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Lokalsport Stadtallendorf fordert Regionalligist im Hessenpokal
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10:59 23.03.2022
Stadtallendorfs Christopher Schadeberg (rechts) kämpft mit Frankfurts Muhamed Alawie um den Ball.
Stadtallendorfs Christopher Schadeberg (rechts) kämpft mit Frankfurts Muhamed Alawie um den Ball. Quelle: Tobias Hirsch
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Stadtallendorf

Einmal stand Christopher Schadeberg schon im DFB-Pokal. 2014 qualifizierte sich der heutige Vizekapitän der Stadtallendorfer Eintracht mit seinem damaligen Fußballklub Sportfreunde Siegen für die erste Hauptrunde, traf dort auf den FSV Frankfurt, jenen Verein, aus dessen zweiter Mannschaft er zuvor nach Siegen gewechselt war.

Krankheitsbedingt ausgefallen

„Beim Spiel konnte ich allerdings nicht dabei sein, da ich an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt war“, erzählt der 30-Jährige. Bitter für ihn, denn zu einem Einsatz in dem berühmten K.-o.-Wett­bewerb kam er in der Folge nicht mehr, Siegen schied seinerzeit im Elfmeterschießen aus.

Im Gespräch mit der OP macht der Abwehrspieler keinen Hehl daraus, dass er es gerne noch mal in den DFB-Pokal schaffen, dort dann gerne das große Los ziehen würde. „Eine Quali für diesen Wettbewerb ist für wohl jeden Amateurfußballer mit das Größte“, sagt Schadeberg, der die Frankfurter Eintracht seinen Lieblingsbundesligaklub nennt. Drei Siege brauchen er und die Eintracht aus Stadtallendorf noch, um sich diesen Traum zu erfüllen – denn der Hessenpokalsieger qualifiziert sich für die erste DFB-Pokal-Runde.

„Die Rollenverteilung ist klar“

Ehe es so weit ist, stehen den Herrenwäldern noch hohe Hürden ins Haus, die erste schon heute (19 Uhr), wenn Regionalligist TSV Steinbach Haiger auf dem Kunstrasenplatz im Stadtallendorfer Sportpark gastiert. „Die Rollenverteilung ist klar“, sagt Schadeberg, spielt damit darauf an, dass die Mannschaft aus dem Lahn-Dill-Kreis als Favorit ins Pokalduell geht. Schließlich kämpfen die Steinbacher in der Regionalliga Südwest um den erstmaligen Aufstieg in die 3. Liga. „Es ist aber nur ein Spiel. Wir wissen, wie eklig wir als Gegner sein können“, sagt „Schade“ – und fügt an: „Die Steinbacher werden sich sicher nicht gefreut haben, gegen uns zu spielen.“

Einerseits vielleicht schon, weil beide Vereine seit vielen Jahren „ein gutes Verhältnis pflegen“, wie Eintracht-Trainer Dragan Sicaja hervorhebt. Aus sportlicher Sicht aber wohl eher nicht, weil beide Teams keinen der vergangenen neun Vergleiche in Pflicht- oder Freundschaftsspielen mit mehr als einem Tor Unterschied gewonnen haben. Und Schadeberg merkt an: „Der Gegner steht mehr unter Druck als wir.“

Der Fußballer kennt den Anspruch des unter Profistrukturen arbeitenden Vereins nur zu gut, stand er für die Haigerer selbst zwischen August und Dezember 2015 in elf Regionalliga- und zwei Hessenpokalspielen auf dem Platz. Mit dem Trainerwechsel von Peter Cestonaro zu Thomas Brdaric und weil der damals abstiegsgefährdete Verein im Winter 2015/16 einen massiven personellen Umbruch vollzog, lief im Januar 2016 auch für Schadeberg die Zeit beim TSV Steinbach ab.

„Brdaric signalisierte mir in der Vorbereitung, dass es für mich schwieriger werden würde zu spielen. Das lief etwas unglücklich ab, weil man mir das schon früher hätte kommunizieren können“, blickt Schadeberg zurück. Eine Trennung im Groll sei es dennoch nicht gewesen. Gleichwohl will der Vizekapitän der Eintracht heute Abend seinem Ex-Klub zeigen, was er und sein Team drauf haben.

Hessenpokal, Viertelfinale: FSV Fernwald – Kickers Offenbach, Eintracht Stadtallendorf – TSV Steinbach Haiger, FSV Frankfurt – Hessen Kassel (alle heute, 19 Uhr), FC Bayern Alzenau – SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (Do., 14. April, 17.30 Uhr).

Von Marcello Di Cicco