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Lokalsport Für ihn wird’s auch ein „kleines Familienduell“
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15:00 16.10.2021
Freut sich aufs anstehende Derby gegen seinen ehemaligen Verein: René Scharff vom TSV Germania Betziesdorf.
Freut sich aufs anstehende Derby gegen seinen ehemaligen Verein: René Scharff vom TSV Germania Betziesdorf. Quelle: Foto: Marcello Di Cicco
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Betziesdorf

Nicht nur im sportlichen, sondern auch im privaten Bereich dreht sich bei René Scharff seit einigen Tagen so ziemlich alles um das Derby in der Fußball-Kreisliga B Marburg I zwischen dem FV Bürgeln und dem TSV Germania Betziesdorf, das am Sonntag (15 Uhr) auf dem Bürgelner Rasenplatz über die Bühne geht. Es sind besondere Vorzeichen, unter denen das Nachbarschaftsduell steht – für beide Vereine im Allgemeinen, für Scharff im Speziellen.

Denn in Lucas Sohn spielt der Freund von Scharffs jüngerer Schwester für den FV, beide sind zudem Arbeitskollegen. „Es ist also auch ein kleines Familienduell. Wir pisacken uns schon seit ein paar Tagen“, verrät der 30-Jährige, der als Kommissionierer in Cölbe arbeitet und für den es das erste Mal ist, dass er im Trikot der Germanen auf seinen ehemaligen Verein trifft. Von 2015 bis zum vergangenen Sommer schnürte Scharff die Schuhe für die Bürgelner, die bis Ende des vorvergangenen Jahrzehnts eine Spielgemeinschaft mit dem Verein aus dem Kirchhainer Stadtteil bildeten (siehe Infobox).

Erste Schritte beim VfB Marburg

Nach ersten fußballerischen Schritten in der E-Jugend des VfB Marburg hängte der gebürtige Marburger seine Schuhe noch in derselben Altersklasse wieder an den Nagel. Als der FV Bürgeln 2015 einen Neuaufbau vorantrieb, gehörte Scharff zu jenen Spielern, die mithalfen, das Team wieder in der B-Liga zu etablieren. „Ich wohnte in Bürgeln und hatte zwei Minuten zu Fuß zum Sportplatz“, erzählt Scharff, der die Lust am Kicken dabei wiederentdeckte und fortan als Stürmer fürs Toreschießen zuständig war – jedoch nicht ausschließlich. Immer mal wieder half er als Keeper aus, „weil Torwart Dominik Sohn keine Lust hatte, ständig alleine zu trainieren, also habe ich ihn unterstützt“, erzählt Scharff. Vor knapp drei Jahren debütierte er gegen den FV Bracht zwischen den Pfosten, wo er inzwischen häufiger steht.

Sein Cousin Dennis Lepper, der im Sommer als neuer Spielertrainer nach Betziesdorf kam, den Verein aber früh in Richtung FC Gießen verließ (die OP berichtete), lotste Scharff zum TSV Germania, plante ihn dort als Torhüter ein. Bei zwei seiner bisher drei Saisoneinsätze stand er im Kasten – zuletzt beim 1:4 des Tabellenvorletzten gegen den Vierten SV Großseelheim II sowie zum Rundenauftakt gegen den Liga-Sechsten SV Langenstein (0:6).

Eine Präferenz, wo er lieber spielt, hat Scharff nicht. „Macht beides Spaß“, sagt er, wohlwissend, dass „wenn du hinten einen Fehler machst, ist der Ball drin, vorne hast du noch die ganze Mannschaft hinter dir“. Mit Blick auf Sonntag hat der 30-Jährige jedoch einen Wunsch: „Ich würde gerne im Feld spielen“, sagt Scharff, will sich dort hart, aber mit fairen Mitteln mit Lucas Sohn und seinen früheren Mitspielern beharken.

Reiz der Derbys

Wie auch immer es kommen wird, die Vorfreude auf ein kleines Fußballfest ist groß bei Scharff und seinen neuen Teamkollegen. „Die besondere Rivalität macht den Reiz dieses Spiels aus“, weiß der Allrounder, der sich an „legendäre Duelle“ erinnert – etwa als am Rande des Spielfelds vor einigen Jahren Pyrotechnik gezündet wurde.

„Als ich noch in Bürgeln gespielt habe, kamen immer recht viele Zuschauer zum Derby – egal, wo wir gespielt haben. Das waren immer besondere Spiele“, schwärmt Scharff. Er hofft, dass auch diesmal rings ums Spielfeld viel los ist, wenn sein Team den drei Punkte besseren Tabellenelften fordert – und dass das „kleine Familienduell“ an ihn geht.

Von Marcello Di Cicco