Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Ein Duell mit zwei Vorgeschichten
Sport Lokalsport Lokalsport Ein Duell mit zwei Vorgeschichten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 11.12.2018
SC Freiburgs Chima Okoroji (links, im Hinspiel gegen Stadtallendorfs Jascha Döringer) kam jüngst gegen Hertha BSC zu seinen ersten 18 Bundesliga-Minuten. Quelle: Thorsten Richter
Stadtallendorf

Zweimal reiste die U 23-Mannschaft des Bundesligisten SC Freiburg bisher vergebens nach Mittelhessen. Einmal fiel die Partie am Herrenwald wegen der winterlichen Witterung aus (wir berichteten). Im August zog ein Unwetter über den Marburger Ostkreis hinweg, in dessen Folge die Wassermassen das Geläuf im Herrenwaldstadion unbespielbar machten. Das Nachholspiel verlor die Eintracht (wir berichteten). Droht am Samstag der Ausfallgeschichte dritter Teil?

„Ich traue es mich gar nicht zu sagen“, schmunzelt SCF-Trainer Christian Preußer, „aber ich halte es für nahezu ausgeschlossen, dass die Partie ausfällt.“ Nicht nur, weil es in der Stadt am Rande des Schwarzwaldes dieser Tage nur etwas regnete, sondern auch, weil das Möslestadion, wo die Eintracht in der Premierensaison mit einem 2:0-Sieg ihren ersten Auswärtsdreier in ihrer Regionalliga-Geschichte einfuhr, mit einer Rasenheizung ausgestattet ist, die bei Schneefall zum Einsatz kommen würde.

Der Spieltag

Regionalliga Südwest:
SV Elversberg - FC Homburg (Freitag, 19 Uhr),
1. FC Saarbrücken - VfB Stuttgart II,
FSV Mainz 05 II - Kickers Offenbach,
SSV Ulm - FK Pirmasens,
1899 Hoffenheim II - TSG Balingen,
SC Hessen Dreieich - Waldhof Mannheim,
FSV Frankfurt - TSV Steinbach Haiger,
SC Freiburg II - Eintracht Stadtallendorf,
FC Astoria Walldorf - Wormatia Worms (alle Sa., 14 Uhr).     

Die Herrenwälder nehmen die knapp 370 Kilometer weite Anreise bereits am Freitag nach dem nachmittäglichen Abschlusstraining in Angriff und übernachten in der Nähe des Spielortes – und trotz der bitteren Niederlage gehen sie optimistisch in die Partie, denn: „Im Vergleich zu vor fünf Wochen haben wir mit Kevin Vidakovics und nach der Systemumstellung nun eine andere Stabilität – und auch keine Unruhe wegen unzufriedener Spieler. Das hat uns etwas aus dem Tritt gebracht“, sagt Sicaja.

Auch Mittelfeldspieler Amar Zildzovic zog nach den zwei Spielen gegen Hessen Dreieich (2:0) und den FSV Frankfurt (0:1), in denen die Eintracht mit einer Fünfer-/Dreierkette spielte, eine positive Bilanz: „So sind wir noch kompakter. In diesen zwei Spielen haben wir nur ein Gegentor bekommen – und das nach einer Standardsituation.“

Döringer sieht großen Lichtblick

Doch der Serbe war sich auch „sicher, dass – wenn wir so weiterspielen – wir in der Liga bleiben können, denn es gibt in den restlichen Spielen noch viele Punkte zu holen“. Auch nach Ansicht von Mittelfeldspieler Jascha Döringer geht es spätestens nach dem guten Auftritt gegen Frankfurt bergauf: „Spielerisch war das ein sehr großer Lichtblick. Die Systemumstellung hat ohne irgendwelche Schwierigkeiten geklappt.“

Auch Preußer, der den TSV beim letzten Hinrunden-Auftritt in Hoffenheim (0:4) unter die Lupe genommen hat, ist der Aufwärtstrend beim kommenden Gegner nicht entgangen: „In Hoffenheim hat Stadtallendorf 60 Minuten sehr gut gespielt. Diese Mannschaft macht alles, was sie mit ihren Mitteln machen kann. Wir brauchen schon eine richtig gute Leistung, um Stadtallendorf zu schlagen –
 zumal auch der Gegner alles dafür tun wird, sich mit einem 
 Erfolgserlebnis in die Winterpause zu verabschieden.“

Sicaja: SCF-Spieler wollen sich beweisen

Während der SCF-Übungsleiter auf Routinier Ivica Banovic (Gelbsperre) verzichten muss, fallen bei der Eintracht Yannick Wolf (Oberschenkelzerrung) und der Gelb-gesperrte Antonyos Celik aus. Daniel Vier plagen Knie- und Wadenbeschwerden, sodass der Einsatz des Ex-Profis fraglich ist. Dafür stünde im genesenen Felix Nolte eine weitere Option für den Angriff wieder zur Verfügung. „Egal, wer aufläuft, wir werden alles geben“, verspricht derweil Sicaja, der das Spiel als „ganz wichtig für die Moral“ sieht, um sich eine Motivationsspritze für die folgende Restrunden-Vorbereitung zu holen.

„Wie die TSG Hoffenheim und im Gegensatz zum VfB Stuttgart und FSV Mainz 05 gehören die Freiburger zu den Vereinen, die Wert auf ihre zweite Mannschaft legen. Die Spieler werden sich beweisen wollen“, warnt Sicaja – zu Recht. So kam im 21-jährigen Chima Okoroji erst im Oktober ein SCF-Talent zu seinem ersten Bundesliga-Einsatz. „Das ist totale Werbung für den Verein“, betont Preußer, der den Blick in der Tabelle nicht nach oben, sondern eher nach unten richtet: „Mannheim und Saarbrücken sind in dieser Saison deutlich stärker als wir.“

von Marcello Di Cicco