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TSV Eintracht im Kellerduell in Koblenz
TSV Eintracht im Kellerduell in Koblenz
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10:58 28.10.2020
Mit Eintracht Stadtallendorf am Mittwochabend in Koblenz gefordert: Felix Nolte (rechts; gegen Bahlingens Walter Adam).
Mit Eintracht Stadtallendorf am Mittwochabend in Koblenz gefordert: Felix Nolte (rechts; gegen Bahlingens Walter Adam). Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Gern würde Dragan Sicaja die gefühlte Niederlage am vergangenen Samstag abhaken. „Müssen wir“, sagt er – kommt im Gespräch aber selbst mehrfach darauf zurück.

Die späten Gegentore beim 2:2 gegen den Bahlinger SC, denen fragwürdige Schiedsrichterentscheidungen vorausgegangen waren, lassen den Trainer des TSV Eintracht Stadtallendorf noch nicht los: „Die zwei Punkte fehlen uns jetzt.“

Die nächste Chance auf den zweiten Saisonsieg in der Regionalliga Südwest lässt indes nicht lange auf sich warten: Diesen Mittwochabend (19 Uhr) muss das Schlusslicht in Koblenz ran, trifft auf das Team der Turn- und Sportfreunde Rot-Weiß.

Für Sicaja ein „Sechs-Punkte-Spiel“ ganz früh in der Saison: Gewinnt seine Mannschaft, überholt sie den Gegner. Verliert sie, würde Koblenz den Abstand auf fünf Zähler vergrößern, könnte die Nichtabstiegszone für die Eintracht außer Sichtweite geraten.

Koblenz mit runderneuerter Mannschaft

„Ich habe den Eindruck, dass wir konkurrenzfähig sind, dass uns nur wenige Mannschaften in der Liga wirklich überlegen sind“, sagt Sicaja – die Koblenzer zählt er nicht dazu: „Ihr Vorteil ist, dass sie unter Profibedingungen trainieren. Aber sie haben eine zusammengewürfelte Mannschaft, die sich erst finden muss. Bei uns kennen sich die meisten Spieler seit vielen Jahren.“

Nachdem die Rot-Weißen in der Vorsaison bis zum Abbruch, der ihnen letztlich den Ligaverbleib bescherte, keinen einzigen Sieg schafften, haben sie nun mit einer runderneuerten Mannschaft immerhin bereits zwei auf dem Konto: jeweils 1:0 gegen den VfB Stuttgart II und zuletzt gegen den FSV Frankfurt, verbunden mit dem Sprung vom letzten auf den drittletzten Platz. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt RWK-Trainer Holger Backhaus im Gespräch mit der OP.

Er selbst kam erst im Spätsommer nach Koblenz. „Es war auch für mich eine Wundertüte“, blickt er zurück, berichtet, dass sehr kurzfristig eine Mannschaft zusammengestellt wurde, überwiegend aus jungen Spielern. „Wegen des Geldes kommt sicherlich niemand zu uns. Da gibt es anderenorts viel mehr zu verdienen“, betont er. „Was wir bieten können, ist die Möglichkeit, Regionalliga zu spielen.“ Diese zu halten, ist das Ziel: „Nur darum kann es gehen.“

Gaudermann fehlt gesperrt

In Ali Ceylan fehlt ein wichtiger Mittelfeldspieler aufgrund einer Schultereckgelenkssprengung längerfristig, ansonsten hat Backhaus seine Schlüsselspieler zur Verfügung. Bei den Gästen ist die Lage anders, neben den Langzeitverletzten ist in Koblenz auch Kristian Gaudermann nicht dabei, er ist nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Bahlingen-Spiel gesperrt. Ob Del-Angelo Williams zurückkehrt, war bei Redaktionsschluss am Dienstag noch offen. Der Angreifer hatte zuletzt krankheitsbedingt gefehlt. „Er wird nur spielen, wenn er sich richtig fit fühlt“, betont Sicaja. Nestor Djengoue, der gegen Bahlingen gesperrt war, könnte in die Innenverteidigung zurückkehren.

Letztlich, sagt der Eintracht-Trainer, sei nicht die Formation entscheidend, sondern wie sich das Team präsentiert: „Wir spielen gegen eine körperlich robuste Mannschaft. Wir müssen auf jeden Fall dagegenhalten, müssen in jedem Zweikampf 100 Prozent geben. Nur wenn uns das gelingt, haben wir eine Chance, das Spiel zu gewinnen.“

Regionalliga Südwest: SC Freiburg II – Bahlinger SC (Mi., 14.30 Uhr), TuS Rot-Weiß Koblenz – TSV Eintracht Stadtallendorf (Mi., 19 Uhr).

Von Stefan Weisbrod