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Lokalsport Meisterschaftsfavorit Schwäbisch Hall kommt nach Marburg
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16:22 15.07.2022
Schwäbisch Hall Unicorns.
Schwäbisch Hall Unicorns. Quelle: imago images
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Marburg

Das vielleicht beste American-Football-Team Europas spielt an diesem Samstag im Georg-Gaßmann-Stadion: Die Schwäbisch Hall Unicorns sind nicht nur haushoher Favorit für die Partie bei den Marburg Mercenaries, sie gelten auch als erster Anwärter auf den German Bowl in diesem Jahr.

Einen Titel haben die „Einhörner“ 2022 sogar schon geholt – in der Central European Football League. Dort setzte sich das Team gegen die Örebro Black Knight aus Schweden (58:7), Flash de La Courneuve aus Frankreich (35:21) und schließlich im Finale gegen die Parma Panthers aus Italien (42:17) durch. Jetzt will das kontinentale Topteam auch auf nationaler Ebene wieder die Nummer eins werden, zum fünften Mal die Meisterschaft in der German Football League gewinnen, nachdem das Finale im Vorjahr gegen die Dresden Monarchs überraschend mit 19:28 verloren ging.

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Für Kurzentschlossen gibt es noch Tickets im Vorverkauf. Auch für die kommenden Heimspiele gibt es noch Tickets.

Zwar hatten die Unicorns zuletzt etwas mit Verletzungspech zu kämpfen, trotzdem bringen sie sowohl in der Offensive (235 erzielte Punkte in bislang fünf allesamt gewonnenen GFL-Saisonspielen) als auch in der Defensive (nur 91 gegnerische Punkte zugelassen) enorm viel Qualität auf den Rasen. Quarterback Reilly Hennessey gehört zu den Spielern, die zuletzt aussetzen mussten, in James Slack haben die Haller aber einen beinahe gleichwertigen Ersatz.

Auch Moritz Böhringer fehlte beim 49:17-Erfolg vor zwei Wochen gegen die Razorbacks Ravensburg, Cheftrainer Jordan Neuman rechnet aber mit der Rückkehr des Passempfängers mit Erfahrung bei zwei NFL-Clubs (siehe Box). Vor seinem Debüt für das Team aus der 40 000-Einwohner-Stadt im Nordosten Baden-Württembergs steht Receiver Jake Parker, der bereits an Trainingscamps der NFL-Teams New England Patriots, Jacksonville Jaguars und Kansas City Chiefs teilgenommen hatte und sich nun den Unicorns angeschlossen hat.

Einmal NFL und zurück

Moritz Böhringer – wer sich in Deutschland auch nur ein bisschen für American Football interessiert, der kennt diesen Namen. 2016 war der damals 22-Jährige von den Minnesota Vikings beim Draft ausgewählt. Böhringer wurde damit zum ersten Spieler, der, ohne ein College besucht zu haben, direkt aus Europa in die National Football League gedraftet wurde. Für die „Wikinger“ kam er jedoch nur in einem Vorbereitungsspiel zum Einsatz, schaffte es nicht in den endgültigen Kader. Auch für die Cincinnati Bengals bestritt der Passempfänger zwischen 2017 und 2020 nur ein Spiel in der Preseason. 2021 kehrte er schließlich zu den Schwäbisch Hall Unicorns, für die er bereits 2015 gespielt hatte, zurück.

Auf die Marburger Defensive wird eine Menge Arbeit zukommen – sie wird auf die Unterstützung der Offensive, die den Ball nicht zu schnell abgeben darf, möglichst oft punkten muss, angewiesen sein. Das Angriffsspiel lief in dieser Saison bislang nicht wirklich rund, nach vier Partien – drei davon wurden verloren – stehen lediglich 55 erzielte Punkte auf dem Papier. Die Coaches um Cheftrainer Joe Tricario, der in Anbetracht der Stärke des Gegners vom „Spiel des Jahres“ spricht, haben in dieser und der spielfreien Vorwoche darauf den Schwerpunkt im Training gelegt – wohl wissend, dass schon eine ganze Menge zusammenkommen müsste, damit die Haller die Begegnung nicht gewinnen.

Unicorns-Trainer Neuman mahnt jedoch, rechnet nicht mit einem Selbstläufer: „Wie schon immer, wenn wir bei ihnen zu Gast sind, werden uns die Mercenaries auch am Samstag wieder sehr fordern. Keine leichte Aufgabe, die uns da bevorsteht.“

Von Stefan Weisbrod