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Lokalsport Land unter im Herrenwaldstadion
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00:18 11.08.2018
Starke Regenfälle gab es am Dienstag im Herrenwaldstadion. Die Stehtribüne glich einem Wasserfall. Quelle: Stefan Weisbrod
Stadtallendorf

Ein Wort, bei dem sich so manchem Verantwortlichen des SC Freiburg inzwischen die Nackenhaare aufstellen dürften. „Beim nächsten Mal bin ich krank“, scherzte ein Verantwortlicher des Sport-Clubs am Dienstag gegen 18 Uhr – zu diesem Zeitpunkt noch guter Dinge, dass die Begegnung über die Bühne gehen kann, schließlich war noch eine halbe Stunde Zeit bis zur offiziellen Anstoßzeit.

Dass der Unparteiische Fabian Knoll aus dem etwa 270 Kilometer entfernten Bexbach (Saarland) nicht pünktlich beginnen lassen würde, zeichnete sich allerdings schon frühzeitig ab. Starkregen, Hagel, Sturmböen, Gewitter – das Herrenwaldstadion bekam am frühen Abend meteorologisch betrachtet die volle Breitseite ab. Sicherheitskräfte, ­Funktionäre, Spieler, Trainer, Zuschauer – ­alle suchten vor dem Unwetter Unterschlupf, wo es irgendwie ging: unter dem Stadiondach, bei Verkaufsständen, am Funktionsgebäude.

Stadtallendorfs Sportlicher trägt Entscheidung mit

Zunächst wurde im Donnergrollen der Anpfiff auf 19 Uhr verschoben, wenig später auf 19.15 Uhr. „In diesem Zustand habe ich den Platz noch nie 
gesehen“, sagte Stadtallendorfs langjähriger Platzwart, der 2. Vorsitzende Hermann ­Weitzel, und schaute dabei mit bangem Blick auf den Rasenplatz, auf dem sich inzwischen riesige Pfützen gebildet hatten, auf denen man wohl mühelos hätte Schlauchboot fahren können.

Um kurz vor 19 Uhr ­machte sich das dreiköpfige Schiedsrichtergespann unter dem Applaus der tapfer auf der Tribüne verharrten Zuschauer im strömenden Regen sein eigenes Bild vom Platz und zumindest den Versuch, den Ball laufen zu lassen – vergebens. Nach einer kurzen Unterredung mit den Trainern beider Teams stand um kurz nach 19 Uhr fest: Heute wird nicht mehr gespielt.

Denn es bestand weder Aussicht auf eine rasche Wetterbesserung noch darauf, dass das Geläuf kurzfristig wieder bespielbar wird. „Für unseren Gegner ist die Spielabsage deutlich ärgerlicher als für uns. So früh in der Saison einem Spiel hinterherzulaufen, ist aber auch nicht so gut“, bedauerte Stadtallendorfs Sportlicher Leiter Fejz Hodaj die Absage mit Blick auf den Spielkalender – im Einsehen, dass es keine Alternative gab.

Gäste waren schon am Montag angereist

Bereits im vergangenen Dezember waren die Freiburger angereist und ohne zu spielen wieder abgereist. Ein vereister Platz verhinderte seinerzeit die Austragung der Partie, für deren neuerliche Austragung damals witterungsbedingt mehrere Anläufe nötig waren. „Für das Wetter kann niemand etwas, aber dass die Absage nervt, ist ja klar. Wir kommen aber gerne wieder“, sagte Freiburgs Coach Christian Preußer im Gespräch mit der OP.

Für das am weitesten entfernte Auswärtsspiel der Saison waren die Schwarzwälder bereits am Montag angereist. „Wir haben dem Gegner angeboten, dass Spiel an diesem Mittwoch nachzuholen, damit er nicht nochmal den großen Aufwand mit der weiten Anreise betreiben muss“, verriet Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja nach der Unterredung. Doch die Gäste wollten nicht. Gerüchte, die vor Ort schnell die Runde machten, wonach die Freiburger wieder kurzfristig abreisen und nicht bleiben wollten, weil sie Spieler aus dem Profikader dabei hatten, dementierte Preußer.

Nachholtermin steht noch nicht fest

„Nein, das ist nicht die Begründung“, sagte der 34-Jährige, „wir wollen einen neuen Termin finden. Es kann ja sein, dass die Wetterverhältnisse am Mittwoch wieder so sind. Wir brauchen unseren Ablauf“, begründete der Coach des Sport-Clubs, dessen Teambus gegen 19.30 Uhr aufbrach. Was die Freiburger beim Blick aus dem Fenster sahen: einen Kunstrasenplatz, der an der Seitenlinie einer Seenlandschaft glich. Die wenige Meter entfernten Stehtribünen neben dem Rasenplatz glichen derweil von den Wassermengen gespeisten Kaskaden.

Dass eine so kurzfristige Spiel­ansetzung nicht ganz so einfach ist, darauf wies Schiedsrichter Knoll auf Nachfrage hin, denn: „Die Terminierung eines Nachholspiels erfolgt grundsätzlich 
zwischen den Vereinen und dem Staffelleiter.“ Wann die 
Partie nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

von Marcello Di Cicco  

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