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Lokalsport Mercenaries verpflichten neues Trainerteam
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17:01 10.02.2020
Von den Appalachian State Mountaineers zu den Marburg Mercenaries: Running Back Marcus Cox soll künftig für die „Söldner“ Punkte sammeln.  Quelle: imago
Marburg

Die Marburger Mercenaries haben ein komplett neues Quartett an amerikanischen Spielern an Land gezogen. Head Coach Joe Sturdivant, der sein Amt Ende vergangenen Jahres antrat, ist von der Qualität seiner Neuzugänge überzeugt. Auch weil er zwei von ihnen ­bereits selbst trainiert hat, als er Cheftrainer beim Zweitligisten Saarland Hurricanes war. Die Brüder Lawrence, Wide Receiver Jake und Safety Keegan, seien laut Sturdivant eine wahre Verstärkung. „Beide sind gute Spieler, vielseitig einsetzbar und noch viel wichtiger: Sie sind großartige Menschen“, erklärt er. Die Brüder haben darüber hinaus Erfahrung als Trainer in den USA gesammelt.

In Sonny Weishaupt haben die „Mercs“ in diesem Jahr ­einen deutschen Quarterback – ­eine Seltenheit in der German Football League (GFL). So bleiben­ zwei weitere Plätze für US-Spieler über. Diese werden von Running Back Marcus Cox und Safety Reid Miller besetzt. Letzterer hat bereits Erfahrungen beim NFL-Team New Orleans Saints vorzuweisen und ist beim College-Football Zweitligisten Montana Grizzlies ausgebildet worden. Cox ist der beste Läufer in der Geschichte der Erstliga-College-Mannschaft der Appalachian State Mountaineers. „Beide sind hochtalentiert und bringen exzellenten Charakter mit“, freut sich Marburgs Coach.

Vier Leistungsträger sind weg

Das Quartett formiert somit eine neue Riege von Leistungsträgern, das durch die Personal-Drehtür der „Mercs“ kommt. Vier exzellente Spieler sind gegangen: Quarterback Jakeb Sullivan hat sich nach Österreich, Linebacker Justus Moreland nach Italien verabschiedet. Die neuen Vereine von Defensive Back Jarrod Cann und Running Back Triston McCathern sind noch unbekannt. „In Joes System spielen Safeties eine große Rolle. Daher sind auch die Importspieler auf diesen Positionen nicht verwunderlich“, erklärt Michael Dalkowski. Der Sportliche Leiter verhehlt allerdings nicht, dass der Verein den ein oder anderen Importspieler gerne gehalten hätte.

Doch auch deutsche Leistungsträger haben Marburg den Rücken gekehrt. Die Gründe dafür sind verschieden: mehr Geld oder bessere sportliche Perspektive anderswo oder auch schlichtweg weniger Fahrerei zu den Trainingseinheiten. Laut Dalkowski habe der Klub rund zehn Abgänge deutscher Spieler zu verkraften, wovon drei besonders namhaft sind. In Lineman Karsten Ackermann verlässt ein Mercenaries-Urgestein den Verein. Wide Receiver Marvin Rutsch, einer der besten Passfänger der Saison 2019, versucht sich erneut bei den Frankfurt Universe. Gleiches gilt für Lineman Maximilian Lotz.

Neuzugänge für Offensive Line

Die Konkurrenz aus der hessischen Metropole hat allerdings nicht nur Spieler aus dem Lager der „Söldner“ herausgelockt, sondern scheint auch eine attraktivere Heimstätte für Spieler aus Gießen. Das dortige Team, die Golden Dragons, sind im vergangenen Jahr aus der zweiten Liga abgestiegen. „Da waren einige Spieler dabei, die für uns auch interessant waren. Sie haben sich für Frankfurt entschieden, obwohl sie bei uns sicherlich mehr Spielzeit bekommen hätten“, meint Dalkowski.

Dafür gibt es Neuzugänge für die Offensive Line. Der Österreicher Omar Hashw und der Slowake Lukas Bockay verstärken die wichtigste Positionsgruppe.

Auch im Trainerstab gibt es Veränderungen. Tibor Gohmert, der in 2019 phasenweise als Cheftrainer fungierte, ist ausgeschieden. Ebenso die Coordinator Elias Gniffke und Sergej Schmidt (die OP berichtete). „Ich übernehme als Offensive Coordinator“, sagt Sturdivant. Als Defensive Coordinator haben die „Mercs“ Joe Tricario für sich gewonnen. Der Amerikaner hat Bundesliga-Erfahrung bei den Potsdam Royals gesammelt und ist seit mehr als 30 Jahren im Coaching tätig. Marcus Spear, James Yock und sein Sohn Jimmy bleiben dem Verein erhalten. „Der Kader steht weitgehend und beim Trainerstab dürfte es auch keine Veränderungen mehr geben“, sagt Dalkowski.

von Benjamin Kaiser