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Lokalsport Schröcker wollen wieder vorne mitmischen
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08:58 06.08.2021
Mehmet Kocak (rechts, gegen Bauerbachs Leon Klapp) ist von den SF BG Marburg zum FSV Schröck zurückgekehrt.
Mehmet Kocak (rechts, gegen Bauerbachs Leon Klapp) ist von den SF BG Marburg zum FSV Schröck zurückgekehrt. Quelle: Foto: Jens Schmidt
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Schröck

Neun Spieler haben den FSV Schröck verlassen, sieben Akteure haben sich dem Verein aus dem Marburger Stadtteil vor dem Beginn der neuen Spielzeit in der Fußball-Gruppenliga angeschlossen. Die Schröcker wollen in dieser Saison das schaffen, was in ihnen schon in den vorangegangen Runden gelungen ist: unter den Topteams in der Region Gießen/Marburg mitmischen. Den Druck sieht FSV-Trainer Samet Sarkaya insbesondere bei einem Konkurrenten.

Der Rückblick: Für das Team vom Elisabethbrunnen liefen die beiden vorangegangenen Corona-Spielzeiten enttäuschend, was nichts mit der sportlichen Situation zu tun hatte – im Gegenteil: Als Dritter und zuletzt Zweiter spielte der FSV zum Zeitpunkt des pandemiebedingten Abbruchs mit. „Wir hätten gute Chancen gehabt, beide Male aufzusteigen“, bedauert Sarkaya, der bisher unter „Momo“ Jauernick Co-Trainer war und nach dessen Rückkehr zu den Sportfreunden Blau-Gelb Marburg nun als Chefcoach in der Verantwortung steht.

Die Corona-Pause: Ob Challenges oder Videokonferenzen – viele Mannschaften haben sich im Lockdown einiges ausgedacht, um in Verbindung zu bleiben. „Wir haben die Jungs in Ruhe gelassen, bei uns hat sich jeder selbst fit gehalten. Das hat funktioniert, einige haben mir Videos und Nachrichten geschickt, was sie machen“, erzählt der 38-jährige Sarkaya. Bereits vier Wochen vor dem offiziellen Trainingsstart am 1. Juli bot der FSV ein freiwilliges Training an – mit gutem Zuspruch. „Die Jungs hatten Lust, wieder loszulegen“, stellt Sarkaya fest.

Die Veränderungen: „Wir haben einige erfahrene Spieler verloren, die uns fehlen“, sagt Sarkaya und meint damit vor allem die Abgänge Pascal Köhler (SF BG Marburg), Serkan Erdem (Spvgg Leusel), Enrico Zucca (VfL Biedenkopf) und Michael Xenokalakis (VfB Marburg).

Vor allem junge Spieler hat der Verein hinzubekommen, „die können aber die Erfahrung nicht eins zu eins ersetzen. Wegen der Pandemie kann der Verein finanziell aber keine großen Sprünge machen“, gibt Sarkaya zu bedenken. Etwas Erfahrung sollen dem Team der von den SF BG Marburg zurückgekehrte Mehmet Kocak sowie Alessio Canevese (TSV Michelbach) geben. Die Brüder Justin und Jeremy Herbel (VfL Dreihausen) haben zumindest schon in der Kreisoberliga gespielt. Generell wünscht sich Sarkaya: „Die jungen Spieler sollen zeigen, dass sie Gruppenliga spielen können.“

Die Taktik: „Ich will, dass die Zuschauer bei uns Lust und Spaß am Fußball haben“, sagt Sarkaya. Soll heißen: Der Trainer bevorzugt einen Spielstil, bei dem sich sein Team nicht nur durch Effizienz auszeichnet, es soll auch aktiv sein, möglichst viele Ballbesitzphasen haben. „Bisher haben wir mit einer Viererkette gespielt“, sagt Sarkaya, der sich in der Grundordnung aber auch eine Dreierkette offenhält, „wenn wir Druck ausüben wollen“.

Das Ziel: Die vergangenen zwei Spielzeiten, in denen der FSV – zumindest bis zum Abbruch – immer um den Aufstieg mitspielte, wecken Begehrlichkeiten. „Wir wollen es gerne unter die ersten Fünf schaffen“, sagt Sarkaya, der jedoch weiß, dass seine junge Mannschaft noch Zeit zum Entwickeln benötigt. Das Wort Aufstieg will er daher nicht in den Mund nehmen. „Ich wäre schon froh, wenn wir bis zum Schluss oben dranbleiben. Wir haben kein Druck wie etwa der VfL Biedenkopf, der eine Reihe Verbandsliga-erfahrener Spieler geholt hat.“

Und sonst? Nach zwei Jahren als spielender Co-Trainer will sich Sarkaya aufs Traineramt konzentrieren. „Wenn es gut läuft, werde ich nicht spielen“, sagt der 38-Jährige, der bereits Erfahrungen als Coach hat – bei der FSG Homberg/Ober-Ofleiden und bei Türk Gücü Breidenbach war der frühere Ober- und Hessenligakicker Spielertrainer.

Von Marcello Di Cicco