung. Das Potenzial ist definitiv vorhanden“, ist Öztürk von seiner neu zusammengestellten Mannschaft überzeugt – wenngleich er weiß, dass beim SSV nur kleinere Brötchen gebacken werden: „Wir wären froh, wenn wir nicht absteigen.“

Am Sonntag (19. September, 15 Uhr) empfangen die Hatzbacher die zweite Garde des FSV Cappel zum Kellerduell. Personell dürfte die Lage nicht wesentlich besser sein, verletzten sich in Kapitän Hendrik Schmidt und Lukas Dörbecker weitere Spieler. „Wir müssen über unsere Grenze gehen“, fordert Öztürk mit Blick auf die Partie – und schaut hoffnungsvoll in die Zukunft. Er wäre heilfroh, „wenn die Verletzten zurückkehren“.

SG Salzböde-Lahn kassierte deutlichste Niederlage

Die 0:11-Niederlage des SSV Hatzbach am vergangenen Mittwoch gegen die FSG Südkreis stellt nicht das erste Mal in dieser Saison in der Kreisliga A Marburg dar, dass eine Mannschaft zweistellig verloren hat. Den Negativrekord hält weiterhin die SG Salzböde-Lahn, die zum Saisonauftakt Spitzenreiter Spvgg Rauischholzhausen mit 0:12 unterlag. Der TSV Caldern (8:0 gegen den SV Bauerbach II) und der FV Cölbe (7:0 gegen den RSV Kleinseelheim) machten es ebenfalls schon deutlich.

Von Marcello Di Cicco