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Lokalsport Spielmodell sorgt für kontroverse Diskussion
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11:59 27.06.2020
Nach dem Saisonabbruch heißt es für Stadtallendorfs Jascha Döringer (links) wieder: Regionalliga Südwest. Die große Frage ist nur: Ab wann geht’s los? Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Nach dem Saisonabbruch in der Hessen- und Regionalliga steht fest: Der Spielplan für die kommende Runde in der viertklassigen Südwest-Staffel wird pickepackevoll (siehe Infokasten).

„Es wird brutal – auch weil noch nicht klar ist, wann es losgeht“, sagt Trainer Dragan Sicaja, dessen Stadtallendorfer Eintracht in ihre dritte Viertliga-Spielzeit geht – erneut mit Feierabend-Fußballern gegen eine Mehrheit aus Profiteams. „Wir haben uns das aber ausgesucht“, will Sicaja nicht meckern.

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Sollten es die Corona-Beschränkungen zulassen fällt der Startschuss am 1. September. Gespielt wird dann in einer „normalen“ Runde. Für ein alternatives Spielmodell mit je einer Nord- und Südgruppe innerhalb der Staffel und anschließender Auf- und Abstiegsrunde hatten sich 10 der 22 Klubs ausgesprochen – zu wenig für die Liga-Verantwortlichen, um den etablierten Modus zu ändern (die OP berichtete).

„Wir haben beide Spielmodelle im Vorstand sehr kontrovers diskutiert. Da es einen Patt gab, haben wir uns bei der Abstimmung nicht positioniert“, sagt Reiner Bremer.

Start der Vorbereitung nicht vor Mitte Juli

Dabei hätte ein alternatives Spielmodell nach Ansicht von Stadtallendorfs Fußball-Präsidenten aufgrund einer stärkeren Fokussierung auf Derbys, kürzeren Fahrten und weniger Übernachtungskosten durchaus etwas für sich gehabt – aber: „Sportlich fairer ist es, wenn jeder auch gegen jeden spielt“, meint Sicaja. Für Bremer ist angesichts der XXL-Liga klar: „Ein Kraftakt war es für uns schon vorher. Nun wird er umso größer.“

Wenn die Eintracht „nicht vor Mitte Juli“ (Sicaja) in die Vorbereitung startet, sollen nach dem Wunsch des Cheftrainers „21 gleichwertige Spieler“ auf dem Platz stehen, spätestens aber zum Rundenstart. „Es bringt nichts, mehr Spieler zu holen, die du für die Klasse nicht gebrauchen kannst“, gibt Sicaja zu bedenken.

Nach den Verpflichtungen von Christopher Schadeberg (FC Gießen), Malcolm Lamar Phillips (FC Eddersheim), Ibrahim Mirza Aral (Germania Halberstadt) und Johannes Müller (SC Paderborn) sieht Sicaja noch Bedarf „auf zwei, drei Positionen“ – nach dem Weggang von Ersatzmann Florian Eidam auch auf dem Torhüterposten.

„Bei uns wird Zusammenhalt großgeschrieben“

Klar ist: Dusan Olujic soll Stammtorwart bleiben. „Er hat sich das verdient“, sagt Sicaja. Wegen Job-Verpflichtungen des Routiniers, möglicher Verletzungen und der vielen Spiele suche man aber nach „einem gleichwertigen Keeper“, sagt Sicaja. Und der Kroate spekuliert darauf, „vielleicht noch einen geeigneten Spieler zu bekommen, der woanders nicht unterkommt“.

Dass auch künftig nicht unter Profibedingungen trainiert wird, „hat nicht immer etwas zu heißen“, meint Gino Parson. Der 41-Jährige ist der neue Co-Trainer des TSV und spricht aus Erfahrung, stand er bereits beim damaligen, professionell arbeitenden Regionalligisten SC Teutonia Watzenborn-Steinberg an der Seitenlinie.

„Wichtig wird sein, wie wir arbeiten. Bei uns wird Zusammenhalt großgeschrieben. Nur deshalb sind wir aufgestiegen“, sagt Parson, der auch auf die Euphorie der Fans setzt – entsprechend mag er sich mit Geisterspielen nicht so recht anfreunden.

Zahl der Kunstrasenspiele dürfte sich häufen

Optimistisch, dass der komplette Ausschluss von Zuschauern zum Saisonstart nicht nötig sein wird, ist Sascha Döther, Geschäftsführer der Regionalliga Südwest GbR – zumindest Stand heute: „Geisterspiele könnten dann notwendig werden, wenn es irgendwo Corona-Hotspots gibt, etwa so wie derzeit in Gütersloh. Generell sind wir aber von den Verfügungslagen in den jeweiligen fünf Bundesländern abhängig.“ Deshalb wurden die Vereine aufgefordert, mit ihren Gesundheitsbehörden frühzeitig in Kontakt zu treten.

Fest steht bereits: Die Zahl der Kunstrasenspiele dürfte sich häufen, soll doch bis kurz vor Weihnachten und bereits wieder ab Anfang Februar der Ball rollen – für Bremer ist dies kein Problem: „Unser Hessenpokalspiel im März hat gezeigt, dass das möglich ist.“

Stand der Planung

Nach einem Entwurf des Rahmenterminplans soll die kommende Saison in der Fußball-Regionalliga Südwest am Dienstag, 1. September, starten – vorausgesetzt, die Corona-Krise lässt dies zu. Bis zum letzten Spieltag vor der Winterpause am 20. Dezember könnten 20 Spieltage absolviert werden, insgesamt werden es 42.

Restrundenstart ist für den 5. Februar vorgesehen, letzter Spieltag für den 6. Juni. Geplant wird mit acht Englischen Wochen – davon vier zu Beginn und vier am Ende der Spielzeit. Da es „im Südwesten“ keinen Absteiger gibt, wird mit 22 Mannschaften gespielt.

Einzig Meister 1. FC Saarbrücken verlässt die Südwest-Staffel nach „oben“. Dafür kommen die Meister Eintracht Stadtallendorf (Hessenliga), TSV Schott Mainz (Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar), VfB Stuttgart II (Oberliga Baden-Württemberg) sowie Hessen Kassel (Sieger der Aufstiegsrunde nach Quotientenregel) und die SG Sonnenhof Großaspach (Absteiger der 3. Liga) hinzu.

Von Marcello Di Cicco

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