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Lokalsport Zwei Vereine fusionieren zum 1. FSC Ela Malaka Marburg
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17:59 04.08.2022
1. FSC Ela Malakas Leon Wiessner (rechts) gegen Sascha Preinfalk von SG Salzböde/Lahn.
1. FSC Ela Malakas Leon Wiessner (rechts) gegen Sascha Preinfalk von SG Salzböde/Lahn. Quelle: Nadine Weigel
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Marburg

Es ist ein neuer Name, an den sich Freundinnen und Freunde des gepflegten Fußballs in und um Marburg seit dieser Saison gewöhnen müssen. Dort, wo vorher bei den Männermannschaften Ballsportfreunde (BSF) Richtsberg und bei den Frauenteams 1. Frauen Sport Club (FSC) Marburg stand, steht nun 1. FSC Ela Malaka Marburg, der aus beiden Vereinen hervorgegangen ist. Der Name, heißt es in einer Mitteilung des Vereins, solle „ganz bewusst Aufmerksamkeit hervorrufen“ (siehe Infobox). „Wir wollen im sozialen Bereich einiges tun“, sagt Babis Ioannidis.

Der 52-Jährige ist Sportlicher Leiter der Männerteams, die in der Kreisliga B Marburg II sowie in der Kreisklasse (2. Mannschaft) antreten und von Kosta Ioannidis, Babis Ioannidis’ Cousin, trainiert werden. Als Trainer der Frauen fungiert Christian Ackermann.

Jugendarbeit in Planung

Die Idee für einen Zusammenschluss beider Vereine liegt schon einige Monate zurück, als Babis und Kosta Ioannidis sowie Verantwortliche der Vorgängervereine um Wolfgang Richter, Roland Frese und Robert Socol beschlossen, dass man die Kräfte bündeln könnte. Der neue Frauen Sport Club Ela Malaka schreibt sich insbesondere das soziale Miteinander auf die Fahnen.

„Wir sind Spieler und Spielerinnen aus allen Herrenländern. Bei uns soll auch jede und jeder spielen können, es wird nicht ausgesiebt“, sagt Babis Ioannidis. Man wolle mit jungen Leuten so umgehen, dass sie Spaß am Sport haben und sie gleichzeitig dazu „einladen, etwas Gutes zu tun“, sagt der Sportliche Leiter.

Aus diesem Grund will der FSC Ela Malaka regelmäßig soziale Events und spontane Aktionen veranstalten. Ab September sei etwa geplant, Spenden für eine soziale Einrichtung in Marburg zu sammeln, die krebskranke Kinder bei der Betreuung unterstützt.

Ist „Malaka“ nicht ein Schimpfwort?

So mancher mag verdutzt sein, den Begriff „Malaka“ als Namensbestandteil eines Vereins zu lesen oder hören. Denn in der griechischen Sprache findet der Begriff Verwendung als Schimpfwort.

Eine andere Bedeutung hat er allerdings in der Verbindung Ela Malaka. Dies bedeute umgangssprachlich so viel wie „Komm, Freund!“, erklärt Babis Ioannidis, Sportlicher Leiter der Männermannschaften beim FSC Ela Malaka Marburg.

Damit der FSC Ela Malaka Marburg sich so nennen konnte, habe sich der Verein für den Hessischen Fußball-Verband beziehungsweise den Landessportbund und für die Eintragung im Vereinsregister von zwei Professoren der Neogräzistik in Berlin und Mainz eine Expertise eingeholt, sich also wissenschaftlich fundiert bestätigen lassen, dass Ela Malaka kein Schimpfwort ist.

Auch dem spätestens seit der Fußball-EM der Frauen heiß diskutierten Thema Equal Pay, also der gleichen Bezahlung von Männern und Frauen, hat sich der Verein angenommen. So sollen alle für den FSC Ela Malaka tätigen Personen wie Trainerinnen und Trainer unabhängig von ihrem Geschlecht die gleiche Aufwandsentschädigung erhalten.

Um die Arbeit für die Zukunft auf breitere Beine zu stellen, ist der Aufbau der Jugendabteilung geplant. Derzeit suche man dafür noch Personen, die sich engagieren wollen. „In den nächsten Wochen werden wir uns dazu etwas genauer besprechen“, kündigt Babis Ioannidis gegenüber der OP an.

Von Marcello Di Cicco