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Zwei Aufstiegsrunden-Plätze sind noch frei
Zwei Aufstiegsrunden-Plätze sind noch frei
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15:00 03.12.2021
Michelbachs Ezoua Stephane Kouame (links) gegen Amöneburgs Marian Sita. Beide TSV hoffen auf die Aufstiegsrunde.
Michelbachs Ezoua Stephane Kouame (links) gegen Amöneburgs Marian Sita. Beide TSV hoffen auf die Aufstiegsrunde. Quelle: Foto: Tobias Hirsch
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Marburg

An diesem Wochenende steht der letzte reguläre Spieltag in der Qualifikation der Fußball-Kreisoberliga Gießen/Marburg Nord auf dem Programm. Vier Teams haben die Teilnahme an der Aufstiegsrunde, die im Frühjahr 2022 ausgetragen werden soll, sicher (siehe Infobox), zwei Plätze sind also noch zu vergeben. Ob am späten Sonntagnachmittag aber tatsächlich feststeht, welche Mannschaften diese einnehmen, ist ungewiss. Denn es gibt ein großes Fragezeichen.

Mitte September war die Partie zwischen dem TSV Erksdorf und dem TSV Michelbach vom Schiedsrichter in der 78. Minute beim Stand von 2:1 für die Gastgeber abgebrochen worden, nachdem es einen Streit unter Zuschauern gegeben hatte. Mit einer Neuansetzung waren die Erksdorfer nicht einverstanden, alle Beteiligten warten nun auf eine Entscheidung des Verbandsgerichts. Sowohl Erksdorfs Sprecher Oliver Pfeiffer als auch Michelbachs Spielausschussvorsitzender Joscha Gnendiger erklärten gestern gegenüber der OP, bislang keine Information erhalten zu haben. „Wir müssen warten“, sagte Pfeiffer, der auf eine Wertung mit 2:1 für seinen Verein hofft. Für Erksdorf wären es möglicherweise wichtige Punkte im Abstiegskampf – zumindest dann, wenn Michelbach die Qualifikation für die Aufstiegsrunde verpasst. Bekanntlich nehmen alle Teilnehmer an der Abstiegsrunde die untereinander in der Qualifikation erspielten Ergebnisse mit, während die Aufstiegsrundenteilnehmer noch einmal von null beginnen (die OP berichtete).

Die Michelbacher hätten die missliche Lage vermeiden können, hätten sie am Mittwoch gegen Qualifikationsmeister SG Oberes Edertal gewonnen. Letztlich kam ein 3:3 heraus. Florent Raishtaj erzielte alle TSV-Treffer, den letzten in der Nachspielzeit zum Endstand. „Leider haben wir einige gute Chancen nicht genutzt“, ärgerte sich Gnendiger. „Ein Sieg war auf jeden Fall drin.“ Mit dem wäre Michelbach sicher in der Aufstiegsrunde. So muss nun gewartet werden: auf die Ergebnisse vom Wochenende, auf die Entscheidung des Sportgerichts. Sollte die abgebrochene Partie für Erksdorf gewertet werden, bliebe es für Michelbach bei 31 Punkten – und vier Mannschaften sitzen dem derzeitigen Tabellenfünften aktuell im Nacken.

Borussia Momberg hat 30 Zähler auf dem Konto. Die Mannschaft von Fabian Hett hält alle Trümpfe in der Hand: Alle anderen Ergebnisse sind egal, sollten sie selbst gewinnen – und zwar beim Tabellenletzten TSV Kirchhain. Der Trainer hat „gar keine Sorge“, dass sein Team den Gegner unterschätzen könnte: „Jeder weiß, worum es geht. Wir können jetzt schon den Klassenerhalt schaffen.“ Der ist vor Saisonbeginn als Ziel ausgegeben worden. „Wir könnten dann ganz entspannt ins nächste Jahr gehen.“

SF BG II könnten zehn oder gar zwölf Punkte „verlieren“

Ihren einzigen Punkt haben die Kirchhainer beim 3:3 gegen die SF BG Marburg II geholt. Deren Coach Kristof Kühn ärgert sich darüber, ebenso wie über eine 2:3-Niederlage gegen Erksdorf durch zwei Gegentreffer in der Nachspielzeit und ein 1:1 gegen Momberg nach überlegenem Spiel. Das 0:2 zuletzt beim Vorletzten SG Wommelshausen/Dernbach tut dem Trainer ebenfalls weh, „aber da hatten wir einen starken Gegner. In anderen Spielen waren es einfach unnötige Punktverluste.“ Die Blau-Gelben haben die Qualifikation für die Aufstiegsrunde nicht mehr in eigener Hand. Kühn: „Wir müssen gegen Wehrda gewinnen. Alles andere liegt leider nicht mehr an uns.“

Die Marburger haben derzeit wie die SG Silberg/Eisenhausen und der TSV Amöneburg 29 Punkte auf dem Konto. Jeweils drei davon sind gegen Lahnfels (2:1), Großseelheim (3:2), Michelbach (3:1), und Silberg/Eisenhausen (4:2) geholt worden, einer beim 1:1 gegen Momberg. Verpasst die Verbandsliga-Reserve also die Aufstiegsrunde, könnte sie zehn, im ungünstigsten Fall gar zwölf Punkte „verlieren“, würde sich mitten im Abstiegskampf wiederfinden. Kühn ist das bewusst. Er bezeichnet den Modus unumwunden als „Katastrophe“ und ergänzt: „Ich frage mich, wie man auf so etwas kommen kann. Da wirst du noch dafür bestraft, wenn du gegen die Besten gewinnst.“

Von Stefan Weisbrod

Mögliche Konstellationen

Sechs Kreisoberligisten spielen im Frühjahr um den Aufstieg – sofern die Corona-Lage es nicht verhindert. Sicher qualifiziert sind SG Oberes Edertal, SG Lahnfels, SV Großseelheim sowie die SG Rennertehausen/Battenfeld, die zwar nach Punkten noch von mehren Teams eingeholt werden könnte, durch Siege gegen Michelbach, Silberg/Eisenhausen, die SF BG Marburg II und Amöneburg aber in jeder erdenklichen relevanten Konstellation die Nase vorn hätte. Momberg würde es mit einem Sieg in Kirchhain auch schaffen, Michelbach mit einem Erfolg in Erksdorf, sollte das Spiel nachgeholt werden.

SG Silberg/Eisenhausen, SF BG Marburg II und TSV Amöneburg lauern punktgleich dahinter. Die SG hat beim TSV mit 5:2 gewonnen und gegen die SF BG II mit 2:4 verloren, die Amöneburger wiederum mit 3:1 gegen die Marburger gewonnen, was bei Punktgleichheit relevant würde. Kommt es zum Dreiervergleich, läge Silberg/Eisenhausen mit einem Tor vorn.

Es könnte noch komplexer werden: Andere Dreier- und Viererkonstellationen sind denkbar, sogar eine mit fünf Teams. Dafür müsste Rennertehausen/Battenfeld das letzte Spiel verlieren, außerdem Michelbach noch einmal in Erksdorf ran dürfen und dort unentschieden spielen. Wenn tatsächlich eine Fünfertabelle gebildet werden muss, stünde dort „Re/Ba“ vor den Blau-Gelben. Bei Dreier- und Viererkonstellationen hängt es von den betroffenen Teams ab. sw