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Eine Reise in die Vergangenheit für Finja Schaake
Eine Reise in die Vergangenheit für Finja Schaake
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11:00 08.12.2021
Finja Schaake (zweite von links) freute sich bei ihrer Verabschiedung in Marburg ihre alten Marburger Team-Kolleginnen Alex Wilke (zweite von rechts) und Joey Klug zu sehen.
Finja Schaake (zweite von links) freute sich bei ihrer Verabschiedung in Marburg ihre alten Marburger Team-Kolleginnen Alex Wilke (zweite von rechts) und Joey Klug zu sehen. Quelle: Thorsten Richter
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Hannover

Tränen. Applaus. Noch mehr Tränen. Vor knapp einem Jahr verabschiedete der BC Pharmaserv Marburg nachträglich Finja Schaake, die sich aus beruflichen Gründen dem TK Hannover anschloss, beim Ligaspiel in der Georg-Gaßmann-Halle. 325 Spiele bestritt die 29-Jährige, die in Grünberg aufwuchs in elf Saisons im Trikot der Blue Dolphins. „Ich verfolge die Spiele des Marburger-Teams immer noch. Aufgrund der gleichen Liga noch einmal mehr als die Partien von Grünberg“, sagt die Lehrerin für Chemie, Englisch und Sport. Heute trifft Schaake mit Hannover im Achtelfinale des Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL)-Pokals auf ihren ehemaligen Verein. Nach ihrem Verabschiedungsspiel und dem Hinspiel in der diesjährigen Saison, kommt es nun zum dritten Aufeinandertreffen.

Wie es dazu gekommen ist, ist für die gebürtige Marburgerin ein Glücksfall: In der zweiten Runde des Pokals gastierten die Niedersächsinnen bei den Bender Baskets Grünberg. „Ich habe mich mega gefreut, dass ich nach Grünberg zurückkonnte. Ich dachte eigentlich, ich würde nie wieder in der Halle, die auch meine alte Schulhalle war, spielen. Dabei kamen mir fast die Tränen“, berichtet Schaake.

Ein Foto aus alten Zeiten: Finja Schaake beim BC Marburg, Saison 2019/2020 Quelle: Thorsten Richter

Nun also das zweite Spiel im Pokal, das für die Basketballerin eine Reise in die Vergangenheit darstellt. Lieber wäre sie aber auf dem Marburger Parkett aufgelaufen. „Dann aber bitte endlich mal mit Zuschauern. Auf der anderen Seite ist es aufgrund unserer vielen Auswärtsfahrten aber auch mal ganz schön, dass wir Zuhause spielen. Auf das Spiel gegen Marburg und die vielen bekannten Gesichter freue ich mich aber tierisch“, sagt Schaake, die mit Marburgs Alex Wilke und Steffi Wagner noch regelmäßig telefoniert und schreibt. Zudem freut sie sich auf das Wiedersehen mit BC-Athletiktrainer Christian Köller, mit dem sie ebenfalls gut befreundet ist und mit ihm sogar die Spieltage in der Fußball-Bundesliga tippt.

Mit dem Gegner hat sich Christoph Wysocki bis gestern Mittag nicht allzu sehr beschäftigt. Nach der jüngsten 70:78-Niederlage des BC Pharmaserv Marburg in der Frauen-Bundesliga gegen die Royals Saarlouis will der Trainer der Blue Dolphins lieber vor der eigenen Haustüre kehren – oder besser gesagt: kehren lassen.

Im Training am Montag habe der Coach lange mit seinen Schützlingen gesprochen, was nicht gut lief – die Erwartungen sind klar: „Ich erwarte eine Trotzreaktion von den Mädels. Sie haben etwas gutzumachen“, wird der 65-Jährige deutlich. „Wir müssen mehr Konstanz in unser Spiel bringen – in der Defensive, aber auch in der Offensive. Sobald wir mit zehn Punkten führen, baden wir uns im Wohlstand“, bemängelt der Coach die dann nachlassende Intensität, die sich so mancher Gegner zunutze mache. Gegen den Tabellenvierten der Bundesliga aus Niedersachsen dürfe sich das Team dies nicht erlauben, denn: „Hannover ist dreimal so stark wie Saarlouis“, meint Wysocki und nennt exemplarisch Liga-Reboundkönigin Patricia Broßmann oder Top-Punktesammlerin Kelly Moten.

Ob Tonisha Baker nach ihrer Gehirnerschütterung wieder mitmischen kann, steht noch nicht fest. Wysocki: „Die Chancen stehen 50:50.“

In der Liga steht Hannover aktuell auf dem vierten Rang – mit acht Siegen nach elf Partien. „Eigentlich können wir sogar noch besser in der Tabelle stehen. Unsere drei Niederlagen waren unnötig. Aber unsere Saison läuft nach dem großen Umbruch bisher gut. Aber wir halten jetzt erst mal die Bälle flach und das Ziel bleiben die Playoffs“, sagt sie.

In dieser Spielzeit traf Marburg bereits auf Hannover – damals stand am Ende eine 54:75-Pleite auf der Anzeigetafel. Es sollte bisher die einzige Auswärtsniederlage des BC Marburg sein. „Das Ergebnis ist für den Spielverlauf eigentlich nicht repräsentativ gewesen, weil es eine Partie auf Augenhöhe war. Wir waren aber aggressiver und haben Marburg dann überrannt“, sagt die 29-Jährige und fügt an: „Das wird eine Do-or-Die-Partie. Aber wir sind aber gut vorbereitet und wollen das Spiel gewinnen.“

DBBL-Pokal, Achtelfinale: BG Hurricanes Rotenburg/Scheeßel – Panthers Osnabrück, Eisvögel USC Freiburg – Capitol Bascats Düsseldorf, TK Hannover – BC Marburg (alle Mittwoch, 8. Dezember, 19 Uhr), Sharks Würzburg – Grüner Stern Keltern, BG Göttingen – Herner TC (beide Mittwoch, 8. Dezember, 19.30 Uhr), Rheinland Lions – TSV Wasserburg, ASC Theresianum Mainz – Angels Nördlingen Baskets Schwabach – Chemcats Chemnitz (alle Mittwoch, 8. Dezember, 20 Uhr).

Von Leonie Rink