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Lokalsport Kaderbreite kommt Michelbach zugute
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12:40 16.01.2020
Andreas Schoch (Mitte) kämpft mit Wetters Marcel Nehls (links) um den Ball. Mit 19 Toren hat Schoch seinen Anteil am bisherigen Erfolg der Michelbacher. Quelle: Thorsten Richter
Michelbach

TSV-Trainer Kai Ranke muss schmunzeln, als die Frage zum Thema Aufstiegskampf kommt. „Ich bin da immer ein bisschen vorsichtig“, sagt er über die eigene Zielsetzung, „klar wollen wir versuchen, weiter oben mitzumischen. Aber wenn wir am Ende im oberen Drittel stehen, dann war es eine erfolgreiche Saison.“ Defensive Formulierungen für eine Mannschaft, die bisher die wenigsten Niederlagen kassiert hat und mit 41 Punkten an der Spitze der Gruppenliga Gießen/Marburg thront. 

Der TSV will sich nicht aus der Reserve locken lassen – aus gutem Grund: „Es kann schnell sein, dass es wieder bergab geht“, sagt Ranke. Die beiden größten Konkurrenten Steinbach II und Schröck haben jeweils ein Spiel weniger ausgetragen, und auf Platz vier beträgt der Vorsprung auch nur sieben Punkte.

Trotzdem macht der Blick auf die Tabelle in Michelbach derzeit großen Spaß. Der Aufsteiger spielt bislang eine herausragende Saison. Die Mannschaft des Trainerduos Kai Ranke/Christoph Weidenhausen sorgte für echte Höhepunkte wie den 3:0-Erfolg gegen Top-Team Steinbach II oder das 6:4-Spektakel im Derby gegen Schröck. Dass Michelbach zu solchen Leistungen im Stande ist, ist für viele keine große Überraschung. „Wir haben viele Spieler mit Verbandsliga-Qualität“, sagt auch Kai Ranke.

Offensivspiel und Spielaufbau gilt es zu verbessern

In Andreas Schoch etwa hat der TSV vor der Saison einen echten Torjäger hinzugewonnen, einen „Wunschspieler“, wie Ranke sagt, der schon 19 Mal getroffen hat. Für den Trainer ist aber noch mehr die Breite des Kaders für den aktuellen Erfolg entscheidend. „Elf gute Spieler haben die meisten Mannschaften“, erklärt Ranke, „aber wir haben auch auf den Positionen 14, 15 und 16 Jungs, um auf gleichbleibendem Niveau wechseln zu können.“ Selbst wenn sich die Aufstellung in den vergangenen Monaten hin und wieder veränderte, der Erfolg blieb den Michelbachern treu – meistens zumindest.

Am Ende des Jahres ging dem Tabellenführer ein wenig die Puste aus. Gegen Gießen rettete Michelbach spät noch ein 4:4, gegen Wetter kassierte das Team schließlich eine deutliche 1:5-Packung. Anzeichen, dass es für den TSV jetzt in der Vorbereitung noch etwas zu tun gibt. „Es gibt ein paar Sachen, an denen wir arbeiten“, betont Ranke. Dazu gehören das Offensivspiel, in dem das Trainerteam noch mehr Flexibilität fordert, und auch der Spielaufbau. 

Gerade dann, wenn der Gegner viel Druck aufbaut, muss die Mannschaft nach dem Geschmack von Ranke und Weidenhausen einige Situationen noch ruhiger lösen. Personell wird sich beim Tabellenführer jetzt im Winter aller Voraussicht nach nichts verändern. „Es gibt nicht die Notwendigkeit, noch etwas zu machen“, sagt Kai Ranke. Selbstbewusst schiebt er zum Schluss noch nach: „Wir brauchen uns vor keiner Mannschaft zu verstecken. Wir haben keine Angst.“ Also doch noch eine – wenn auch kleine – Kampfansage an die Konkurrenz vor Beginn der Restrunde.

von Yanik Schick