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Lokalsport VfL Neustadt feiert die Meisterschaft
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20:08 06.06.2022
Der VfL Neustadt feiert die Meisterschaft mit einer Bierdusche. Zuvor siegte das Team 2:1 beim RSV Roßdorf in der Kreisliga A Marburg und spielt in der kommenden Saison in der Kreisoberliga Marburg/Gießen.
Der VfL Neustadt feiert die Meisterschaft mit einer Bierdusche. Zuvor siegte das Team 2:1 beim RSV Roßdorf in der Kreisliga A Marburg und spielt in der kommenden Saison in der Kreisoberliga Marburg/Gießen. Quelle: Thorsten Richter
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Roßdorf

Der VfL Neustadt hatte bereits zum Spiel bei der FSG Südkreis alles für die Feier zum vorzeitigen Titelgewinn der Kreisliga A Marburg vorbereitet. Zu früh, denn Cölbe machte dem VfL in der letzten Minute des Spiels mit dem 3:2-Siegtreffer gegen den TSV Wohratal doch noch einen Strich durch die Rechnung. Dafür klappte es jetzt im zweiten Anlauf mit einem 2:1 am vergangenen Samstag beim RSV Roßdorf, womit sich Neustadt die Meisterschaft sicherte und den Aufstieg in die Kreisoberliga perfekt machte.

Als Tom Bauscher in der 61. Minute den Ball zur 1:0-Führung des VfL Neustadt über die Torlinie des Roßdorfer Gehäuses geschoben hatte, fiel der Druck von den Spielern ab. Alle Spieler einschließlich des Torwarts und der VfL-Bank jubelten mit dem Torschützen. „Es war vorher die totale Anspannung, doch ich wusste immer, dass wir noch ein Tor schießen würden“, sagte der „überglückliche“ VfL-Coach Mirco Kleinmann.

Der „Herbstmeister“ gratuliert zur Meisterschaft

Da fast gleichzeitig der Tabellenzweite FV Cölbe gegen Südkreis mit 1:3 zurücklag, war den Neustädtern ihr Triumph kaum noch zu nehmen. Chris Helm sicherte ihn mit dem 2:0 in der 86. Minute, der Anschlusstreffer Roßdorfs durch Jens Ennslen wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff war dann nur noch eine Randnotiz. Bei den Meisterfeierlichkeiten zogen die „Neustädter Jungs“ und ihre Fans alle Register. Roter Rauch umnebelte die Choreographie der Gesänge und Tänze unter dem Motto: „Wir fangen jetzt langsam an zu singen, und dann rasten wir komplett aus“.

„Es ist phänomenal, meine Jungs waren in dieser Saison überragend und bewiesen, dass sie das beste A-Liga-Team waren“, sagte ein strahlender Kleinmann, der für den Erfolg auch dem Sportlichen Leiter „Rudi“ Moser („er hat den Kader gut zusammengestellt“), seinem Co-Trainer Chris Helm und seiner Ehefrau („sie hat oft auf mich verzichten müssen“) dankte. In der Kreisoberliga will Kleinmann mit seinem Team „auf jeden Fall eine gute Rolle spielen, unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz.“ Als „erste Sahne“ beschrieb Co-Trainer Helm seine Gefühle und erläuterte: „Der Erfolg ist mehr als verdient. Wichtig war es, aus dem Stamm und den Neuzugängen ein Team zu formen. Und wir bauten viele spielerische Elemente ein.“ Zum Ende der Vorrunde stand der samstägliche Gastgeber Roßdorf als „Herbstmeister“ noch an der Spitze der Konkurrenz. „Wir sind auch ein bisschen durch den Spielmodus benachteiligt gewesen – es ging ja wieder bei null los. Wir sind dann schlecht in die Runde gestartet, vor allem aber hat uns Corona voll erwischt – wir hatten insgesamt zehn Ausfälle“, sagte RSV-Trainer André Zink, der indes den Aufstieg des VfL als „verdient“ betrachtet. Immerhin sei das Saisonziel – ein Platz unter den ersten Sechs – erreicht worden. Und Mannschaftskapitän Yanik Schick ist zuversichtlich, dass der RSV in der nächsten Saison wieder oben mitspielt: „Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben.“

Bei besten äußeren Bedingungen dominierte der VfL Neustadt von Beginn an, tat sich gegen defensiv eingestellte Gastgeber aber schwer, die wenigen erspielten Torchancen auch zu nutzen. Die Roßdorfer kamen nach der Pause zunächst zu guten Chancen, doch Ennslen scheiterte an VfL-Keeper Alpay Saritekin (49.), Milan Völker traf das Außennetz (58.). Neustadt wirkte offensiv oft unkonzentriert, doch diese Nervosität war in der 61. Minute durch Bauschers Treffer vergessen.

Die Gäste wollten nun unbedingt nachlegen, was Helm mit einem Kopfball nach der Vorlage von Gian-Luca Sanzone auch gelang. Beim 1:2 durch den 23-Meter-Schuss von Ennslen stand der Fuß eines Neustädter Verteidigers „Pate“, der den Ball noch leicht abfälschte. Lange musste der VfL-Defensivmann indes nicht hadern und durfte zwanzig Sekunden später in den Jubel mit einstimmen.

Von Michael Seehusen