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Lokalsport Großseelheim mit 20 Punkten aus elf Spielen gefühlt mitten im Abstiegskampf
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17:00 22.10.2021
Leon Droß (links) im Kopfballduell gegen Hannes Witzke vom TSV Kirchhain. Die Großseelheimer kämpfen in der Kreisoberliga um die Qualifikation für die Aufstiegsrunde.
Leon Droß (links) im Kopfballduell gegen Hannes Witzke vom TSV Kirchhain. Die Großseelheimer kämpfen in der Kreisoberliga um die Qualifikation für die Aufstiegsrunde. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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GROßsEELHEIM

Es geht eng zu in der oberen Tabellenhälfte der Fußball-Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord: 23 Punkte hat die SG Lahnfels aus ihren bisherigen elf Partien geholt, steht damit auf Rang zwei. 19 Zähler hat der SC Gladenbach bislang in ebenfalls elf Spielen eingefahren, ist damit Neunter. Dazwischen steht der SV Großseelheim mit seinen 20 Punkten aus elf Begegnungen. Eigentlich ist das eine Bilanz, mit der man sich erst einmal keine Sorgen um den Klassenerhalt machen muss. Doch in dieser Saison ist alles anders, wird nach einem sogenannten alternativen Modell gespielt. „Gefühlt stecken wir aktuell mitten im Abstiegskampf“, sagt Trainer Nils-Yannik Steitz.

Bis zur Winterpause sollen die 19 Kreisoberligisten eine einfache Runde austragen, also jeweils 18 Spiele machen. Die Teams auf den Plätzen eins bis sechs erreichen dann die Aufstiegsrunde, in der sie im Frühjahr bei null beginnen und untereinander zweimal im Modus „Jeder gegen jeden“ antreten sollen. Die übrigen Teams müssen in die Abstiegsrunde, in die sie ihre Punkte mitnehmen – allerdings nur die aus Spielen gegen die Teams, die ebenfalls in die Abstiegsrunde müssen. Im neuen Jahr soll dann sozusagen die Rückrunde ausgetragen werden. Vorgesehen ist, dass es aus der Kreisoberliga satte fünf Absteiger gibt.

Die Großseelheimer haben Tabellenführer SG Oberes Edertal die bislang einzige Niederlage beigefügt (3:1), haben gegen den aktuellen Tabellendritten SG Rennertehausen/Battenfeld 3:3 gespielt und gegen den Ligavierten TSV Amöneburg mit 2:1 gewonnen. Die Krux dabei: Schaffen es diese aktuellen Topteams in die Aufstiegsrunde, Großseelheim aber nicht, würde Steitz’ Mannschaft die Ergebnisse und damit auch die Punkte nicht in die Abstiegsrunde „mitnehmen“. Möglich also, dass die Grün-Weißen in der Qualifikation Siebter werden, in der anschließend gebildeten Tabelle der Abstiegsrunde aber mittendrin stehen.

Sechste Platz ist wichtig  

Dem Trainer ist das bewusst. Er weiß, dass aus der Theorie Realität werden könnte. „Der sechste Platz ist für uns enorm wichtig, den wollen wir unbedingt erreichen. Dann hätten wir noch zehn Endspiele, in denen wir natürlich etwas erreichen wollen, aber nicht müssen. Wenn wir nicht mindestens Sechster werden, sind wir tatsächlich sofort im Abstiegskampf.“

Was hält er von diesem Modell? Steitz ist „vor allem froh, dass wir wieder Woche für Woche auf dem Sportplatz stehen dürfen. Von daher nehmen wir den Modus an und versuchen, das Beste zu erreichen.“ Bedeutet, sich im engen Rennen um die begehrten Plätze durchzusetzen. „Es wird sicherlich schwierig“, sagt der Coach, hofft, direkt heute Abend (Anpfiff um 19 Uhr) beim FV Wehrda einen Schritt in die richtige Richtung zu machen: „Das ist eine hohe Hürde, zumal wir auswärts ranmüssen.“

2:0 für sein Team, das wäre Steitz’ Wunschergebnis – nicht nur für dieses Spiel. Zuletzt kassierte sein Team immer mindestens einen Gegentreffer. „Wir schaffen es nicht, über die gesamten 90 Minuten unsere Leistung abzurufen. Wir haben immer wieder Phasen dabei, in denen wir die Kontrolle abgeben, in denen kassieren wir dann auch die Tore“, beklagt er, hofft auf Besserung in den bevorstehenden Partien. Dabei gehe es „nicht um einen Schönheitspreis“, stattdessen darum, „im Zentrum präsent zu sein, den zweiten Ball zu bekommen, die nötige Zielstrebigkeit vorn zu haben, die wenigen Torchancen zu nutzen und defensiv so wenig wie möglich zulassen“, zählt er auf. „Die Einstellung muss stimmen.“

Personell sieht es beim SVG aktuell gut aus. Aus dem Stammkader der ersten Mannschaft wird einzig Philipp Löber aufgrund von Rückenproblemen voraussichtlich noch einige Zeit ausfallen. Zurück im Team ist hingegen Kapitän Dominik Staffel, der zuletzt aufgrund einer Schulterverletzung passen musste.

Von Stefan Weisbrod