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Lokalsport Füchse Berlin gewinnen Premiere des Supercups
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18:33 28.03.2022
Der frühere SSG-Blista-Spieler Michael Dennis (rechts) traf im Finale zum Turniersieg für die Füchse Berlin.
Der frühere SSG-Blista-Spieler Michael Dennis (rechts) traf im Finale zum Turniersieg für die Füchse Berlin. Quelle: Tobias Hirsch
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Marburg

Nein, eine richtige Geburtstagsparty feierte Roman Qayumi am Samstagabend nicht mehr. Emotional wurde es für den Center-Spieler und Abteilungsleiter der SSG Blista Marburg dennoch an diesem Tag – in der Sporthalle des Gymnasiums Philippinum, in der vier der besten deutschen Goalballteams um den Sieg bei der ersten Auflage des vom Förderverein „AktivGOAL“ und der SSG Blista ausgerichteten „Profilbeton“-Supercups spielten. Ein Ständchen zum 25. gab’s für Qayumi dort von der versammelten Goalball-Familie und vom Publikum. „Was das Feeling angeht, war das für den Geburtstag schon genug“, sagte Qayumi, der sich einen großen Wunsch zu seinem Ehrentag mit der SSG jedoch nicht erfüllen konnte: jenen von einer Medaille.

Im Spiel um Platz drei unterlag Pokalsieger SSG Blista gegen Bundesligakonkurrent BVSV Nürnberg mit 13:14 durch Golden Goal in der Verlängerung. Thomas Steiger ließ mit dem entscheidenden Treffer die Marburger Medaillenträume platzen. Auch wenn für Qayumi und Co. zunächst die Enttäuschung groß war, nach dem eintägigen Turnier nahm er es schon wieder sportlich. „Stefan Weil (Bundestrainer, Anmerkung der Redaktion) hat danach zu mir gesagt, dass man erst ein Finale verlieren muss, bevor man eines gewinnt“, sagte der 25-Jährige. In diesem Fall war es das „kleine Finale“.

Viele Topspieler am Start

In dieses Spiel um den dritten Platz war die SSG eingezogen, nachdem sie im Halbfinale den favorisierten Füchsen Berlin einen großen Kampf geliefert, aber dennoch verloren hatte. 10:7 hieß es am Ende für die Bundeshauptstädter, die einen Spieler in ihren Reihen hatten, den man in Marburg gut kennt: Michael Dennis, der mit seiner Frau Amanda für die Füchse spielt. Von 2009 bis zum vergangenen Jahr gehörte der Paralympics-Teilnehmer zum Marburger Team, der deutsche Nationalspieler kennt die SSG also aus dem Effeff und freut sich über die Entwicklung, die sein ehemaliges Team nach seinem Weggang genommen hat.

„Es tut der Mannschaft ganz gut, dass Spieler wie Roman oder Nils Emig jetzt in der Verantwortung stehen“, sagte der 29-Jährige, der inzwischen mit seiner Ehefrau in Berlin lebt, dort bei der Geschäftsstelle des Berliner Tischtennis-Verbandes arbeitet. Als Favorit sah er sein Team vor dem Finale nicht – „eher Rostock“, warf Dennis im Gespräch mit der OP einen Blick voraus. Und auch Reno Tiede, langjähriger Nationalspieler im Trikot des amtierenden Deutschen Meisters RGC Hansa, sagte selbstbewusst: „Wir wollen das Endspiel gewinnen.“

In der Sporthalle des Gymnasiums Philippinum fand die erste Auflage des „Profilbeton Super Cups“ in der paralympischen Ballsportart Goalball statt, das von der SSG Blista Marburg ausgetragen wurde. Mit dabei sind auch der RGC Hansa, BVSV Nürnberg sowie die Füchse Berlin. 

Doch Tiede, der von 2007 bis 2015 in Marburg lebte, damals auch SSG-Vorstandsvorsitzender war, unterlag mit den Rostockern in einem packenden Finale. Michael Dennis traf per Golden Goal zum 11:10-Turniersieg der Füchse. Nicht nur darüber war Tiede etwas traurig, sondern auch über die Tatsache, dass das Los und der Turnierverlauf ihm kein Duell mit seinem Ex-Verein beschert hatte. „Wegen Corona war ich zuletzt nicht so häufig in Marburg. Es ist aber schön, hier zu sein, gerade weil ich so viele Leute kenne. Mit Nils Emig und Sebastian Hofmann habe ich noch zusammengespielt, von Nils war ich auch Jugendtrainer. In der Offensive hat Marburg ein paar Tacken zugelegt“, lobte der 32-jährige Tiede, der seine Karriere in der Nationalmannschaft nach der Europameisterschaft 2021 nach 14 Jahren beendet hatte.

Auch wenn sich die Zuschauerresonanz in Grenzen hielt, für Goalball aber immer noch „okay“ gewesen sei, freute sich Qayumi über „viel positives Feedback“, das er nach der Zusammenkunft des Who is Who des deutschen Goalballs bekommen habe. „Unser Hauptsponsor will uns ermöglichen, dass wir Goalball beim Hessentag zeigen können“, erzählte der SSG-Abteilungsleiter – und er zeigte sich „relativ sicher“, dass es eine zweite Auflage des Turniers geben wird. „Ob diese dann in Marburg stattfindet, ist eine andere Frage.“ Keine Frage sei es aber, was dann das Ziel wäre: die begehrte Medaille an die Lahn zu holen.

Ergebnisse

Supercup, Finale: RGC Hansa Rostock – Füchse Berlin 10:11 n.V. (10:10). Spiel um Platz drei: BVSV Nürnberg – SSG Blista Marburg 14:13 n.V. (13:13). Halbfinale: Nürnberg – Rostock 8:13, Berlin – Marburg 10:7.

Von Marcello Di Cicco