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14:58 16.04.2021
In der Regionalliga trafen FC Gießens Johannes Hofmann (rechts) und Eintracht Stadtallendorfs Jascha Döringer schon aufeinander. Wie sich der Spielplan für beide Klubs im Falle des Abstiegs in die Hessenliga gestaltet, wird derzeit heiß diskutiert.
In der Regionalliga trafen FC Gießens Johannes Hofmann (rechts) und Eintracht Stadtallendorfs Jascha Döringer schon aufeinander. Wie sich der Spielplan für beide Klubs im Falle des Abstiegs in die Hessenliga gestaltet, wird derzeit heiß diskutiert. Quelle: Nadine Weigel
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Stadtallendorf

Nach 31 von 42 Spieltagen ist der TSV Eintracht Stadtallendorf abgeschlagen Tabellenletzter in der Fußball-Regionalliga Südwest. Dass sich die Herrenwälder sportlich in der vierten Liga halten können, ist unwahrscheinlich. Ungewiss ist derweil, in welchem Modus kommende Runde in der Hessenliga gespielt wird – in jener Klasse, der die Eintracht im Falle des Abstiegs angehören würde.

Kürzlich kamen die Hessenligisten mit Klassenleiter Matthias Bausch in einer Videoschalte zusammen – zu einem „Gedankenaustausch“, betont Bausch gegenüber der OP. Denn klar ist nur, dass derzeit fast alles unklar ist, wie es ab Sommer in Hessens höchster Spielklasse weitergeht. Denn weder ist klar, ab wann es wegen der Pandemie weitergehen kann (Bausch: „Das ist das Wichtigste“), noch wie viele Teams der Hessenliga dann angehören. Dies liegt auch an der unklaren beziehungsweise diskutierten Auf- und Abstiegsfrage in den Oberligen vieler Landesverbände und der Regionalliga Südwest in dieser Spielzeit (die OP berichtete).

Klassenleiter sieht Problem bei Einteilung von Gruppen

„Bis auf zwei Vereine waren alle der Meinung, dass eine Hin- und Rückrunde mit vermutlich 22 oder mehr Mannschaften nicht umsetzbar ist. Auch wenn ich kein Freund von der Teilung der Liga bin, sehe ich dies genauso“, sagt Bausch. Ausgehend von 42 Spieltagen (22er-Staffel) „bräuchten wir mindestens fünf Wochenspieltage – wenn alles glatt läuft“, rechnet Bausch vor. Dass dies in Zeiten von Corona möglich ist – eher unwahrscheinlich.

Der KSV Baunatal schlug eine Liga-Teilung vor. Jene könnte nach Bausch etwa nach geografischen Gesichtspunkten erfolgen. Eintracht Stadtallendorf würde – wie Klubs aus Nord- und Osthessen – dann wohl eher einer Nordgruppe zugeordnet. Das Problem: In jeder Gruppe müssten elf Teams spielen, eine Nordgruppe also wohl mit Vereinen „aufgefüllt“ werden, die wegen ihrer Lage eher zur Südgruppe gehören und womöglich noch auf prestigeträchtige Derbys verzichten müssten. „Da ist Zirkus programmiert, denn eine gerechte Einteilung gäbe es dabei nicht“, meint Bausch. Ein weiterer Haken für den Klassenleiter: „In einer 11er-Gruppe hätte jede Mannschaft nur 20 Spiele. Je nachdem, wann wir beginnen, sind 20 Spiele zu wenig.“

Bausch präferiert ein anderes Modell. Demnach wäre eine Einfachrunde mit 21 Spielen denkbar. „Danach würde die Liga geteilt, sodass in einer 22er-Staffel die ersten elf Teams mit ihren Punkten aus der Vorrunde eine Aufstiegsrunde und die anderen Mannschaften eine Abstiegsrunde spielen“, sagt Bausch, der einräumt, dass aber auch dieses Modell Schwierigkeiten beinhaltet – etwa wegen der womöglich zahlenmäßig ungerechten Verteilung von Heimspielen gegen stärkere beziehungsweise schwächere Gegner oder weil in einer Abstiegsrunde wohl mehr als die Hälfte aller Teams „runter“ müssten, um auf die nötige Richtzahl für die Saison 2022/23 zu kommen.

„Wir werden uns noch häufiger treffen müssen, um etwas zu Papier zu bringen“, sieht Bausch noch einen weiten Weg bis zu einem Konsens – zumal die Entscheidung auf anderer Ebene getroffen werde. „Die Hessenligisten geben ihre Meinung ab. Letztlich entscheidet der Verbandsspielausschuss mit dem Verbandsvorstand“, lässt Bausch durchblicken.

Von Marcello Di Cicco