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Lokalsport Der "Kugelblitz" schlägt viermal zu
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17:00 15.11.2019
Enis Saritekin (SSV Hatzbach) jubelt. Quelle: Privatfoto
Hatzbach

Auch dank Stimmen aus der Türkei hat der B-Liga-Stürmer die Wahl zum „Spieler der Woche“ gewonnen. Derzeit läuft es für seine Mannschaft und für ihn gut. Das liegt auch daran, dass er eine wichtige Veränderung durchhält.

Mit einer griechischen Heldenstatue wie Herakles oder Achilles ist Enis Saritekins Körperbau nicht zu vergleichen. „Ich habe schon ein Wohlstandsbäuchlein“, sagt er. Die zusätzlichen Kilogramm trägt der 23-jährige Stürmer der Reserve des Kreisoberligisten SSV Hatzbach aber mit Stolz. Zumal sein Spitzname „Kugelblitz“ nicht von ungefähr kommt.

Seit Sommer gibt‘s eine tiefgreifende Veränderung

Saritekin bringt eine gute Grundschnelligkeit mit, die ihm in der B-Liga erlaubt, gegnerische Verteidiger mehrmals pro Spiel in Schnappatmung zu versetzen. Und seit vergangenem Sommer hat der Werksarbeiter eine tiefgreifende Veränderung in seinem Leben gemacht: Am Vorabend von Spieltagen keinen Alkohol mehr!

In der B-Liga – das Niveau, auf dem oftmals statt Milch und Honig Bier und Apfelwein fließen – hat ihm das in der laufenden Runde bereits mehrmals einen Wettbewerbsvorteil verschafft. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich mich besser und fitter fühle“, versichert der Stürmer.

Das größere Highlight im vergangenen Sommer ist jedoch eine Veränderung, die sich nicht nur aufs Wochenende beschränkt und an seinem Ringfinger zu erkennen ist. Saritekin ist seit ­Juni verheiratet. Nächste Etappe: Nachwuchs. „Wir arbeiten dran“, erklärt er und lacht diebisch. Neben der Ehefrau, der Arbeit, Fußball, Spaziergängen mit seinen zwei Hunden soll also bald auch ein Neugeborenes sein Leben bereichern.

Ein Hattrick innerhalb von nur elf Minuten

Im Landkreis scheint es Usus zu sein, dass der „Spieler der Woche“ seiner Mannschaft Alkohol kredenzt. Und der SSV ist keine Ausnahme. Saritekin kennt das Gesöff der Wahl auch schon. Apfelwein soll es sein. „Das gibt’s auch in Krugform“, sagt der 23-Jährige. In seiner Stimme schwingt Vorfreude mit.

Die gab es auch am vergangenen Spieltag vor der Partie gegen die zweite Garde des SV Schönstadt. 6:1 zerlegten die Hatzbacher den Gegner und konnten sich dabei auf die Treffsicherheit von Saritekin verlassen.

Viermal schlug der Ball vom „Kugelblitz“ wie ein „Kugelblitz“ im SV-Gehäuse ein. „Ich hätte sogar doppelt so viele Tore schießen können. Die Chancen waren da“, sagt der Angreifer ohne Reue. Denn wem ein Hattrick binnen elf Minuten gelingt, hat keine Zeit für Reue.

von Benjamin Kaiser