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08:57 06.04.2021
Stadtallendorfs Arne Schütze im Zweikampf gegen Aalens Alessandro Abruscia (vorn). Der TSV Eintracht unterlag am Samstag beim VfR nach Führung mit 1:2.
Stadtallendorfs Arne Schütze im Zweikampf gegen Aalens Alessandro Abruscia (vorn). Der TSV Eintracht unterlag am Samstag beim VfR nach Führung mit 1:2. Quelle: Michael Schmidt/Eibner/Imago
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Aalen

Zumindest „halbwegs konkurrenzfähig“, hatte Dragan Sicaja gehofft, sollte seine Mannschaft nach „schwierigen Wochen“ wieder sein – tatsächlich hat sich die Stadtallendorfer Eintracht am Samstag beim VfR Aalen ordentlich präsentiert. Am Ende stand dennoch eine 1:2-Niederlage zu Buche. Ärgerlich fand die der Trainer – weil beide Gegentore aus Standards resultierten. „Wir haben uns da wieder nicht gut angestellt. Das zieht sich durch die Saison.“ Und das ist auch ein Grund, warum das Team abgeschlagen am Tabellenende steht, der sportliche Abstieg realistisch nicht mehr zu vermeiden ist. Möglicherweise gibt es aber gar keine Absteiger.

Innerhalb der Regionalliga Südwest hat sich eine Initiative entwickelt, der sich nach OP-Informationen der überwiegende Teil der Vereine angeschlossen hat. Ziel ist es, die Führung der Regionalliga-Gesellschaft zu überzeugen, den Abstieg auszusetzen. Reiner Bremer, Präsident der Stadtallendorfer Fußball-Abteilung, bestätigte am Montag gegenüber der OP, dass es die Initiative gibt und sich der TSV Eintracht angeschlossen hat. „Es wäre völlig absurd, dass Mannschaften, die während der Pandemie unfassbar großen Aufwand ohne Zuschauer, ohne Einnahmen, mit zusätzlichen Ausgaben, dem niemals verringerten Gesundheitsrisiko, nach einer Mammutsaison von 42 Spieltagen absteigen würden und Vereine, die leider wegen der Pandemie nicht spielen konnten, den Platz derer einnehmen. Das geht gar nicht“, teilte er auf OP-Anfrage mit. Landesverbände hatten angekündigt, Mannschaften aus den Oberligen, die lediglich zwischen acht und zwölf Spiele im Herbst vergangenen Jahres bestritten hatten, als Aufsteiger zu melden.

Sechs Absteiger vorgesehen

Bereits in der Vorsaison hatte es keine Absteiger aus der Regionalliga gegeben, da war die Saison allerdings auch abgebrochen worden. Rot-Weiß Koblenz blieb in der Liga, ohne einen einzigen Sieg geholt zu haben. Die Stadtallendorfer haben bislang lediglich einen errungen. „Mit neun Punkten am Tabellenende hat man normalerweise keine Argumente, aber wie sagten die Vereinsvorstände unser Konkurrenten: Das hat damit gar nichts zu tun“, so Bremer, der auf die Wertschätzung verweist, die die Stadtallendorfer in der Liga genießen, nicht nur weil sie unter extrem schwierigen Bedingungen den Spielbetrieb aufrechterhalten.

Vorgehen ist, dass sechs der 22 Mannschaften absteigen. Der VfR Aalen hat am Samstag einen Schritt gemacht, am Ende nicht auf Rang 17 oder schlechter zu stehen. Allerdings erwischten die Gäste aus Stadtallendorf in der Ostalb-Arena den besseren Start: Mirco Geisler brachte einen Eckball von der linken Seite, Matthias Pape verlängerte in seinem ersten Spiel nach gut einjähriger Verletzungspause mit dem Kopf und Laurin Vogt drückte den Ball über die Linie (2. Minute). Geisler war fünf Minuten später nach einem langen Pass unterwegs aufs Tor, Alessandro Abruscia stoppte ihn mit einem Foul und hatte Glück, dass ein Mitspieler auf gleicher Höhe war, kam daher mit Gelb davon.

Gegentore nach Standards

Auf der anderen Seite hatten die Stadtallendorfer Glück, dass Schiedsrichter Jonas Brombacher nicht auf Elfmeter entschied, nachdem Gino Windmüller an den weit vom Körper abgestreckten Arm von Muhamet Arifi köpfte (19.). Der Ausgleichstreffer resultierte dann aus einem Eckball: Daniel Stanese entwischte Malcolm Phillips und köpfte ein (33.). „Wir müssen wacher und in der Zweikampfführung konsequenter sein“, ärgerte sich Sicaja – auch über das Foul von Ben-Luca Fisher, das zum zweiten VfR-Treffer führte. Das Tor selbst war dann nicht zu verhindern: Abruscia traf aus 20 Metern direkt die Unterkante der Latte, João Borgert im Eintracht-Tor war chancenlos (40.).

Nach dem Seitenwechsel agierten die Gäste lange sehr defensiv. Die wenigen Offensivbemühungen erzeugten kaum Gefahr, meist war der Ball nach zwei, drei Stationen in der gegnerischen Hälfte weg. Zwar kam auch vom VfR nur wenig, letztlich reichte es aber zum Heimsieg – auch weil dem gefährlichen Freistoß-Schützen Phillips der Ball bei einem Versuch aus rund 25 Metern über den Spann rutschte (85.) und dem eingewechselten Rolf Sattorov bei seinem Linksschuss die Präzession fehlte (88.).

Dienstagabend gegen Koblenz

Er habe „einiges Positives gesehen“, sagte Sicaja. Am wichtigsten sei, dass die Fitness nach der langen Corona-bedingten Zwangspause zurückkommt: „Es wird mit jedem Tag besser.“ Das stimmt ihn auch zuversichtlich fürs Spiel am Dienstagabend (19 Uhr) gegen Rot-Weiß Koblenz: „Die Jungs sind motiviert und wollen sich gut präsentieren.“ Es verdiene „großen Respekt, wie alle mit der Situation umgehen“, meinte der Trainer, der gegen den Tabellen-14. wieder auf den zuletzt gesperrten Angreifer Del-Angelo Williams setzen kann.

Von Stefan Weisbrod

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