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Lokalsport Finja Schaake hätte ihr „Heimspiel“ lieber gewonnen
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11:00 22.02.2022
Finja Schaake in Aktion. Die gebürtige Marburgerin, die zwischen 2009 und 2020 in Bundesliga, nationalem und internationalem Pokal insgesamt 325 Partien für den BC Pharmaserv bestritten hat, spielt ihre zweite Saison für den TK Hannover.
Finja Schaake in Aktion. Die gebürtige Marburgerin, die zwischen 2009 und 2020 in Bundesliga, nationalem und internationalem Pokal insgesamt 325 Partien für den BC Pharmaserv bestritten hat, spielt ihre zweite Saison für den TK Hannover. Quelle: Oliver Vogler/imago
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Marburg

Sie freue sich, wieder in Marburg zu sein – zumindest dieser Teil der Grußbotschaft kam an. Die neue Videowand in der Georg-Gaßmann-Halle, die vorher und nachher ihren Dienst tat, schien irgendwas gegen den Clip von Finja Schaake zu haben. Vor Beginn des Bundesliga-Spiels des BC Pharmaserv Marburg gegen ihre TK Hannover Luchse sollte er eingespielt werden, brach aber bei mehreren Versuchen jeweils nach wenigen Sekunden ab. Nun ja, dass sie sich gefreut hat, kam zumindest an. Und auch nach dem Spiel freute sich die 29-Jährige – vor allem darüber, viele bekannte Gesichter zu sehen. Nicht aber über das Ergebnis.

„So zu verlieren, ist immer Mist“, sagte sie nach der knappen 73:75-Niederlage ihres Teams. Marburgs Spielmacherin Alex Wilke hatte in allerletzter Sekunde getroffen. „Wenn’s dann auch noch in der eigenen Halle ist, dann schmerzt das noch ein bisschen mehr.“ Elf Jahre lang hatte Schaake in dieser Halle das Trikot des BC Pharmaserv getragen. Ihre 325 Pflichtspiele sind Vereinsrekord, werden wahrscheinlich noch lange Rekord bleiben. Und „natürlich“ verfolge sie weiterhin, wie sich die Blue Dolphins schlagen, freue sich, wenn sie erfolgreich sind – außer eben beim direkten Duell.

Vor rund anderthalb Jahren hatte Schaake ihre Geburtsstadt Marburg verlassen. Nach ihrem Referendariat an der Elisabethschule fehlte der Gymnasiallehrerin in Hessen die berufliche Perspektive, die ihr in Niedersachsen, genauer gesagt in der Landeshauptstadt, geboten wurde. Der Abschied vom BC war zwangsläufig – eine durchaus erfolgreiche Zeit ging zu Ende, die allerdings ohne Titel blieb.

Im Rhythmus bleiben

Klappt es mit den Luchsen? Aktuell sei die Meisterschaft „kein Thema“, sagte sie. „Den Druck wollen wir uns gar nicht machen.“ Gleichwohl sei es das Ziel, zunächst in der Hauptrunde möglichst weit oben in der Tabelle zu landen, dann in den Playoffs weit zu kommen. Und im Pokal ist der „Turn-Klubb“ auch noch dabei, hat sich fürs „Top 4“ in rund einem Monat qualifiziert. Auch dort gilt: „Wir wollen ohne Druck das Bestmögliche erreichen.“ Herner TC, Rheinland Lions und Rutronik Stars Keltern sind in diesem Wettbewerb die übrigen Konkurrenten.

Schaake sieht das Pokal-Finalturnier auch als gute Möglichkeit, um vor Beginn der Playoffs im Rhythmus zu bleiben. Derzeit sieht es sowohl für Hannover als auch für Marburg gut aus, was die Qualifikation für die erste K.-o.-Runde angeht – und es erscheint durchaus realistisch, dass sich die Teams beispielsweise als Dritter und Sechster oder als Vierter und Fünfter der Hauptrunde dort begegnen. „Wenn es dazu kommt“, sagte Schaake, „freue ich mich, wieder in Marburg zu spielen – aber hoffentlich gibt’s dann einen anderen Ausgang.“

Von Stefan Weisbrod