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Lokalsport Eintracht Stadtallendorf setzt auf mehr Flexibilität
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12:26 29.07.2022
Max Brunet (VfB Wetter, rechts) gegen Del-Angelo Williams (Eintracht Stadtallendorf).
Max Brunet (VfB Wetter, rechts) gegen Del-Angelo Williams (Eintracht Stadtallendorf). Quelle: Thorsten Richter
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Stadtallendorf

Nach nur zweieinhalbwöchiger Vorbereitungszeit startet die Stadtallendorfer Eintracht am Samstag in die neue Runde. Ehe am kommenden Mittwoch der Hessenliga-Auftakt bei Aufsteiger TSV Steinbach Haiger II ansteht, wartet am Samstag (17 Uhr) die Pflichtaufgabe im Hessenpokal bei A-Ligist SV Nieder-Ofleiden.

Der Rückblick: Die Eintracht spielte insgesamt eine starke Saison 2020/21, verspielte auf den letzten Metern aber den sicher geglaubten Aufstieg in die Regionalliga Südwest. „Wir haben alle ein bisschen gesündigt: Verein, Trainer, Spieler“, stellt Trainer Dragan Sicaja nach dem verpassten Klassensprung fest. Seiner Auffassung nach habe am Ende die Gier auf den Erfolg und ein Anführer im Team gefehlt. Zudem beklagt er die zu vielen Platzverweise. „Einige davon waren total unnötig“, sagt Sicaja, der überzeugt ist: „Es hat uns nicht an Qualität gemangelt.“

„90 Minuten ohne Handbremse“

Die Veränderungen: In Muhamet Arifi hat ein gestandener Regionalligaspieler (80 Partien) den Verein nach acht Jahren verlassen. Der 31-Jährige hatte schon in der Schlussphase der vergangenen Spielzeit keine Rolle mehr bei Sicaja gespielt, er war aus disziplinarischen Gründen außen vor (die OP berichtete). Arifi ist wie Kapitän und Innenverteidiger Matthias Pape zum VfB Marburg gewechselt. Darüber hinaus sind „Sechser“ Kevin Bartheld und Flügelspieler Maximilian Wiessner zum SC Waldgirmes gewechselt, Leon Lindenthal zum KSV Baunatal. In Ephraim Eshele (FC Hansa Rostock II), Enis Halimi (Rot-Weiß Hadamar), Fabian Seck (Hessen Kassel) und Piergiorgio Zucca (TSG Wieseck) haben überdies Spieler den Verein verlassen, die sich nicht durchsetzen konnten.

Einen guten Eindruck in den bisherigen Testspielen habe Mittelfeldspieler Ryunosuke Takehara (FC Gießen) hinterlassen. „Er spielt 90 Minuten ohne Handbremse“, lobt Sicaja. Das Neuhofer Duo Ramino Fabian Ferreira Mino (Abwehr) und Edi Kulas (Mittelfeld) wolle „bei uns zeigen, was sie können“. Stürmer Paul Jura (SV Bauerbach) habe „das gewisse Etwas, das andere nicht haben“. Von ihm verspricht sich Sicaja viel – genau wie von Frederik Trümner, der zuletzt bei Nord-Regionalligist Hannover 96 II spielte. Sicaja kennt den 21-Jährigen noch aus dem DFB-Stützpunkt, lässt durchblicken, dass er auf ihn fürs Mittelfeldzentrum baut. „Er wird uns richtig helfen“, sagt der Kroate. Neben Keeper Marc Schratz aus der eigenen A-Jugend sind auch Mittelfeldspieler Louis Preisig (VfB Marburg) und Joshua Enobore (SC Waldgirmes) neu im Team.

Dreierkette und Flexibilität

Die Taktik: Die Herrenwälder wollen künftig flexibler agieren, schwerer ausrechenbar sein. Sicaja hat in der Vorbereitung deswegen eine Dreierkette trainiert. Sonst bleibt der Coach bei seinem Credo, das da heißt: „Ich will immer aktiver sein als der Gegner.“

Das Ziel: Auch wenn in der U 21 der Frankfurter Eintracht eine unter Profibedingungen trainierende Mannschaft hinzugekommen ist, die für viele Beobachter Aufstiegskandidat Nummer eins ist, geht Sicaja euphorisch in die Saison, ist überzeugt, „dass wir qualitativ nicht schlechter geworden sind – in der Breite sogar besser“. Der neue Sportliche Leiter Manuel Rasiejewski sagt: „Wer knapp Zweiter wird, dessen Anspruch muss es sein, wieder weit oben zu stehen.“ Sollte es gar zum Aufstieg reichen, „würden wir uns dem nicht verschließen“.

Und sonst? In Tim-Philipp Schratz und Rasiejewski hat ein Duo die Nachfolge von Fejz Hodaj als Sportliche Leitung übernommen. Rasiejewski, der sechs Jahre für die Eintracht spielte und zuletzt bis Sommer 2021 Trainer der SF BG Marburg war, hat die neue Herausforderung angenommen, „weil es eine gute Liga ist und ein ordentlicher Verein“, sagt der 42-Jährige, der berufsbedingt über Vorstandsmitglied Wolfgang Schratz nie den Kontakt zum TSV verloren habe, seit er ihn 2014 verließ.

Von Marcello Di Cicco