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Lokalsport Eintracht vergisst sich zu belohnen
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23:45 20.01.2021
Stadtallendorfs Del-Angelo Williams (links, hier gegen Steinbachs Benjamin Kirchhoff) scheiterte im Hessenderby per Strafstoß an Torhüter Tim Paterok (rechts).
Stadtallendorfs Del-Angelo Williams (links, hier gegen Steinbachs Benjamin Kirchhoff) scheiterte im Hessenderby per Strafstoß an Torhüter Tim Paterok (rechts). Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Es war eine bittere Heimniederlage, die dritte in Folge, die Eintracht Stadtallendorf am Mittwochabend in der Fußball-Regionalliga Südwest kassierte. Nicht nur deshalb, weil das Tor des Abends bereits nach 70 Sekunden nach einer Eckball-Variante fiel, als TSV Steinbachs Sasa Strujic – von Dino Bisanovic in Szene gesetzt – freistehend den Ball unter die Latte hämmerte.

Die Niederlage war vor allem unnötig, weil die Herrenwälder das Spiel über weite Strecken bestimmten, per Strafstoß die Großchance zum verdienten Ausgleich hatten – aber letztlich statt Punkte nur Lob von beiden Trainern erhielten.

Steinbachs Trainer Alipour übt scharfe Kritik an seinem Team

„Wir haben den Gegner vor allem in der zweiten Halbzeit läuferisch und fußballerisch beherrscht“, stellte Stadtallendorfs Coach Dragan Sicaja fest, während Steinbachs Adrian Alipour angefressen monierte: „Mit unserer Leistung bin ich nullkommanull zufrieden. Stadtallendorf hat eine unfassbar große Mentalität, Willen und Aggressivität an den Tag gelegt – alles das, was ich mir von meiner Mannschaft gewünscht hatte.“

Doch die Gäste – bei denen drei Spieler kurzfristig wegen positiver Coronatests ausfielen – überzeugten nur die ersten 25 Minuten, als sie das Kommando hatten, Ball und Gegner laufen ließen. Nachdem Laurin Vogt nach einem schönen Spielzug vor dem Tor einen Schritt zu spät gekommen war (24.), wendete sich das Blatt: Die Eintracht wurde mutiger, bestimmte nun das rassige Hessenderby – schaffte es aber nicht, zwingende Torchancen zu verbuchen, zu denen Steinbach allerdings auch nicht kam.

Williams vergibt Ausgleich per Strafstoß

Nach dem Seitenwechsel blieben die Herrenwälder am Drücker. Dass der bis dahin Tabellendritte gegen den Letzten spielte, war nicht zu sehen – im Gegenteil. „Das Gegentor was das einzig Negative“, stellte Sicaja fest, „wie wir gerannt, Zweikämpfe bestritten und füreinander da waren, war klasse.“ Sein Team setzte das um, was Sicaja zuvor gefordert hatte – mit dem einzigen Manko, dass der TSV Eintracht einmal mehr zu wenig aus seinen Möglichkeiten machte.

Ließen Jascha Döringer (47.) und Mirco Geisler (63.) ihre Räume in der Offensive noch ungenutzt, scheiterte Del-Angelo Williams per Strafstoß an Tim Paterok (69.). Der Steinbacher Keeper hatte sein Team kurz zuvor in Bedrängnis gebracht, als sein zu kurzer Ball Geisler zum Opfer fiel. Kapitän Benjamin Kirchhoff war es schließlich, der Laurin Vogt im Strafraum von den Beinen holte.

Stadtallendorfs Trainer Sicaja optimistisch

Die verpasste Elfmeterchance bezeichnete Sicaja als „typisch für unsere Situation“, der Kroate war aber überzeugt: „Wenn wir weiter so spielen, werden wir noch einige Punkte holen.“ Vielleicht schon am Samstag, 23. Januar (14 Uhr), wenn im SC Freiburg II das nächste Topteam im Herrenwaldstadion zu Gast ist.

TSV Eintracht Stadtallendorf: Abramovicz – Gaudermann, Fisher, Phillips, Schadeberg (46. Schütze) – Arifi, Bartheld – Geisler (87. Heuser), Döringer, Vogt – Williams. TSV Steinbach Haiger: Paterok – Heinze, Kirchhoff, Mihajlevic, Strujic – März – Ilhan (61. Lahn), Stock (50. Bender), Bisanovic (87. Kamm Al-Azzawe), Marquet – Bytyqi. Schiedsrichter: Luca Schlosser (Montabaur). Tor: Sasa Strujic (2.). Gelbe Karten: Bartheld, Vogt / Ilhan, Kirchhoff, März. Besonderes Vorkommnis: Williams scheitert per FEM an Paterok (69.).

Von Marcello Di Cicco