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Lokalsport Acht Tore in einem Spiel
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12:00 13.09.2019
Kombachs Torjäger Oliver Weidner erzielte beim 10:3-Sieg in Frohnhausen acht Treffer. Quelle: Privatfoto
Kombach

Oliver Weidner lacht herzlich. „Ja, die Jungs sind durstig“, sagt er. Besonders­ ­Dominic Fenner, der Weidner bei der Wahl zum Spieler der Woche nominiert hat, zeichne sich in dieser Hinsicht aus, gibt der Stürmer des FC Kombach zu verstehen. Sein Portmonee wird in dieser Woche erleichtert.

Aufgrund seines Wahlsieges muss er die Mannschaft nach dem Training mit Gerstensaft versorgen. Zwei Kästen mit 24 0,33-Liter-Flaschen an kühlem Pils stehen bereit. „Die werfe ich den Jungs dann hin“, kündigt Weidner an. Versprochen ist nämlich versprochen. Und das zählt für den 30-jährigen Biedenkopfer nicht nur beim Kredenzen von stimmungserheiternden Getränken. Dass Weidner zum zweiten Mal beim FC Kombach spielt, ist ein eingehaltenes Versprechen.

Vor fünf Jahren wechselte er von dort zu seinem Heimatverein VfL Biedenkopf. „Ich ­habe meinen Freunden in Kombach damals versichert, dass ich wieder zurückkommen werde“, sagt er. Die Zusage hielt er in der vergangenen Sommerpause ein, als er von der zweiten Garde des VfL zurück wechselte. Und da stört es ihn auch nicht, wenn die Freunde mittlerweile gar nicht mehr kicken, sondern an Spieltagen nur noch jubelnd an der Seitenauslinie stehen.

"Ich habe mich an dem Tag einfach gut gefühlt"

Am vergangenen Sonntag ­sahen Weidners Kumpanen, wie der gelernte Mechaniker sich zum fleischgewordenen Albtraum für die zweite Garde der Spvgg Frohnhausen entpuppte.­ 10:3 gewann der FCK. Acht Mal traf der 30-Jährige – fast das komplette Programm: Mit dem linken sowie mit dem rechten Schlappen netzte er ein, per Elfmeter sowie per Freistoß.

Und wer eine solche Offensiv-Explosion schafft, der muss top ausgeruht gewesen sein. Aber weit gefehlt! Weidner arbeitet als Mechaniker im Drei-Schicht-Betrieb. Am vergangenen Sonntag fuhr er nach der Nachtschicht direkt auf den Sportplatz und führte kurz darauf die Frohnhausener Abwehr am Nasenring durch die Manege.

„Ich habe mich an dem Tag einfach gut gefühlt. Aber meistens ist das schon schwierig mit der Arbeit und dem Fußball“, gibt Weidner zu. Das Herz blutet am meisten, wenn er früher als alle anderen vom Sportplatz zur Arbeit aufbrechen muss, während die Freunde sich amüsieren. Aber versprochen ist versprochen.

von Benjamin Kaiser