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Lokalsport Eintracht Stadtallendorf will wieder hoch
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17:57 14.04.2020
Laurin Vogt (Mitte) im Herbst 2017 in einem Spiel gegen Waldhof Mannheim. Gibt’s bald wieder Regionalliga-Fußball in Stadtallendorf? Quelle: Michael Hoffsteter/Archiv
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Stadtallendorf

Der Spielbetrieb ruht, die Stadtallendorfer Fußballer sind dennoch im Einsatz – natürlich unter Einhaltung der geltenden Regelungen. Sie unterstützen etwa die örtliche Kindertafel. Auch in Fitnessvideos, die der Club produziert und übers Internet verbreitet, sind die Kicker zu sehen (siehe Infobox).

Parallel laufen im Verein die Planungen für die Zukunft. Dazu gehören Gespräche mit aktuellen Spielern und potenziellen Zugängen. Dazu gehört aber auch die Zusammenstellung der Unterlagen für die Regionalliga-Bewerbung des Hessenliga-Tabellenführers.

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Eigentlich müssen Interessenten bis zum 15. April eines Jahres ihre Unterlagen einreichen, diese Frist ist aufgrund der Corona-Krise in diesem Jahr um einen Monat verlängert worden, wie Reiner Bremer erklärt. „Wir haben aber schon alles zusammen“, betont der Präsident der Fußballabteilung, unterstreicht damit nochmals: Die Stadtallendorfer wollen zurück in die Regionalliga Südwest, in der sie bereits nach dem ersten Aufstieg 2017 als einer von wenigen reinen Amateurvereinen in der vierthöchsten Spielklasse für Furore gesorgt hatten und aus der sie im vergangenen Jahr abgestiegen waren.

Bremer sieht Fortsetzung im Herbst kritisch

Die Eintracht hat 22 von 34 geplanten Saisonspielen ausgetragen, steht mit 48 Punkten an der Tabellenspitze, einen Zähler vor Hessen Kassel. „Am liebsten wäre es uns natürlich, die Saison könnte fortgesetzt werden, und wir stünden auch nach 34 Spielen ganz oben“, macht Bremer deutlich. Er hat allerdings seine Zweifel daran, dass in der Spielzeit 2019/2020 nochmals Partien ausgetragen werden können: „Die Profis trainieren wieder. Da scheint etwas im Busch zu sein, da wird es wohl bald Geisterspiele geben“, meint er, sagt aber auch: „Das ist nicht auf den Amateurbereich zu spiegeln.“

Für ihn ist es auch schwer vorstellbar, später, etwa im Herbst, beim aktuellen Stand weiterzuspielen: „Ich wüsste nicht, wie es gehen soll, die Runde einfach im Oktober oder wann auch immer fortzusetzen“, sagt er, spricht von einer „ganze Menge Hürden“ und verweist etwa auf Verträge von Spielern, die im Sommer auslaufen.

„Wir stehen nicht umsonst ganz oben“

Wahrscheinlicher wäre demnach ein Abbruch der Saison – was die Frage nach der Wertung aufwerfen würde. Sowohl nach absoluter als auch nach durchschnittlicher Punktzahl pro Partie liegen die Stadtallendorfer vorn, auch in der Tabelle der Hinserie nehmen sie den ersten Platz ein. Sollte es einen Meister und Aufsteiger in die Regionalliga geben, ohne dass die übrigen Partien ausgetragen werden, könnte dies also wohl nur der TSV Eintracht sein. Die Herrenwälder würden in diesem Fall nicht Nein sagen. Bremer dazu: „Die Tabelle spiegelt nach zwei Dritteln der Saison natürlich die bisherige Leistung wider. Wir stehen nicht umsonst ganz oben.“

Unabhängig davon, in welcher Liga es für die Eintracht-Fußballer irgendwann weitergeht, die Stadtallendorfer Verantwortlichen stehen vor einigen Herausforderungen. Dazu gehört es, die finanziellen Einbußen aufgrund der fehlenden Heimspiele zu kompensieren. „Wir sind kein Bundesligist. Wir leben ein gutes Stück weit von den Zuschauereinnahmen“, macht Bremer deutlich. Allerdings: „Wir müssen immer die Relation sehen. Menschen sterben durch das Coronavirus. Viele andere haben private Existenzsorgen. Die Probleme, die wir und andere Sportvereine aktuell haben, sind im Vergleich dazu sehr klein.“

Von Stefan Weisbrod

Fitness-Videos

Unter dem Slogan „Fitness entsteht hier“ – angelehnt ans Vereinsmotto „Eintracht entsteht hier“ – präsentieren Stadtallendorfs Athletiktrainer Stefan Backhaus und wechselnde Spieler in Livevideos Übungen, die zu Hause nachgemacht werden können. Neben Konditions- und Kräftigungselementen sowie Ganzkörper-Workouts stehen in den rund einstündigen Einheiten auch Entspannungsübungen auf dem Programm.

Das kommt an: Auf die Videos, die auch im Nachhinein auf der Facebook-Seite der Eintracht aufgerufen werden können, hat es bereits mehrere Tausend Zugriffe gegeben.

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