Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Lokalsport Fengler ist ein wichtiger Teils des Fundaments
Sport Lokalsport Lokalsport Fengler ist ein wichtiger Teils des Fundaments
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:58 22.08.2021
Schwer zu halten: Niklas Fengler (Mitte, gegen Dominik Schmid von den Allgäu Comets) von den Marburg Mercenaries.
Schwer zu halten: Niklas Fengler (Mitte, gegen Dominik Schmid von den Allgäu Comets) von den Marburg Mercenaries. Quelle: Thorsten Richter
Anzeige
Marburg

Für die Marburg Mercenaries lief die Saison in der German Football League nicht gerade nach Plan: Ein ums andere Mal war das Team von Headcoach Joe Tricario im Pech, leistete sich einfache Fehler – überdies kamen immer wieder Verletzungen wichtiger Akteure wie Runningback Marcus Cox hinzu. Doch es gibt auch Lichtblicke. Niklas Fengler ist einer davon. Dem 22-Jährigen gelang der erste Touchdown der Spielzeit für die „Mercs“. Immer wieder machte der 1,96-Meter-Hüne danach in der Offensive auf sich aufmerksam – vielleicht auch an diesem Sonntag (16 Uhr), wenn der ungeschlagene Tabellenführer Schwäbisch Hall Unicorns im Georg-Gaßmann-Stadion zu Gast ist.

2019 schloss sich der gebürtige Düsseldorfer den „Söldnern“ an, zunächst als Back-up. Unter dem ehemaligen Offense Coordinator Elias Gniffke sammelte er erste Erfahrungen. Seit dieser Spielzeit ist der Wide Receiver sogenannter Starter im jungen Team. „Es ist ungewohnt, gleich so eine Führungsrolle zu übernehmen, aber es gefällt mir. Alle sind topmotiviert, und es cool zu sehen, wie man sich zusammen weiterentwickelt.“

Sich an den sportlichen Erfolgen hochzuziehen, dürfte so manchem Spieler und Verantwortlichen gerade schwer fallen: Nach zwei klaren Niederlagen in Folge ist der Playoff-Zug für die Marburger so gut wie abgefahren. Doch allein am Erreichen der K.-o.-Spiele könne man den Erfolg nicht festmachen, meint Fengler: „Die jungen Spieler entwickeln sich sehr gut weiter. Hier wird gerade ein Fundament gelegt“, sagt Fengler und nennt exemplarisch Defensivspieler Sebastian Brand, der ebenfalls eine starke Saison spielt. „Es ist zwar schmerzhaft, wenn man so häufig verliert, aber es gibt einem wahnsinnig viel Motivation, wenn man die einzelnen Teile im Team betrachtet. Man sieht, dass es in die richtige Richtung geht.“

Dass Fengler überhaupt an der Entwicklung der Mannschaft beteiligt ist, stellt keine Selbstverständlichkeit dar. „Ganz klischeehaft“ nennt es Fengler, wie er zum Football kam: Nach einem Kreuzbandriss beendete er als 16-Jähriger seine Fußballer-Laufbahn. Nach einem Auslandsjahr in den USA „wollte meine Mutter unbedingt, dass ich einen Sport betreibe“. Er tat ihr den Gefallen, ging in die renommierte Football-Nachwuchsabteilung der Düsseldorf Panther, in der er sich „gut entwickelt“ habe, stellt er fest.

Mit 19 Jahren zog es ihn zum Studium der Interkulturellen BWL nach Marburg. „Eigentlich wollte ich zu diesem Zeitpunkt mit Football aufhören.“ Doch der damalige Headcoach Dale Heffron und Matthias Dalwig, Trainer der zweiten Mannschaft, überredeten ihn, bei den Mercenaries einzusteigen – Fengler hat es bis heute nicht bereut, denn: „Das Team war einfach super.“

Derzeit schreibt Fengler an seiner Bachelorarbeit, nimmt dabei so manche Hürden auf sich, um den Uni-Stress mit dem Sport zu vereinbaren – etwa als das Team Anfang August morgens um 6 Uhr gen München zum Spiel bei den Cowboys aufbrach und erst mitten in der Nacht zu Montag wieder an der Lahn ankam. Ein paar Stunden später ging es für ihn wieder in die Bibliothek. „Das Zeitmanagement ist schon etwas schwierig“, räumt Fengler ein. „Aber es ist es für mich absolut Wert, um mit den Jungs auf dem Platz zu stehen und das zu tun, worauf man Bock hat. Dafür würde ich nichts ändern.“ Schließlich lebe man als GFL-Spieler für die kurze Saison im Sommer – und für Highlight-Spiele wie gegen die Unicorns an diesem Sonntag.

Von Marcello Di Cicco

Die Rollen sind klar verteilt

Nach vier Jahren in der National Football League (NFL) bei den Minnesota Vikings und den Cincinnati Bengals ist Moritz Böhringer seit dieser Saison zurück in der German Football League (GFL) – und gastiert mit den Schwäbisch Hall Unicorns an diesem Sonntag (16 Uhr) bei den Marburg Mercenaries.

Ohne die Passverteidiger Samuel Wegner (verletzt) und Jan Klenk (beruflich verhindert) wollen sich die bereits für die Playoffs qualifizierten und noch ungeschlagenen „Einhörner“ mit einem Sieg einen der beiden ersten Plätze in der Gruppe ergattern und damit das Heimrecht in der anschließenden K.-o.-Runde klarmachen.

Bei den Marburgern fallen acht Starter aus – darunter der verletzte Defensivakteur Ruben De Ruyter. Ob der angeschlagene Runningback Marcus Cox auflaufen kann, entscheidet sich kurzfristig. „Wir werden alles tun, um eine deutlich bessere Leistung als in München zu liefern. Das sind wir unserem Heimpublikum schuldig“, sagt Marburgs Trainer Joe Tricario nach der 0:27-Niederlage bei den Cowboys.

Marburgs Quarterback Sonny Weishaupt hat die Playoffs angesichts von vier Punkten Rückstand auf Rang vier bei noch drei verbleibenden Partien zwar abgehakt, „ich blicke dem Spiel gar nicht so negativ entgegen“, sagt der Spielmacher der Mercenaries. „Wir müssen den individuellen Wettbewerb suchen und von Spielzug zu Spielzug denken.“ mdc

German Football League Süd: Saarland Hurricanes – Munich Cowboys (Sa., 17 Uhr), Allgäu Comets – Frankfurt Universe, Ravensburg Razorbacks – Stuttgart Scorpions (beide So., 15 Uhr), Marburg Mercenaries – Schwäbisch Hall Unicorns (So., 16 Uhr).