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Lokalsport Döringer ist schon ein fester Teil des Teams
Sport Lokalsport Lokalsport Döringer ist schon ein fester Teil des Teams
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19:01 15.11.2021
Trägt seit diesem Sommer das Trikot der „Löwen“: Jascha Döringer aus Cappel (links, hier im Spiel gegen die TSG Balingen).
Trägt seit diesem Sommer das Trikot der „Löwen“: Jascha Döringer aus Cappel (links, hier im Spiel gegen die TSG Balingen). Quelle: Foto: Imago:
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Marburg

Für die einen ist es das wohl größte Spiel der Vereinsgeschichte, für die anderen Pflichtaufgabe: Morgen (18.30 Uhr) empfängt der VfL Biedenkopf in der dritten Runde des Fußball-Hessenpokals den drei Klassen höher spielenden KSV Hessen Kassel, für den neben Hendrik Starostzik seit Sommer dieses Jahres ein weiterer heimischer Spieler kickt: Jascha Döringer. Der 13 Jahre lang beim VfB Marburg ausgebildete Cappeler suchte nach sechs Jahren beim TSV Eintracht Stadtallendorf eine neue Herausforderung – und fand sie beim nordhessischen Traditionsverein. Dort fühlt er sich pudelwohl.

„Anfangs habe ich knapp vier Wochen im Hotel gelebt, inzwischen habe ich eine Wohnung in Kassel, bin in 15 Minuten mit der Straßenbahn beim Training“, erzählt der 25-Jährige, der im Verein sofort gut aufgenommen worden sei. „Respekt und Sympathie sind wichtig, damit man sich auf dem Platz gut versteht“, findet Döringer, der einen Profivertrag über ein Jahr bei den „Löwen“ unterschrieben hat. Fürs Erste konzentriert er sich voll aufs Fußballspielen. Danach, so der Mittelfeldspieler, will er sich weiter orientieren, Ausschau nach einem Praktikum, Job oder Studium halten.

Bei allen Spielen dabei

Sportlich läuft es für Döringer gut – wobei: „Mit meiner Statistik bin ich nicht happy. Wie auch mit null Toren und null Assists?“, fragt Döringer. Bislang kam der Offensivspieler in allen 17 Regionalliga-Partien zum Einsatz, nur vier Mal spielte er dabei weniger als eine halbe Stunde. „Die mir entgegengebrachte Wertschätzung ist besonders“, weiß Döringer, was er beim KSV Hessen hat – einen Unterschied zu seiner Zeit in Stadtallendorf, wo der vielseitige Fußballer so gut wie immer gesetzt war in der Startelf, macht er dennoch aus.

Der Kader sei in der Breite qualitativ so gut besetzt, dass es durchaus sein könne, dass man kurzzeitig wieder ins zweite Glied rückt, wenn die aufeinanderfolgenden Leistungen nicht auf einem konstant hohen Niveau sind. „Dann bist du erstmal raus. Dass ich dann trotzdem immer wieder eine Chance bekomme, obwohl ich noch kein Tor und keine Vorlage vorzuweisen habe, spricht wiederum auch für mich“, meint Döringer, für es den „oberste Priorität“ habe, dass das Team nach namhaften Abgängen vor der Runde wie Sebastian Schmeer, Mahir Saglik oder Alban Meha den Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest schafft.

Volle Konzentration auf Biedenkopf

Und Döringer macht auch keinen Hehl daraus, dass der DFB-Pokal ein großes Ziel ist. Als Hessenpokalsieger würde er sich mit den Kasselern für den prestigeträchtigen K.-o.-Wettbewerb qualifizieren. Vorher wartet im Gruppenligisten VfL Biedenkopf aber zunächst die Drittrunden-Hürde. Auf die leichte Schulter nehme man den Gegner nicht, lässt Döringer durchblicken. „Denn in diesen 90 Minuten sind gerade vermeintlich schwächere Gegner so motiviert wie in der gesamten Saison nicht“, weiß der Cappeler, der VfL-Spieler wie Cedric Löwer oder Ernes Hidic gut kennt. Ein großer Pokalfavorit musste diese Erfahrung bereits machen. In Türk Gücü Friedberg kegelte jüngst ein Hessenligist den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden aus dem Wettbewerb (1:0).

„In solchen Spielen musst du die gleiche Motivation an den Tag legen wie in jedem anderen Ligaspiel“, fordert Döringer. Dann sollte es klappen mit dem Einzug ins Achtelfinale – und vielleicht auch mit dem ersten Treffer oder der ersten Torvorlage von Jascha Döringer im Trikot der „Löwen“ in einem Pflichtspiel.

Von Marcello Di Cicco