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Lokalsport „Die Eintracht ist immer für Überraschungen gut“
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18:32 06.04.2022
Barcelonas Pedri (rechts) erobert den Ball im Zweikampf mit Sevillas Erik Lamela.
Barcelonas Pedri (rechts) erobert den Ball im Zweikampf mit Sevillas Erik Lamela. Quelle: Foto: Joan Monfort
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Marburg

Die Euphorie ist groß unter den heimischen Fußballfans der Frankfurter Eintracht: Heute (21 Uhr/RTL) empfängt die Mannschaft von Oliver Glasner den FC Barcelona im Viertelfinale der Europa League, eine Woche später steht im Camp Nou das Rückspiel an. Schaffen Kevin Trapp, Filip Kostic und Co. die große Überraschung gegen den 26-fachen spanischen Meister und fünfmaligen Champions-League-Sieger? Oder heißt es Wunden lecken nach dem ersten Duell mit dem Starensemble um Pedri, Frenkie de Jong und Marc-André ter Stegen?

„Die Eintracht ist immer für Überraschungen gut“, meint Daniel Bohl. „Wir haben schon Gegner geschlagen, die nicht mit uns gerechnet hätten“, sagt der 35-Jährige aus Langenstein, erinnert damit an magische Europapokal-Nächte am Main. Seit knapp 16 Jahren ist Bohl Dauerkarten-Inhaber bei der Eintracht, verfolgt die Partien in der Arena wann immer möglich – und nicht nur jene gegen die Topklubs. Bohls Motto: „Ob gegen Pfullendorf oder Barça – ich bin immer dabei“, sagt er und hält Wort. Denn auch für das Rückspiel hat Bohl schon einen viertägigen Trip in die Metropole Kataloniens gebucht. Bohl setzt auf ein Remis im Hinspiel. „Wir werden wohl auf Konter spielen müssen“, sagt der Langensteiner angesichts der spielerischen Qualität der Gäste.

Vorfreude auf das Highlight-Spiel herrscht auch im Hause Reitzner in Stadtallendorf. „Wir freuen uns auf das Spiel. Dieses attraktive Los haben wir uns gewünscht“, sagt Carmen Reitzner, die mit ihrem Ehemann Norbert mit den Frankfurtern fiebert und seit fast einem Jahrzehnt dem Stadtallendorfer Fanclub „Adlerhorst“ angehört. „Die Eintracht ist zwar immer unberechenbar, was man zuletzt ja gegen Greuther Fürth wieder gesehen hat“, sagt die 65-Jährige nach der Nullnummer gegen das Tabellenschlusslicht der Bundesliga. „Gegen die großen Mannschaften spielen die Frankfurter aber besser“, ist Reitzner guter Dinge und erinnert an den Erfolg im Achtelfinale der Europa League gegen Inter Mailand in der Saison 2018/19.

Für Andreas Stey, Trainer des B-Kreisligisten Spvgg Hassen-/Bellnhausen, ist allein die Tatsache „der Hammer“, dass sich die Eintracht inzwischen in internationalen Wettbewerben mit jenen Klubs messen darf, gegen die sie vor einigen Jahren noch Freundschaftsspiele bestritten habe. „Wenn die Eintracht das abruft, was sie kann, dann ist der Heimsieg drin. Vor allem mit knapp 51 000 Fans im Rücken wird es Feuer geben“, setzt Stey auf die Unterstützung des „zwölften Mannes“. Während des Rückspiels weilt Stey zwar in Südfrankreich. Er wird aber trotzdem versuchen, mit dem Auto nach Barcelona zu reisen, sollte er für die Partie ein Ticket bekommen.

David Farger, Spieler beim TSV Kirchhain und Eintracht-Anhänger, hofft auf einen Auftakterfolg der Frankfurter gegen Barça – und hält jenen auch für möglich, „da wir in der Vergangenheit schon oft bewiesen haben, dass wir ein Kandidat sind, der gegen große Klubs bestehen kann“. Der Fußballer erwartet ein hart umkämpftes Spiel, weiß, dass Barcelona erst vor Kurzem im Clásico wieder zu alter Stärke gefunden hat. „Aber man darf nicht vergessen, dass wir zu Hause spielen und somit ein Mann mehr auf dem Feld sind“, setzt auch Farger auf die Unterstützung der Fans.

Von Marcello Di Cicco und Yann Ruppersberg