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Lokalsport 30 Teams bei Hallenstadtmeisterschaft
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16:52 20.12.2019
Thomas Wellner vom VfB Marburg im Finale der Auflage 2018/19  Quelle: Foto: Nadine Weigel
Marburg

Die Mutter der Porzellankiste soll bei der 36. Auflage der Marburger Stadtmeisterschaft in der Großsporthalle am Georg-Gaßmann-Stadion besondere Aufmerksamkeit genießen. Vorsicht hat oberste Priorität. Das diesmal vom Kreisoberligisten FSV Cappel ausgerichtete Hallenturnier soll den Zuschauern attraktive Spiele statt überharte Zweikämpfe bescheren und mit technischen versiertem Fußball überzeugen.

Dafür trägt unter anderem Mario Lefebre Sorge. „Wir haben einige Mannschaften, die sehr gut Fußball spielen können. Das soll ebenso wie der Spaß am Sport an erster Stelle stehen“, erklärt der Sportliche Leiter des FSV und gleichzeitige Turnierorganisator, der sich für die weitgehend reibungslose Turniervorbereitung bei der Stadt Marburg, den zuständigen Hausmeistern sowie den rund 80 Helfern bedankt. Er ist aber auch Trainer und betreut die unter dem Schirm des christlichen Vereins Sportler ruft Sportler e. V. (SRS) auflaufende Mannschaft. Ballbesitz- oder Konterfußball? SRS will weder noch, sondern die „Werte-Offensive“ spielen und leben, wie Lefebre passend formuliert. „Das Motto ist: Du kannst was, Du bist gebraucht und Du wirst geliebt“, hebt er hervor.

Spielplan der offenen Fußball-Stadtmeisterschaft

Spielplan der Hallenstadtmeisterschaft (5 MB)

Fairness im Zweikampf hat oberstes Gebot

Mit der Zweikampfführung beim Turnier in den vergangenen Jahren ist Lefebre mitunter nicht einverstanden und kündigt eine harte Hand an. „Wir werden die Schiedsrichter nochmal darauf hinweisen, dass auf Festhalten an der Bande oder harte Zweikämpfe in diesem Bereich besonders geachtet werden soll. Da sollten auch die Spieler untereinander Rücksicht nehmen. Niemand hat Lust, sich eine Verletzung zuzuziehen“, unterstreicht Lefebre.
Sicherheit der Spieler hat oberste PrioritätDie Furcht vor langfristigen Ausfällen herrscht tatsächlich. Beispielsweise beim Titelverteidiger und Verbandsligisten SF BG Marburg, der im Finale den Rivalen VfB Marburg bezwang. Coach Manuel Rasiejewski wird auf einige Spieler verzichten, für die das Risiko einer erneuten oder neuen Verletzung zu hoch ist. „Ein Clemens Haberzettl, der sich eine schwere Schulterverletzung zugezogen hat, wird nicht spielen“, erklärt der Trainer. Haberzettl ist kein Einzelfall. Mehrere Vereine schonen Spieler, um sie bei Wiederaufnahme des Ligabetriebs topfit verfügbar zu haben. „Wären wir im gesicherten Mittelfeld, sähe es vielleicht etwas anders aus“, gibt Rasiejewski zu. Sein Team ist abstiegsgefährdet. Dennoch dürfte für den Titelverteidiger die Vorrunde keine zu hohe Hürde sein.

SV Bauerbach optimistisch trotz kleinen Kaders

Trotz eines kleinen Kaders hat Verbandsligist SV Bauerbach eine ganz andere Herangehensweise. „Wir haben viele Spieler, die für die Halle wie gemacht sind. Es wollen auch alle spielen und wir kommen mit dem besten Aufgebot“, erklärt Trainer Stefan Frels. Noch mehr als auf den großen Rasenplätzen ist in der Halle Geschwindigkeit Trumpf. Durch Handlungsschnelligkeit und Sprintstärke kann binnen wenigen Sekunden eine vereitelte Torchance für den Gegner zu einer eigenen Großchance mittels Umschaltspiel führen.So sieht es auch Maurice Jauernick. Der Trainer des Gruppenligisten FSV Schröck sieht Tempo als Schlüssel zum Erfolg. „Die Schlagzahl muss natürlich hochgehalten werden. Aus diesem Grund werden wir auch vor den Spielen ansprechen, dass die Jungs nicht zu lange auf dem Feld sein sollen. Gas geben, dann Durchwechseln, Verschnaufen und dann wieder raus“, sagt der Coach. So sollen die Angriffswellen mit hoher Frequenz auf die Gegner zurollen. Auch Jauernick muss auf einige Spieler verzichten, die fürs Turnier abgesagt haben.

Fußballerinnen spielen ebenfalls um Hallentitel

Das Spektrum des mit 30 Mannschaften bestückten Teilnehmerfeldes, das in sechs Turniergruppen aufgeteilt ist, reicht von Verbands- bis B-Ligisten. Die Vorrunde geht bis zum 29. Dezember, die Zwischenrunde wird am 4. Januar ausgetragen. Und dann gibt es noch eine Premiere: Am 5. Januar, wenn die Männer die Endrunde ausspielen, findet zum ersten Mal die Frauen-Stadtmeisterschaft statt. Sechs Teams gehen an den Start. Favoriten sind die Hessenligistinnen von den SF BG Marburg. „Das ist für die Spielerinnen sicherlich sehr schön, dass die Damen zusammen mit den Herren vor guter Kulisse spielen können. Frauenfußball ist technisch 
sehr gut und verdient den gleichen Respekt wie Männerfußball“, macht Lefebre deutlich. Bildunterzeile:  Flugstunde von Thomas Wellner – ohne Nutzen: Der VfB Marburg unterlag im Januar 2019 Stadtrivale SF BG im Finale. Am Donnerstag beginnt die 36. Auflage der Meisterschaft.