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Lokalsport Hessenderby unter besonderen Vorzeichen
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17:00 15.09.2020
Dragan Sicaja (Stadtallendorf). Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Auch wenn für das Hessenderby in der Fußball-Regionalliga Südwest zwischen dem TSV Eintracht Stadtallendorf und Hessen Kassel nur 580 Zuschauer im Herrenwaldstadion zugelassen sind und das gewisse Etwas unter Flutlicht fehlen dürfte, so ist das Kräftemessen der beiden Hessenliga-Aufsteiger ein besonderes. „Kassel ist mit sechs Punkten aus zwei Spielen gestartet, das ist kein Zufall“, warnt Stadtallendorfs Trainer Dragan Sicaja, der die Nordhessen aus diesem Grund favorisiert sieht, aber: „Es waren aber immer enge Spiele gegen den KSV“, gibt der Kroate zu bedenken. Sein Team hat erst einen von möglichen sechs Zählern geholt.

Besonders ist die Partie nicht nur aufgrund des Derby-Charakters, sondern weil bei beiden Mannschaften Trainer an der Seitenlinie stehen, die eine gemeinsame Vergangenheit haben und sich nun erstmals in einem Pflichtspiel als Coaches gegenüberstehen. Zur Saison 2004/05 holte Sicaja, damals Trainer beim 1. FC Schwalmstadt, den heute 36-jährigen Damm als Spieler vom TSV Wabern zum damaligen Oberligisten. „Ich hatte ihn schon zwei-, dreimal zuvor gefragt, aber er hatte das Angebot immer abgelehnt“, erinnert sich Sicaja. Nur ein Jahr blieb Damm beim FCS. Der Grund: Bei seinem ehemaligen Weggefährten Zeljko Buvac, damals beim FSV Mainz 05, machte sich Sicaja dafür stark, Damm beim FSV eine Chance zu geben, vorzuspielen. Damm nutzte sie – und kam später für die 05er sogar neunmal in der Bundesliga zum Einsatz.

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„Tobi ist ein ehrlicher und gut erzogener Junge, der seinen Weg gemacht hat“, sagt Sicaja über seinen ehemaligen Schützling, der sich eines ganz besonders bei seinem früheren Trainer abgeschaut hat – „den Ehrgeiz, an gewisse Dinge heranzugehen“, verrät Damm. „Dragan legt Wert darauf, auch in jedem Training 100 Prozent zu geben“, lobt der „Löwen“-Coach.

Insofern weiß Damm, dass seine mit einer weißen Weste anreisende Mannschaft mit großer Gegenwehr zu rechnen hat. Sicaja untermauert dies: „In diesen 90 Minuten sind wir Gegner“, sagt der Stadtallendorfer Trainer, der „viel Erfahrung und individuelle Qualität“ im KSV-Kader sieht. Aufgrund der bisherigen Duelle ist sich Damm sicher: „In diesem Spiel werden Kleinigkeiten entscheiden.“

Bereits nach der Nullnummer gegen den FK Pirmasens hoffte Muhamet Arifi darauf, dass Felix Nolte (Knöchel) gegen Kassel zurückkehrt. „Wir haben zwar Del-Angelo Williams hinzubekommen, aber Felix ist ein Typ, den man als Gegenspieler hasst.“ Die Chancen, dass der groß gewachsene Angreifer dabei ist, sind zumindest gegeben, wie Sicaja durchblicken lässt. „Vergangene Woche hatten wir bei ihm ein gutes Gefühl. Wir werden nichts riskieren. Wenn es klappt, würde uns das aber freuen“, sagt Sicaja, der weiter auf den verletzten Amar Zildzovic verzichten muss. Ibrahim Aaral und Matthias Pape – beide müssen sich einer Operation unterziehen – fallen noch länger aus. Damm bangt noch um den Einsatz den angeschlagenen Stürmers Sebastian Schmeer (muskuläre Probleme).

Nach einem Topstart in die neue Runde und einer starken Ausbeute von durchschnittlich 2,83 Punkten unter Führung von Damm, der seit Oktober 2019 Chefdompteur des „Löwenrudels“ ist, reisen die Nordhessen mit dem nötigen Selbstbewusstsein an. „Ich habe bei meiner Amtsübernahme gar nicht so viel verändert“, verrät Damm. „Ich lege viel Wert auf Mannschaftsgefüge und Teamgeist, das war uns Anfang vergangenen Saison etwas abhandengekommen. Zudem haben wir die taktische Grundordnung dahingehend verändert, dass wir uns mehr auf das Spiel gegen den Ball konzentrieren und kompakter stehen. Chancen bekommen wir immer.“ Darauf setzt Damm auch im Hessenderby. Wenn der Schüler auf seinen ehemaligen Lehrer trifft.

Regionalliga Südwest

Regionalliga Südwest: FK Pirmasens - Kickers Offenbach, Hoffenheim II - SG Großaspach, Eintracht Stadtallendorf - Hessen Kassel, Astoria Walldorf - Bayern Alzenau (alle heute, 19 Uhr), TSV Schott Mainz - FC Homburg (heute, 19.30 Uhr), SC Freiburg II - VfR Aalen (Mi., 14 Uhr), VfB Stuttgart II - SV Elversberg, SSV Ulm - FSV Frankfurt, TSV Steinbach - Mainz 05 II, TSG Balingen - Bahlinger SC (alle Mi., 19 Uhr).

Von Marcello Di Cicco

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