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Lokalsport Für die Blue Dolphins geht’s um die Playoffs-Ausgangslage
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15:58 13.03.2021
Alex Wilke (am Ball) trifft an diesem Sonntag mit dem BC Pharmaserv Marburg auf die Xcyde Angels Nördlingen.
Alex Wilke (am Ball) trifft an diesem Sonntag mit dem BC Pharmaserv Marburg auf die Xcyde Angels Nördlingen. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Fußballspielende Basketballerinnen? Tatsächlich werfen die Blue Dolphins nicht nur gern den größeren orangenen Ball, sie treten auch gern mal gegen den etwas kleineren weißen. „Macht einfach Spaß“, sagt Alex Wilke im Gespräch mit der OP – und es ist in der Regel eine Belohnung: „Wenn wir gewinnen, spielen wir im nächsten Training Fußball.“

Wilke: Haben Saison einmal umgedreht

In den vergangenen Wochen gab’s dafür eine Menge Anlass: Sieben ihrer acht Bundesliga-Spiele seit Anfang Februar haben die Marburgerinnen gewonnen, sind damit aus dem Tabellenkeller in die obere Hälfte des Klassements geklettert.

Nach dem 65:52-Sieg am vergangenen Samstag (6. März) in Freiburg, berichtet Wilke, habe sie mit Mitspielerin Tonisha Baker zusammengesessen. „Ich habe dann gesagt, ‚krass, wir haben die Saison einmal umgedreht‘. Wir mussten in der ersten Saisonhälfte nur nach unten gucken und hoffen, dass Mannschaften wie Saarlouis und Halle nicht gewinnen. Jetzt schauen wir nur nach oben.“

Zwischenzeitlich Tabellenletzter

Zwischenzeitlich war das BC-Team, gebeutelt von Verletzungen, Corona-Erkrankungen und Quarantäne-Anordnungen, gar Letzter der Tabelle. Die Stimmung bei den Spielerinnen war nicht gut – was auch, aber nicht nur an unbefriedigenden Leistungen lag. Im Januar wurde Trainer Julian Martinez von seinen Aufgaben entbunden, begründet mit atmosphärischen Störungen.

Sie sei „der Überzeugung“, sagt Wilke, „dass wir ein Team sind, das Spaß braucht, um erfolgreich zu sein.“ Den hat es – erkennbar bei den Spielen, aber auch beim Training, wie die BC-Spielmacherin versichert: „Alle haben schon ein Lächeln im Gesicht, wenn sie in die Halle kommen. Jeder freut sich darauf, auch wenn es natürlich oft anstrengend ist.“ Sie spricht nicht direkt negativ über ihren vorherigen Trainer, sagt aber: „Es ist ein großer Unterschied zu dem, wie es vorher war.“

Wilkes Zukunft ist offen

Mit dem neuen Coach Christoph Wysocki „passt es richtig gut“. Sie komme „persönlich sehr gut mit ihm klar“, das sei bei den anderen Spielerinnen nicht anders. „Auf jeden Fall eine gute Lösung“ sei es, dass der Verein auch in der nächsten Saison mit dem früheren polnischen Nationalspieler als Cheftrainer plant. Ob Wilke dann aber noch in Marburg spielt? „Ist offen“, antwortet sie.

Ihr Fokus liegt auf dem Abschluss dieser Saison – der soll möglichst spät, möglichst erfolgreich sein: „Wir wollen nicht die Playoffs spielen, um dann in der ersten Runde rauszufliegen. Wir wissen, dass wir gegen alle Mannschaften bestehen können.“ Zunächst geht es an diesem Sonntag (14. März) gegen die Xcyde Angels als Nördlingen um die Ausgangsposition für die K.-o.-Phase; zwischen Platz vier und sechs ist noch alles möglich (siehe Infobox).

Wiedersehen mit Köppl

Das Hinspiel gegen die vor allem physisch starken „Engel“ ging kurz vor Weihnachten mit 53:55 verloren. „Seitdem hat sich aber viel getan“, weiß Wilke, denkt dabei vor allem an ihren Verein und ihr Team. Aber auch aus Nördlinger Seite gab es seitdem eine interessante Veränderung: Julia Köppl wurde Ende Januar verpflichtet; die Österreicherin hatte von 2014 bis 2017 beim BC gespielt. „Wenn wir so weitermachen wie in den vergangenen Wochen“, ist Wilke überzeugt, „gewinnen wir das Spiel.“

Dann würde Anfang kommender Woche bestimmt auch wieder gekickt. Wer ist eigentlich dabei am besten? Alex Wilke überlegt. Steffi Wagner sei „auf jeden Fall“ im Tor „richtig stark“. Ansonsten, sagt die 24-Jährige, die Fan von Fußball-Bundesligist Hertha BSC ist, „sind wir alle gar nicht so schlecht“. Eine rage aber heraus, fällt ihr dann ein: „Flora Lukow, die ist richtig gut. Die will man gern im Team haben.“

Im Viertelfinale wahrscheinlich gegen Göttingen

Formal steigt an diesem Sonntag der letzte Hauptrunden-Spieltag in der Basketball-Bundesliga der Frauen. Doch bis zum geplanten Beginn der Playoffs am letzten März-Wochenende steht noch eine ganze Reihe von Nachholspielen auf dem Plan. Das Marburger Team ist davon nicht betroffen – zumindest nicht direkt. Denn sollte es in der Tabelle noch auf Platz sechs abrutschen, würde es im Viertelfinale auf den Dritten treffen. Das könnte der Herner TC sein oder der TSV Wasserburg; beide sind nach diesem Sonntag noch gefordert. Sechster würden die Blue Dolphins aber nur, würden sie selbst gegen Nördlingen verlieren und parallel Osnabrück in Halle gewinnen. Wahrscheinlicher ist, dass es in der ersten K.-o.-Runde zu Aufeinandertreffen der Teams aus Marburg und Göttingen kommt. Mit einem Sieg am Sonntag könnte der BC Platz vier übernehmen, sollten die Baskets in Saarlouis verlieren. Vorteil des Vierten: In einer eventuell nötigen dritten Partie der „Best of Three“-Serie würde er zu Hause spielen.

Von Stefan Weisbrod