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Lokalsport Eintracht reist selbstbewusst nach Fulda
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09:56 02.10.2021
Muhamet Arifi (links, gegen Baunatals Fatih Gül) will mit der Stadtallendorfer Eintracht an diesem Samstag die Siegesserie von Tabellenführer SG Barockstadt Fulda-Lehnerz beenden.
Muhamet Arifi (links, gegen Baunatals Fatih Gül) will mit der Stadtallendorfer Eintracht an diesem Samstag die Siegesserie von Tabellenführer SG Barockstadt Fulda-Lehnerz beenden.
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Stadtallendorf

Auch wenn an diesem Samstag (14 Uhr) im Stadion in der Johannisau in Fulda „nur“ der Tabellenerste auf den Liga-Dritten trifft – mehr Spitzenspiel geht in der Gruppe A der Fußball-Hessenliga nicht. Das Regionalliga-erfahrene Team der Stadtallendorfer Eintracht fordert den makellosen Tabellenführer SG Barockstadt Fulda-Lehnerz (siehe Infobox), der sich den Aufstieg in die vierte Liga auf die Fahnen geschrieben hat.

„Jetzt kommt das Maß aller Dinge“, sagt Stadtallendorfs Muhamet Arifi angesichts der Bilanz und Qualität des Gegners. Die Eintracht reist guten Mutes gen Osthessen – auch weil die Mannschaft von Trainer Dragan Sicaja nach einem holprigen Start unter der Woche mit einem 2:0-Erfolg beim KSV Baunatal zu überzeugen wusste. „Für mich war das unser mit Abstand bestes Spiel in dieser Saison. Das war sehr, sehr gut“, freut sich Arifi, dass die Eintracht offenbar pünktlich zum Kräftemessen mit dem Überflieger der Liga ihre Topform gefunden hat. Der Stadtallendorfer Mittelfeldspieler macht dies nicht zuletzt an der Systemumstellung fest. Im Parkstadion stellte Sicaja wieder auf das bei der Eintracht bewährte 4-2-3-1 um, wich damit von der Mittelfeld-Raute ab. „Das andere System konnten wir nicht so umsetzen, wie es Dragan wollte“, findet Arifi, der nun aber „ein anderes Kaliber“ im Vergleich zum Tabellenvierten aus Nordhessen erwartet – „eine eingespielte Mannschaft, die vor der Saison gut verstärkt wurde“, lobt der 30-Jährige die SG, die ihn ein wenig an das Eintracht-Team vergangener Jahre erinnert, das zweimal in die Regionalliga Südwest aufstieg.

In Marius Grösch (FC Carl Zeiss Jena) haben sich die Osthessen mit einem erfahrenen Drittligaspieler verstärkt, in Moritz Reinhard (früher Kickers Offenbach) oder im noch angeschlagenen Johannes Hofmann (früher FC Gießen) bringen andere Akteure Viertliga-Erfahrung mit – in einem Team, das schon vor der neuen Spielzeit sehr gut aufgestellt war für die Hessenliga. „Wir brauchen uns aber nicht zu verstecken, schließlich haben wir ja auch einige Spieler mit Regionalliga-Erfahrung“, gibt Arifi zu bedenken – und er gibt die Losung aus: „Die müssen, wir wollen.“ Die Eintracht wolle auch im Hexenkessel aktiv sein, forsch agieren, den Gegner anlaufen und vor Probleme stellen – und für Arifi ist klar: „Wir fahren dahin, um zu gewinnen.“

Nach dem Abgang arrivierter Stammkräfte wie Kevin Vidakovics und Laurin Vogt ist Arifi inzwischen der dienstälteste Spieler im Trikot der Herrenwälder. Seit 2014 hat der seinerzeit vom SV Hattendorf gekommene „Sechser“ mehr als 200 Partien für den TSV absolviert. Im Frühjahr 2019 stand Arifi sogar mit der SG Barockstadt in Kontakt, wie er im Gespräch mit der OP erzählt: „Sedat (Gören, SG-Trainer, Anm. d. Red.) kennt einen guten Bekannten von mir, so kam der Kontakt zustande. Wir hatten uns dann mal zusammengesetzt, es gab aber kein konkretes Angebot.“

Arifi blieb schließlich am Herrenwald, stieg mit der Eintracht im vergangenen Jahr ein zweites Mal in die Regionalliga Südwest auf. Dorthin zieht es auch die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. „Ich wünsche dem Verein alles Gute“, gibt sich Arifi als fairer Sportsmann – schiebt aber hinterher: „Außer, wenn es gegen uns geht.“ So wie an diesem Samstag.

Von Marcello Di Cicco