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Eintracht Stadtallendorf will später in die neue Saison starten
Eintracht Stadtallendorf will später in die neue Saison starten
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14:58 16.06.2021
Künftig Mannschaftskameraden beim FC Gießen: Kristian Gaudermann (rechts) und Niclas Mohr, die in dieser Szene beim Gießener Gastspiel in Stadtallendorf vor rund anderthalb Wochen um den Ball kämpfen.
Künftig Mannschaftskameraden beim FC Gießen: Kristian Gaudermann (rechts) und Niclas Mohr, die in dieser Szene beim Gießener Gastspiel in Stadtallendorf vor rund anderthalb Wochen um den Ball kämpfen. Quelle: Foto: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Wenn am Wochenende 14./15. August die neue Saison in der Fußball-Hessenliga startet, dann noch ohne den TSV Eintracht Stadtallendorf. Jedenfalls hat der Club, der erst am Samstag sein letztes Spiel in der Regionalliga Südwest bestritten hat, gegenüber dem Verband den Wunsch geäußert, erst zwei Wochen später einsteigen zu müssen. „Es geht nicht darum, was wir wollen“, sagt Reiner Bremer, Präsident der Fußballabteilung, „es geht darum, was möglich, was verantwortbar ist. Es ist nicht leistbar, dass unsere Mannschaft in gut acht Wochen schon wieder ein Pflichtspiel bestreitet.“

Seit Beginn des Jahres hat die Eintracht 28 Spiele bestritten, 27 davon in der Regionalliga, eines im Hessenpokal – fraglos ein Wahnsinnsprogramm. Bremer nennt es einen „unglaublichen Kraftakt“, nach dem die Spieler zwingend sechs Wochen Pause bräuchten. Der Trainingsauftakt ist auf den 25. Juli terminiert, später unter anderem ein viertägiges Trainingslager vorgesehen. Sollten die Stadtallendorfer am letzten August-Wochenende ihr erstes Saisonspiel in der Hessenliga bestreiten, hätten sie eine rund fünfwöchige Vorbereitung hinter sich. „Das ist das, was machbar ist“, sagt Bremer dazu im Gespräch mit der OP.

Grundsätzlich, meint er, sei es „völlig okay, dass es Mitte August losgehen soll. Die anderen Mannschaften hatten eine lange Pause und ich verstehe, dass sie wieder spielen wollen.“ Neben dem TSV Eintracht hat von den 22 künftigen Hessenligisten lediglich Mitabsteiger FC Bayern Alzenau ebenfalls durchgespielt, allerdings wechseln die Unterfranken nahezu ihre komplette Mannschaft aus. „Bei denen ist die Situation daher eine andere als bei uns“, sagt Bremer.

Gaudermann geht, Sahin und Çeçen kommen

Die meisten Stadtallendorfer Spieler bleiben, wenngleich der Umbruch deutlich größer ausfällt als zuletzt gewohnt, unter anderem die langjährigen Leistungsträger Kevin Vidakovics (zum FC Ederbergland), Laurin Vogt (zu Rot-Weiß Walldorf) und Jascha Döringer (Ziel bislang unbekannt) den Club verlassen. Seit gestern steht fest, dass auch Kristian Gaudermann, dessen Vertrag noch bis Sommer 2022 Gültigkeit hatte, geht; der Rechtsverteidiger wechselt zum bisherigen Ligakonkurrenten FC Gießen, der dafür eine Ablöse zahlt. Zudem gehören die Torhüter Mateusz Abramowicz und João Borgert sowie Yannis Grönke und Ibrahim Mirza Aral dem Kader künftig nicht mehr an.

Stammtorhüter in der neuen Saison dürfte Tolga Sahin werden. Der 24-Jährige, fünffacher U-19-Nationalkeeper Aserbaidschans, kommt vom FC Gießen, für den er in der abgelaufenen Spielzeit vier Regionalliga-Einsätze hatte, unter anderem beim 3:1-Auswärtssieg in Stadtallendorf vor rund anderthalb Wochen zwischen den Pfosten stand. Auch Timo Çeçen hat eine Gießener Vergangenheit; zwischen 2018 und 2020 spielte der in Wehrda geborene und in Lohra aufgewachsene frühere deutsche Junioren-Nationalspieler beim FC. Zwischen 2012 und 2016 war er in der 3. Liga für den VfB Stuttgart II und den Chemnitzer FC aktiv. „Er wird unserem Spiel mit seiner Kreativität gut tun“, sagt Bremer über den 27-jährigen Mittelfeldmann, der von Türk Gücü Friedberg nach Stadtallendorf wechselt.

Bremer spricht sich für Modus mit zwei Staffeln aus

Mit weiteren potenziellen Zugängen seien die Gespräche „auf der Zielgeraden“, sagt der Präsident. Er ist überzeugt: Zum Saisonauftakt wird eine starke Mannschaft auf dem Platz stehen. Dass die Eintracht – wenn sie später einsteigt – zwangsläufig zweimal häufiger unter der Woche spielen muss, sieht Bremer nicht als Problem: „Sind wir ja gewohnt“, sagt er in Anbetracht von neun Dienstags- beziehungsweise Mittwochspartien seit Jahresbeginn.

Positiv sieht der Stadtallendorfer Vorstand um den Präsidenten, dass eine Austragung der kommenden Spielzeit im klassischen Modus mit Hin- und Rückserie – das hätte für die Eintracht wie in der Regionalliga 42 Partien bedeutet – wohl kein Thema ist. Nach einer Besprechung am Samstag in Grünberg scheint festzustehen, dass am Ende der Saison eine Auf- und eine Abstiegsrunde stattfinden sollen. Zuvor soll es entweder eine einfache Runde oder eine Unterteilung in zwei Elferstaffeln geben. Der Hessenliga-Meister des Jahres 2020 spricht sich für die Aufteilung aus, wie Bremer deutlich macht: „Innerhalb der Staffel würde es eine Hin- und eine Rückrunde geben. Das wäre aus unserer Sicht die bessere Variante.“

Von Stefan Weisbrod