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Lokalsport Mit dem Fanbus zum Heimspiel
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00:18 19.04.2019
Damit die Stadtallendorfer Fankurve einmal mehr gut gefüllt ist und die eigene Mannschaft gegen Elversberg kräftig unterstützt, ­planen die Eintracht-Anhänger am Ostersamstag erstmals eine Fahrt mit dem Fanbus zum Heimspiel. Quelle: Nadine Weigel
Stadtallendorf

„Leute, jetzt wird’s ganz verrückt“, schreiben die Fußballer des TSV Eintracht Stadtallendorf auf ihrer Facebook-Seite, um eine Aktion anzukündigen, die tatsächlich ihresgleichen sucht.

Wenn die Mannschaft von Trainer Dragan Sicaja am kommenden Samstag, 20. April, um 14 Uhr die SV Elversberg im Herrenwaldstadion empfängt, dann sind die Anhänger der Herrenwälder schon seit gut viereinhalb Stunden „im Einsatz“.

Um 9.30 Uhr startet ein 54-Mann-Bus nicht nach Offenbach, Mannheim oder Saarbrücken, um den abstiegsgefährdeten Tabellenvorletzten zu unterstützen, sondern zu einer Tour, die wieder am Herrenwaldstadion endet, beim eigenen Heimspiel.

Aktion soll Miteinander stärken

„Die Idee kam mir beim vergangenen Heimspiel gegen Worms, als wir 0:1 zurücklagen. Dann haben wir uns gesagt, wenn wir dieses Spiel noch gewinnen, machen wir das“, erzählt Andi Krug. Der 44-Jährige ist seit dieser Spielzeit mit Sven Wagner Fanbeauftragter des Fußball-Regionalligisten und organisiert üblicherweise die Auswärtsfahrten. Und siehe da: Die Sicaja-Elf drehte den Rückstand in der Nachspielzeit noch zum 2:1-Sieg.

Die Idee der originellen Aktion kam nicht von ungefähr, wie Krug erläutert. Auswärts falle der Fan-Support nicht selten besser aus als bei Heimspielen. So waren Ende März in 
Offenbach knapp 150 TSV-
Anhänger mitgereist, beim Hessenderby wenige Wochen zuvor in Haiger gegen Steinbach etwas mehr als 50. „Wir wollen mit dieser Aktion selbstverständlich auch das Miteinander unter den Fans stärken“, sagt Krug, der aus Gesprächen mit Spielern aber auch weiß: „Die Mannschaft bekommt unsere Unterstützung mit.“

Zwischenstopp in Bürgeln

Der genaue Ablauf der Fanfahrt ist noch nicht ganz festgezurrt: Nach dem Start am Stadtallendorfer Festplatz (zwischen Herrenwaldstadion und Supermarkt) „fahren wir eventuell erst mal alle Stadtallendorfer Stadtteile ab“, sagt Krug. Fest steht indes: Nach dieser 45-
minütigen Rundreise geht es für knapp zwei Stunden ins Sportheim des FV Bürgeln, wo die Fans ein Osterfrühstück und der Besuch von Eintracht-Spielern erwartet.

Doch warum gerade Bürgeln? Horst Vollmerhausen, Vorstandsmitglied des FV Bürgeln, ist öfters Gast bei den Stadtallendorfer Heimspielen. Bei besagtem Auswärtsspiel gegen Steinbach sei der Kontakt zustande gekommen.

Gewinnspiel

Interessenten für die Fanfahrt zum Heimspiel melden sich beim Eintracht-Fanbeauftragten Andi Krug unter Telefon 01 73 / 6 71  75 87. Die Fahrtkosten betragen fünf Euro pro Person inklusive Frühstück. Unter allen Teilnehmern werden im Bus zehn Eintrittskarten für das Spiel gegen die SV Elversberg verlost.

Nach diesem Aufenthalt geht die Fahrt, bei der es – wie bei den anderen Auswärtsfahrten – alkoholische und nicht-alkoholische Getränke zum Preis von einem Euro gibt, zurück nach Stadtallendorf.

Gegen 13 Uhr wollen die Anhänger um die Fanclubs „Allendorfer Jungs“, „Kaliber 35260“, Legion Herrenwald“ und die Band „Sektion Dropkick“ wieder am Herrenwaldstadion eintreffen – pünktlich, um ihr Team beim Warmmachen zu empfangen und anzufeuern.

Die Reaktionen auf die ungewöhnliche Fan-Aktion, die ein Sponsor und das Busunternehmen möglich machen, sind äußerst positiv, freut sich Krug. Am Montagmittag lagen dem Fanbeauftragten bereits 40 Anmeldungen vor. Und sollten es mehr Interessenten werden als Plätze im Bus verfügbar sind, gebe es auch „Möglichkeiten, aufzustocken“, versichert Krug.

Der gebürtig aus Rainrod (Schwalmtal) stammende Fanbeauftragte, den es 1995 zur Bundeswehr nach Stadtallendorf und zur Eintracht verschlug, betont zudem, dass „jeder willkommen“ sei und dass es auch möglich sei, nur einen Teil des Programms mitzumachen.

Zum Auswärtsspiel mit dem Zug

Unabhängig vom Ausgang der Partie am Samstag will die Stadtallendorfer Fanszene in den verbleibenden Partien bis Saisonende kreativ bleiben. „Zum nächsten Auswärtsspiel in Walldorf fahren wir nicht mit dem Bus, sondern mal mit dem Zug“, verrät Krug, der sich auch vorstellen kann, ein weiteres Mal mit dem Fanbus zu einem der dann noch verbleibenden zwei Heimspiele zu fahren – „je nachdem, wie es diesmal angenommen wird“, sagt der 44-jährige Andi Krug.

Und selbst wenn die Eintracht-Kicker nach zwei Spielzeiten in der Regionalliga Südwest in die Hessenliga absteigen sollten, soll die Fanszene, deren harter Kern sich inzwischen gebildet hat, nicht auseinanderbrechen.

Krug: „Es soll genau in dieser Form weitergehen. Wir werden dann zwar nicht mehr zu jedem Auswärtsspiel fahren, aber es gibt ja immer noch Highlights – etwa Spiele gegen Kassel oder Fulda“, gibt Krug zu bedenken. Getreu dem Motto, das die Verantwortlichen des Vereins immer wieder betonen: Im Falle eines Abstiegs geht die Welt nicht unter für den TSV Eintracht Stadtallendorf.

von Marcello Di Cicco