Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Sicaja muss die Abwehr umbauen
Sport Lokalsport Lokalsport Sicaja muss die Abwehr umbauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:59 09.08.2019
Stadtallendorfs Matthias Pape (links) verursacht gegen Maximilian Zuckrigl den Elfmeter, der Dietkirchen auf 1:2 heranbringt. Später sah Pape noch die Gelb-Rote Karte. Quelle: Patrick Jahn
Stadtallendorf

Im Herrenwaldstadion
 bekommen es zwei Mannschaften miteinander zu tun, die zwar zuletzt viel Spektakel boten, aber
beide nicht als Sieger vom Platz gingen.

Die Aufarbeitung des 2:2 in Dietkirchen fällt Dragan Sicaja schwer. Denn als ganz normal empfand Stadtallendorfs Trainer die Umstände nicht, die seine Mannschaft um den Sieg brachten.

Insgesamt 14 Gelbe Karten verteilte Schiedsrichter Nicklas Rau (Kaichen), drei davon führten zu Gelb-Rot für die Eintracht-Spieler Moritz Bäumel, Laurin Vogt und Matthias Pape. „Ich habe nicht verstanden, dass einem so ein harmloses Spiel so aus den Händen gleiten kann“, ist Sicaja immer noch fassungslos. „Dafür habe ich kein Verständnis.“

„Komisches Gefühl“ 
sollte nicht trügen

Das Kartenfestival begann nach der Stadtallendorfer 2:0-Führung mit drei schnellen Gelben Karten hintereinander. „In der Halbzeit hatte ich ein komisches Gefühl“, sagt Sicaja, der vorsichtshalber den gelbbelasteten Muhamet Arifi auswechselte. Allein: Es nützte nichts. Sehr zum Ärger von Sicaja flogen drei seiner Schützlinge vom Platz.

Der kroatische Trainer pickte sich exemplarisch die Hinausstellung von Bäumel heraus. „Für eine Kleinigkeit bekommt er Gelb“, sagt Sicaja, der das fehlende Fingerspitzengefühl des Schiedsrichters bemängelte und sich fragte, ob er „etwas gegen uns hat. Ich hoffe, dass es eine Ausnahme war.“ Darüber hinaus hofft Sicaja, dass andere Unparteiische nicht nur auf die Statistiken gucken.

„Wir müssen uns die zwei Punkte wieder holen“

Denn klar ist: Nach vier „Ampelkarten“ in den ersten beiden Hessenligaspielen – beim Auftaktsieg gegen Hessen Kassel hatte Felix Nolte eine unberechtigte Gelb-Rote Karte gesehen – und einer Roten Karte gegen Kristian Gaudermann in einem Vorbereitungsspiel könnte die Eintracht durchaus als „Tretertruppe“ abgestempelt sein. „Wir haben vier Gelb-Rote Karten bekommen und nicht ein einziges richtiges Foul gemacht“, macht Sicaja seine Sicht deutlich.

Gegen Fernwald soll der Schiedsrichter am Samstag (14 Uhr) keine entscheidende Rolle spielen. „Wir müssen uns die zwei verlorenen Punkte wieder holen“, fordert Sicaja gegen eine Mannschaft, die bislang noch ohne Punkt dasteht. Dem 1:2 beim SV Neuhof folgte ein wildes 5:6 gegen RW Hadamar.

Spieltag und Tabelle

Hier klicken

„Das Ergebnis spricht nicht für die Abwehr beider Mannschaften“, kommentiert Sicaja, der sich beide Partien des FSV Fernwald live ansah.

„Da waren Riesenpatzer drin.“ Gleichwohl hätte der FSV auch bereits sechs Punkte haben können, lautet das Urteil des Eintracht-Trainers:

„Die Mannschaft ist von der Qualität zu gut, als dass sie Probleme bekommen wird.“

Viele Spieler des Gegners haben eine Stadtallendorfer Vergangenheit. Dominik Völk und Kevin Bartheld, der in der Nachspielzeit zum 5:6-Endstand traf, waren jahrelang Leistungsträger bei den Herrenwäldern. Auch Keeper Stephen Jäckel und Mirco Geisler sind alte Bekannte. Zudem stürmt Raffael Szymanski, Bruder des Ex-Stadtallendorfers Ariel Szymanski, für Fernwald. Kein Wiedersehen wird es dagegen mit Antonyos Celik geben. Der 24-jährige Offensivspieler wird wegen eines Muskelabrisses im Oberschenkel noch länger ausfallen.

Felix Nolte hat Sperre abgesessen

Die Offensive ist aber nicht das Hauptproblem für FSV-Coach Karl-Heinz Stete. „Es war Tag der offenen Tür auf beiden Seiten“, blickt Stete auf das 5:6 gegen Hadamar zurück „Das wollen wir gegen Stadtallendorf viel besser machen.“ Das große Ziel laute, hinten möglichst wenig zuzulassen. Dafür müsse man im Abwehrverhalten diszipliniert sein und die Räume eng machen. „Ich wäre sehr zufrieden, wenn wir einen Punkt holen würden.“

Die Eintracht wird sich also auf Betonmischer aus Fernwald einstellen müssen. Offensiv macht sich Dragan Sicaja aber wenig Sorgen, obwohl Vogt nun gesperrt fehlen wird. Er habe viele „junge Leute, die Gas geben“. Zudem kann Mittelstürmer Felix Nolte nach abgesessener Sperre wieder auf Torejagd gehen.

Mehr Gedanken muss sich der Trainer um die Defensive machen. „Perry Ofori und Kevin Vidakovics waren ein eingespieltes Duo. Das tut schon weh“, sagt Sicaja zum Kreuzbandriss Oforis. Dessen Ersatz Matthias Pape fällt gegen Fernwald wegen seiner Sperre aus. Routinier Daniel Vier ist die naheliegende Alternative. „Mo Arifi wäre auch eine Lösung, Arne Schütze kann die Position spielen“, zählt Sicaja weitere Varianten neben Kapitän Vidakovics auf.

von Holger Schmidt